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11.6.2005 - 14.7.2005
Versuch eines Rückblicks.

Ganz sicher kann man sagen, dass nach dem Ende des Anfängertanzkurses ein neues Kapitel begann. Obwohl sich nach außen eigentlich nichts änderte. Donnerstags abends war immer noch Tanzkurs, nur halt Fortgeschritten, ohne sie, meine Haare sind etwas länger geworden. Nach außen hin alles beim Alten. In Wirklichkeit markierte das Ende des Abschlussballs einen tiefen Einschnitt. Zum einen zeigte es mir, dass ich nicht fähig war, meine Feigheit ihr gegenüber zu überwinden und sie zu fragen, ob sie mit mir zum Ball geht. Zum anderen hat das Fehlen der Tanzkursstunden mit ihr mich von ihr distanziert. Vor allem äußerlich, körperlich, weniger innerlich. Ich habe sie viel seltener gesehen. Aber mich an diese kleinen Momente geklammert, das habe ich. Auch, und vielleicht vor allem, an solche aus dem Tanzkurs, zum Beispiel als ihr wunderschönes Haar meinen Handrücken kitzelte...
Der nächste Einschnitt war sicherlich der Beginn ihres Praktikums mit dem Übergang zu den Sommerferien. Das Kapitel nenne ich „… und frage nicht nach Sonnenschein!“. Nur knapp konnte ich die Dämme, die meine Gefühle für Miss Saigon in Grenzen halten, vor dem Brechen bewahren. Keineswegs Sonnenschein. Obwohl dann vor einer Woche plötzlich eine Menge Mädchen (und der Form halber hier genannt ^^) ein Junge auf meinem Blog aufgetaucht sind. Und bei denen bedanke ich mich hiermit für all die netten Kommentare und Gästebucheinträge!

Sommerferien
Versuch eines Rückblicks.
Verglichen mit den Sommerferien des Jahres vorher waren die hier fast traumhaft. Nach außen sah es wohl ganz anders aus, scheiss Wetter, viel Arbeit. Man mag es nicht glauben, aber die viele Arbeit hatte den positiven Effekt, dass ich mich nicht zu Tode gelangweilt habe. Wenn dann keine Arbeit anstand, und erst Recht als die Ernte eingebracht war, konnte ich fast ungestört meine CS - Sucht fröhnen ^^ Jap, DSL ist was tolles. Ich erwähne hier mal nicht den Rechnungsbetrag von letztem Jahr... und da hab ich mich schon eingeschränkt! ISDN halt. Das war Vergangenheit. Und dann wart da noch ihr, ja genau DU und DU! Meine Leser, die mich vor Langeweile bewahrt haben. Die vor allem einer Gruppe zu bestehen schien: (Zitat ich im August) "Gleichzeitige Konversation mit 3 oder 4 Mädels. Der Jungennotstand hier muss verdammt groß sein ^^ " Jaja, die Alien - Theorie... ;-)
Es gab zwar auch einige Tage, die mich tierisch angekotzt haben, aber hey, insgesamt war das ganze doch recht positiv. Und irgendwann waren die Ferien dann vorbei und ich erschrocken und urplötzlich im 13. Schuljahr.


Das 13. Schuljahr, 5.9.2005 bis 24.3.2006

Als es anfing ging es munter weiter. Sie war da, um ab und an meinen Tag zu versüßen, das Wetter war sonnig und Schule stresste nur mäßig. Alles änderte sich mit dem Beginn der Herbstferien: Die ganzen Ferien war Chemie lernen angesagt, es war der Auftakt zu einem beispiellosen Marathon an Arbeiten und HÜs. 3 Wochen LK - Arbeiten, danach GK - Arbeiten, und schon waren Weihnachtsferien. Während dieser Zeit zeigte sich schon einige Frustration bezüglich ihr, und eine leichte Hinwendung zu Miss Saigon war fast schon unvermeidlich, wenn man bedenkt wie sehr ich meine Gefühle für sie vorher unterdrückt hatte. Die Wochen waren stressig, auch wegen Fahrschule, und der Zustand meines Opas verschlechterte sich langsam, aber merklich. Die Weihnachtsferien hatten wenig mit Ferien gemein, ich habe mir einen ungemeinen Stress wegen Chemie gemacht. Am Ende der Ferien sackte der Zustand meines Opas noch einmal stark ab, jetzt war er im Grunde genommen ans Bett gefesselt. Ironischerweise war ich am Tag vorher noch das Grab für jemand anderes schaufeln, das machen wir hier im Dorf noch mit der Hand. Zwei einhalb Jahre quälen im LK kulminierten schließlich nach den Ferien in einer Abi - Arbeit, die mit stolzen 2 Punkten meine Erwartungen erfüllte. -.- Die restlichen beiden Arbeiten wurden dann auf die leichte Schulter genommen, gingen aber bedeutend besser aus. Zwischen der ersten und der zweiten Arbeit lag aber ein Schlag ins Gesicht: Sie mit Freund in der Schule. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Und keiner da, um mich aufzufangen. So schleppte ich mich durch Abiarbeiten, die praktische Fahrprüfung und beendete den Monat mit einer sehr lustigen London - Fahrt über ein Wochenende mit dem Englisch - Kurs. Und die Hoffnung, dass die Talfahrt meines Opas ein Ende nehmen würde, blieb stark. Bis er am 4. Februar verstarb. Er erlebte weder den Ausgang meines Abiturs, noch mich als Autofahrer. Dieses Mal allerdings war jemand da, wenn ich jemand brauchte. Die 2 Tage nach der Beerdigung zählen zu den schönsten dieses Jahres. Von Miss Saigon zur Begrüßung angelächelt zu werden oder neben ihr zu sitzen und sich eine halbe Stunde anhören, was sie so zu sagen hat (Kennt ihr "Red mit mir" von den Ärzten?), ich kam mir so ungemein beachtet vor, wie selten zuvor. Das hatte ungeahnte und ungekannte Folgen: Ich hatte jetzt erwartet, dass ich mich Hals über Kopf in sie verknalle, aber ihre Reaktion auf mich leitete das eher in die Gefilde von Freundschaft um. Danach waren nur noch rund drei Wochen Unterricht, vollgepackt mit HÜs - und grinsenden Miss Saigon - Gesichtern. Wenn ich durch die Schule gehe, grüßen mich einige Jungs, aber kein einziges Mädchen. Das hatte sich geändert. Ich wurde endlich 18, mit eigenem, wunderbaren Auto, wurde T1 gemustert und bald hieß es, sich von Miss Saigon innerlich wieder zu verabschieden. Nach dem Ende der Unterrichtszeit wurde es aber nur wenig entspannt, zuerst mündliches Abitur, dann die sehr stressige Woche mit Abigag, Abifeier und inoffizieller Feier. Noch ein letztes Mal von Miss Saigon auf der Abifeier umarmt werden, und danach hoffen, dass der Zufall auf meiner Seite ist. Ich fing an, Gitarre zu lernen und hatte meine Zivistelle längst klar gemacht, wartete nur noch auf die Bürokratie. Die freie Zeit danach war zwar durch aufstehen gegen halb 12 geprägt, aber irgendetwas zu tun gab es immer. Eigentlich gut so, langweilig wurde es so jedenfalls nicht. Und in 2 Wochen trete ich meine erste Arbeitsstelle an, als Mädchen für alles bei einer Sozialstation.

16.05.2006
Retrospektive Einschub
Der Stand der Dinge.


Es war ein krasser Einschnitt, als ich die Schule beendet hatte. Aber die Sache beginnt ganz woanders. Ich weiß, jeder hat so sein Päckchen zu tragen und seine eigenen Probleme. Allerdings kann ich mir die Probleme derer, die einen Freund / eine Freundin haben, nicht ausmalen, sie können doch gar keine Probleme haben, scheint mir doch eine Freundin als die Lösung aller Probleme. Irrational? Ja. Ein bisschen Wärme, ein wenig Liebe und Geborgenheit scheinen unmöglich zu erfüllende Wünsche. Dabei ist es das, wonach ich mich sehne. Immerhin, das ließe sich ja noch ganz gut kompensieren. Ein wenig in der Nähe entsprechender Mädchen rumschwirren, sie ansehen, beinahe mit Blicken aufsaugen, ein wenig mit ihnen reden, vielleicht sogar nah neben ihnen sitzen. Dazu braucht es nicht mal Aktivität der Gegenseite. Es muss nicht mal dieser kleine Sonnenschein sein, der so gerne berührt beim reden. Man braucht nur die Gegenseite an sich, ihre Präsenz. Folglich ist es denkbar schlecht, wenn nicht mal das gegeben ist. Im Grunde genommen, ohne schwarz zu malen, ist mein Zustand diesbezüglich zur Zeit desolat.

Zivi – Zeit, 2. Mai 2006 bis 31. März 2007
Im Rückblick ist der Graben zwischen wundervoll und grauenhaft nicht so groß. Und Zwischendinger gibt es sowieso nicht. Auf der Haben – Seite steht, dass ich ausgelastet war. Vollzeit arbeiten, zu Hause Stall und Zeugs, danach an 3 bzw. später 4 Abenden die Woche entweder Chinesisch, Arabisch oder Gitarre. Langweilig war es nicht. Gut, oft war ich auch gerade deswegen angepisst. Ich war jedoch nicht so ausgelastet, dass ich die Leere in mir nicht gespürt hätte, im Grunde war sie mein ständiger Begleiter. Ja, mehr noch, ich war ein emotionales Wrack. Tag folgte auf Tag, und alles zog gleichförmig an mir vorbei. Mein Kontakt zu meinen ehemaligen Mitschülern reduzierte sich auf ein Minimum und bestand zum allergrößten Teil aus Pokerabenden. Von Mädchen war ich sowieso getrennt. Es war die Hölle. Der einzige Fixpunkt war die Monatsmitte, wenn es den Lohn gab. Selber Geld verdienen hat was. Und totgearbeitet hab ich mich dafür auch nicht. Zumal es ja noch Urlaub gab, also Lehrgänge (3 Wochen), und richtigen Urlaub (4 Wochen). Ab Februar war ich dann geringfügig beschäftigt, ein Arbeitsverhältnis, das seinem Namen alle Ehre macht. Dann war da noch nebenbei meine Uni – Bewerbung im Dezember. Im Nachhinein weiß ich zwar, was mich verwirrt hat, aber viel mehr Sinn ergibt das ganze System immer noch nicht. Ist ja auch egal, ich wurde schließlich angenommen. Und damit kam diese ereignisarme, aber umsatzstarke Phase zu ihrem Ende. Zum Glück.

1.4.-1.10.2007
Erstes Semester und erste Semesterferien

Und ein Jahr nach dem Abi der nächste krasse Einschnitt. Eine eigene Wohnung in einer fremden Stadt! An den ersten Abenden war ich sogar motiviert genug, abends eine Stunde Richtung Innenstadt zu laufen und mir die Gegend etwas anzuschauen. Das war im April, und vielleicht erinnert sich noch wer, dass der April dieses Jahr der Sommer war. Es war dementsprechend warm. Aber auch tagsüber bin ich gestreunert, und zwar Richtung Universität. Gleich in der ersten Einführungsveranstaltung setzte sich die zweite Hälfte dessen, was ein Semester später mal der elitäre Club werden sollte, neben mich. Welch interessanter Zufall. Ab da ging alles sehr schnell: Ich hatte einen Stundenplan mit 11 Wochenstunden, nach einiger Sucherei wieder Gitarrenunterricht, und recht bald meine Routine. Oh ja, 11 Stunden pro Woche. Das war genau so entspannt, wie es sich jetzt anhört, und wurde durch einige Verquickungen erzwungen. Gut, ich hätte natürlich zum Spaß sinn- und wahllos Vorlesungen anhören können, aber… Schlafen bis 10, abends oder nachts in Schlafanzug und Socken durch die Wohnung tigern (Heidelberg ist im Sommer eine viel zu warme Stadt!) und CS spielen, irgendwann dazwischen zur Uni, kochen und essen, und damit wäre das meiste beschrieben. :-) Zu meiner emotionalen Erheiterung fand sich in einem der Kurse auch ein hübsches Mädchen. Dass ich sie eigentlich nur ein Mal pro Woche sah, führte zu einem dualen System aus Vorfreude die Woche über und übers Wochenende anhaltender freudiger Erinnerung. Nicht, dass freitags viel passierte, außer dass ich sie ein wenig betrachtete. Klingt jetzt armselig, trägt aber entscheidend zum positiven Gesamtbild dieser Zeit bei.
Dann Semesterferien. Beinahe 10 Wochen Ferien klingen für den ein oder anderen sicher nach dem Paradies auf Erden, aber spätestens nach der 5. Woche wurde es so was von langweilig, dass ich mich schon richtig nach der Uni sehnte. Irgendwie ging diese Zeit dann auch vorbei, wenn auch viel zu langsam, und so begann die nächste, die erste richtige Runde.

Das erste richtige Jahr Uni (Oktober 2007 bis Juli 2008)

Als ich mich in der allerersten Woche der Vorlesungszeit in der allerersten Stunde so gegen 8 Uhr morgens an einem Montag in die erste und einzige Nebenfachvorlesung, die ich aus Zeitgründen besuchen sollte, setzte, fiel mir direkt vor mir sitzend ein auf seltsame Weise hübsches Mädchen auf. An sich nichts besonderes, passiert öfters. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass sie die nächsten 9 Monate entscheidend prägen sollte. Als sie mir zwei Tage später bei meinem Hauptfach wieder begegnete, wusste ich eigentlich schon, worauf das wieder hinausläuft. Ich hätte nicht weiter daneben liegen können. Denn anstatt dass ich sie aus 5-7 Metern Entfernung beobachtend im Unterricht anhimmele, entwickelt sich langsam so etwas, das man zwar noch nicht Freundschaft nennen sollte, aber doch in diese Richtung geht. Oder konkret bin ich plötzlich mit der Situation konfrontiert, dass sie mich nicht abscheulich unsympathisch findet, sondern auf mich zukommt. Wenn auch meistens in erster Linie, um mich nach Vokabeln zu fragen. Der Deal bestand darin, dass ich ihr das Wörterbuch ersetze (zur Not mit Hilfe eines solchen, dass ich als einziger immer dabei hatte, weil ich ständig was nachschaue), und sie im Gegenzug Balsam für mein Herz ist. Und das ganze auf einer lange nicht so geschäftsmäßigen Ebene ausgetragen, eher im Gegenteil wurde ständig Neuland betreten, was meine Liste erhaltener Komplimente und Aufmerksamkeiten angeht. Noch dazu die ständige Auslastung durch allein 18 Stunden Sprachunterricht pro Woche, und wenn ich über Chinesisch sage „Damit könnte ich mich den ganzen Tag beschäftigen!“, dann meine ich das wörtlich auch so. Als wäre das noch nicht genug, fand ich mit dem Typ einen Kollegen, der zwar irgendwie ganz anders als ich ist, aber im Grunde doch genau das gleiche denkt und macht. (Das passt ja allein nach außen hin schon mal gar nicht: Er eher klein und mit Glatze, ich durchschnittlich groß und mit langen Haaren.)
Das klingt nicht nur auf dem Papier gut, das war es auch in der Realität. Die Zeit verging vor allem im ersten Semester wie im Flug. Und es ging eigentlich immer aufwärts, weiter weg von dem Loch, und wenn noch kein Ende und keine Grenze absehbar sind, ist das gleich doppelt schön. Natürlich schwankt es immer um den Trend, aber ganz allmählich setzte sich die Auffassung durch, dass mit jedem neuen Tag eine neue Chance kommt, dass irgendwas Gutes passiert.
Dann kamen irgendwann die Semesterferien, die aber auch schnell wieder vorbei waren, da es ja nur 4 Wochen waren, weil wir einen Monat in die regulären Ferien hinein Unterricht hatten.
Danach wurde leider klar, was ich vorher schon ahnte: Den Zenit hatte ich überschritten. Das fing damit an, dass ich plötzlich lächerlich wenig Unterricht hatte, weil ich einiges im Sommersemester davor schon gemacht hatte, ging weiter über die Reduktion der Chinesisch – Stunden und der Diktate im Unterricht (Da blieb ganz schön viel Motivation auf der Strecke, oha!) und endete damit, dass ich folglich auch nicht mehr den ganzen Tag den 2 mir so wichtigen Personen zusammengepfercht war. Nicht, dass plötzlich alles scheisse war. Aber allein dass die Aussicht jetzt gen Tal und nicht mehr gen Gipfel ging, machte viel aus. Dann kam noch dazu, dass das Semester halb vorbei war, bevor ich überhaupt merkte, was los war, womit der Tag, an dem sie für ein Jahr ins Ausland geht, drohend am Horizont erschien. Zum Glück stellte sich am Ende heraus, dass ich ein halbes Jahr nach ihr in die gleiche Stadt kommen werde, wenn auch an eine andere Uni.
Es war in dieser Situation, als ich etwas Härteres brauchte. Eine Ablenkung von dem, was im Endeffekt und nüchtern betrachtet auch nur eine Ablenkung von der Leere in mir war. Also brach offen hervor, was schon länger im Untergrund schwelte. Ein anderes Mädchen, nicht in meiner Kleingruppe und mir deshalb so gut wie unbekannt, zog erst nur meine Blicke, im Laufe der Zeit dann auch den halben Rest auf sich. Das endete dann naturgemäß im Anhimmeln aus der Entfernung, was aber auch nicht weiter schlimm war. Allein ihr traurig-schöner Anblick löste unkontrollierte Endorphin-Ausschüttung aus. Außerdem behandelte sie mich in den nicht besonders häufigen Momenten, in denen wir miteinander zu tun hatten, weder wie Dreck noch wie Luft.
Wovon sich gut der Bogen zum Ende schlagen lässt, wo genau das einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, der natürlich auf der Abschlussfeier stattfinden muss, damit Hoffnungen geweckt werden, die dann die nächsten 2 Monate wuchern können. In einem längeren Prozess scheinen sich auch meine Gefühle für das andere Mädchen in eine Art künstliches Koma versetzt zu haben, damit der Abschied nicht so krass wird. Das Koma endet vermutlich da, wo das neue Semester anfängt, wenn sie nicht da ist, aber da sein sollte.
Aber die Rubrik heißt ja nicht „Ausblick“, sondern „Retrospektive“.

Noch ein Semester Uni und das erste Auslandssemester (Oktober 2008 bis Juni 2009)

Bei einem kurzen Blick, wo ich zuletzt geendet hatte, musste ich mich wirklich fragen, ob ich die letzte Retrospektive noch in den Ferien oder schon im folgenden Semester geschrieben hatte. Als alles genau so war, wie ich es hatte kommen sehen.
Die Ferien waren so ganz in Ordnung. Besser als die meisten vorher wahrscheinlich. Ich hatte ja noch Hoffnung, von der ich zehren konnte. Weiter nichts besonderes, wenig erwähnenswertes.
Irgendein tragendes Element brach dann aber genau an dem Tag weg, an dem ich mich zur Uni aufmachte. Die vor den Ferien sozusagen eingeschläferten Gefühle wachten auf. Das löste einen tiefen Fall aus. Die ersten beiden Wochen ging gar nichts. Dann glaubte ich so langsam meine Hoffnung bestätigt zu sehen, als ich glaubte, die Ablenkung von der Ablenkung und ich würden kleine Schritte aufeinander zu machen. Einige Wochen konnte ich dann wieder die Schwärze mit Hoffnung übertünchen. Das ging so lange gut, bis die Entwicklung an einen Punkt kam, an dem sie sich an der Realität messen lassen musste. Es scheiterte kläglich. Da war es aber erst Dezember, und damit immer noch 2 Monate, bis ich mich nach Taiwan aufmachen und alles hinter mir lassen konnte.
Anscheinend half die Orts- und Luftveränderung aber auch nicht viel. Der Unterschied war dieses Mal, dass ich forsch vorging, und schnell. Im krassen Gegensatz zu sonst, wie ich überhaupt nicht „vorgehe“. Was man in gewisser Hinsicht ja schon als Fortschritt an sich verbuchen kann. Das führte dazu, dass sie meinte, dass ich… und ich daraufhin annahm, dass sie… Sie erkannte es rechtzeitig, worauf sie mir dann auch klarmachen konnte, dass ich nichts annehmen müsse. Wie eine Feuerwerksrakete: Schnell nach oben, und schön bunt, aber das letzte Flackern ist kurz. Ich glaube in diesen Zeitraum fiel der vorläufige Tiefpunkt meiner Stimmung. Es stabilisierte sich relativ bald wieder etwas, auch mit Hilfe von seltsamen Episoden, in denen Mädchen sich für einen Abend in einer Bar an mich hängen und danach verschwinden, schlussendlich aber wieder auftauchen, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Und dank der Tatsache, dass das Mädchen von vorher so eine Art Freundschaft zuließ.
Bis es dann noch mal von vorne losging. Dieses Mal schien es sogar gar nicht so weit hergeholt. Zumindest lag der Schluss nahe, dass ich ihr nicht vollkommen egal sein kann, wenn sie fast wortwörtlich das ganze Wochenende mit mir chattet. Irgendwo muss dann wieder irgendwas schief gelaufen sein, so dass sich alles keine 2 Wochen später schon wieder in Luft aufgelöst hatte.


Noch ein Auslandssemester (September 2009 bis Januar 2010)
Dass ich das hier so lange vor mir hergeschoben habe, hat schon seinen guten Grund (25.7.11).
Es begann folgendermaßen: Ich kam an, und plötzlich waren 8 andere Studenten meiner Heimatuni da, die ich allerdings kaum kannte. Ich beschloss, Kurse vom Koreanischen Institut zu besuchen, wo ich natürlich die einzige Langnase war. Und ich nahm wieder Kontakt mit dem Mädchen vom Ende des vorherigen Semesters auf. Kaum zu vermeiden, da sie auch wieder in meiner Deutschnachhilfe saß.
Das Erste führte dazu, dass ich zu Sachen mitgenommen wurde, einer mich mit auf den Balkon zu seinen Raucherpausen nahm und mir 7 Staffeln Voyager gab und ständig irgendwas war. Ein vollkommen ungewohnter Zustand.
Das Zweite führte zuerst dazu, dass sich eine Horde Mädchen auf mich stürzte. Danach blieb erstmal eine übrig, die wohl irgendwie versuchte, Kontakt aufzunehmen. So ganz abgeneigt war ich dem nicht. Allerdings scheiterten alle Versuche, den Graben um mich herum zu überwinden, ziemlich grandios. Im Nachhinein denke ich, dass das nicht zufällig so ausging, sondern an einer grundlegenden Inkompatibilität lag.
An sich wäre das schon ausreichend Seltsamkeit für ein halbes Jahr.
Aber da war ja noch das andere Mädchen. Erst entschied ich mich, ihr nicht mehr auf die Nerven gehen zu wollen, dann ergab es sich fast wie von selbst, indem sie mich bei MSN anschrieb. Dann zog der Strudel mich immer tiefer rein. Eine ihrer Freundinnen verlangte meine Hilfe bei einem Gruppenreferat und ging danach essen. Mit diesem Mädchen und mir im Schlepptau. Dann wollte eine Gruppe um eben jene Freundin ins Kino gehen und mich mitnehmen, da man mich bei mir der Terminplanung etwas überging, gedieh das jedoch auch nicht. Beim Nachholtermin sagte das Mädchen ab und kam nicht mit. An irgendeinem Punkt habe ich auch irgendwie den Mut aufgebracht, sie persönlich ins Kino einzuladen, aber damit hatte ich offensichtlich eine Grenze übertreten.
Die Übergänge sind hier ziemlich fließend. Als es auf das Jahresende zuging und die vorherige Episode noch ziemlich frisch war, ergab sich plötzlich ein sich intensivierender Kontakt mit einem anderen Mädchen (Codename: Xuxici) aus dem Koreanisch-Kurs. Wir verstanden uns einfach, und das basierte hier ausnahmsweise mal nicht darauf, dass ich mir irgendetwas einredete. Ich hatte wohl eine Art Lauf und lud auch sie mal ins Kino ein. Da waren es allerdings nur noch zwei Wochen bis zu meinem Abreisetermin. Das mag mit ein Grund gewesen sein, weshalb sie erst Ja, und dann doch Nein sagte. Das kann ich deswegen so sagen, weil sie ein gutes Dreivierteljahr später auf die gute Idee einer Brieffreundschaft kam.
Zum Abschluss kam das alles auf dem Abschlussessen aller ausländischen Studenten der Uni. Dort waren auch normale Studenten, die nicht nur wegen der Sprache dort sind. Ein paar saßen auch an meinem Tisch. Darunter ein weiteres hübsches Mädchen. Soweit nichts ungewöhnliches. Das kam erst, als sie mir ihre MSN-Adresse gab, sich auf einem meiner Erinnerungsfotos mit Leuten neben mich stellte und mir sagte, ich solle ihr Bescheid geben, wenn ich in Hongkong bin. Wo sie herkommt und ich danach noch ein bisschen Urlaub machte. Tat ich. Wir trafen uns einen Nachmittag, liefen durch Malls, über Uferpromenaden und die Innenstadt. Ihre Codenamen (Mädchen auf den Fotos) erhielt sie nicht nur wegen dem ersten Kontakt, der ja quasi beim Fotografieren kam, sondern weil wir an dem Tag auch einen verrückten japanischen Fotoautomaten benutzten.
Wenn man das ganze hier irgendwie auf einen Nenner bringen wollte, könnte man sagen, dass ich mir schwere Schlachten mit meiner Angst geliefert und dabei einige größere Teilerfolge errungen habe. Allerdings wurde es mir auch vergleichsweise leicht gemacht. Umgehend dafür belohnt wurde ich ja nun nicht, aber das ist sekundär. Zumindest ein bisschen.


Das erste Semester nach der Rückkehr (April bis Juli 2010)

(15. April 2012)

Je nachdem, unter welchen Aspekten man es betrachtet, waren die Aussichten am Anfang entweder vergleichsweise gut, weil ich in der vorherigen Periode einiges an Bestätigung für mein Ego bekommen hatte, oder hundsmiserabel, weil all das 10 000 km weit weg und zumindest fürs erste aus meinem Leben verschwunden war.
Der Anfang liest sich auf dem Papier ganz nett, aber das steht im krassen Gegensatz zu meiner damaligen Stimmung. Es passierte nämlich folgendes: Am ersten Tag der zweiten Woche des Semesters, was bei uns vier regulären Unterrichtstagen entspricht, war ein Kneipenabend der Alumni-Vereinigung. Ein Kumpel und ich gingen hin. Da war auch ein Mädchen, das in der großen Gruppe in meiner Nähe stand, mit dem ich aber nichts zu tun hatte. Das änderte sich erst, als ich ging, da fragte sie nämlich: "Haben wir nicht irgendeinen Kurs zusammen?" Klassischer Fall von "You had me at 'hello'". Die Frage wollte ich natürlich wahrheitsgemäß beantworten, also schaute ich ihr ins Gesicht. Meine ursprüngliche Intention muss ich irgendwo auf dem Weg verloren haben, und jedes Zeitgefühl sowieso. Ich habe also keine Ahnung, wie lange ich sie angestarrt habe. Mir kam es in jedem Fall wie zwei Ewigkeiten vor. Von da an war klar, was passieren würde.
Ich hätte nicht weiter daneben liegen können.
Zuerst sah es zumindest von Außen noch aus wie immer, wenn auch in der ausgezeichneten Variante. Wir hatten viele Kurse zusammen, in diesen Kursen recht viel Kontakt und sie begegnete mir sehr offen. Aber dann kam ihr eine Schnapsidee: Wir könnten doch die Aufgaben für VWL (unser beider Nebenfach) gemeinsam vorbereiten. An diesem Punkt loderte meine schon lange schwelende Hoffnung auf, als hätte jemand Öl reingekippt. Nur kam es leider wieder anders als gedacht, als sie mir ganz nebenbei eröffnete, dass sie noch eine andere Kommilitonin dazu eingeladen hätte.
Das hievte (oder drückte, je nachdem) die Sache dann auf das freundschaftliche Niveau, auf dem es danach auch blieb. Was auch nicht schlecht war. Wir trafen uns wirklich regelmäßig ein Mal pro Woche, die andere Kommilitonin tauchte nie auf, und so baute sich dann langsam etwas auf. Tatsächlich schlecht war, dass sie nach dem Semester für ein Jahr ins Ausland gehen sollte. Aber das war erst mal nicht so wichtig. Wichtig war, sie jede Woche zu sehen, primär zwar Aufgaben zu rechnen, aber naturgemäß auch sonst langsam etwas aufzubauen. Je näher ich sie kennenlernte, um so mehr fühlte ich mich zu ihr hingezogen, weil sich mein erster Eindruck eines intelligenten, warmherzigen Mädchens vollauf bestätigte. Es dauerte, aber irgendwann trafen wir uns auch mal außerhalb der Uni, zu einem Abend, bei dem auch einige andere Kommilitonen dabei waren. Der Abend endete damit, dass einer, der sie schon länger kannte, und ich sie nach Hause brachten, weil das auf dem Weg zu unserem Bus lag. Vor ihrer Tür umarmte sie mich zum Abschied. Zum ersten Mal. Einige Zeit später hatte sie Geburtstag, lud mich überraschenderweise dazu ein und machte mir damit eine große Freude. Am entsprechenden Tag kam ich an den vereinbarten Ort, niemand da, wegen des vorherigen Regens verschoben plus noch dazu Handy kaputt. Auf solche Art versetzt zu werden gehört zu den Dingen, mit denen man mich besonders hart treffen kann, was hier dann auch der Fall war, auch wenn ich nicht sagen kann, dass sie oder sonst irgendjemand schuld daran war. Es war einfach Pech. Das verhinderte nicht, dass die Enttäuschung sich für die nächsten Tage bei mir festsetzte, und dann kam sie auch einige Male nicht zum Unterricht, ich sah sie also kaum, alles in allem eine Durchhänger-Phase. Zum Glück endete es nicht auf diesem Akkord. Zuerst traf ich sie und zwei andere Kommilitoninnen zufällig in der Mensa und wurde gebeten, mich dazu zu gesellen. Nicht, dass ich mich viel am Gespräch beiteiligt habe, aber einfach in ihrer Nähe zu sein (und neben ihr sitzend fotografiert zu werden) genügte vollkommen. Dann wagte ich es, sie zu fragen, ob wir gemeinsam die Klausur für den Kurs vorbereiten wollen, für den wir immer die Aufgaben zusammen gemacht hatten. Zuerst nicht, dann aber doch. Besonders schön war, dass sie vorschlug, noch einen zweiten Tag dranzuhängen, weil der erste nicht ganz gereicht hatte.
Zuletzt trafen wir uns bei der entsprechenden Klausur. Einmal im direkten Anschluss vor dem Vorlesungsraum, dann liefen wir uns im Institut noch mal über den Weg. Und dann war sie weg.
So kam diese kurze, aber schöne und intensive Phase nach einem einzigen Semester wieder zu ihrem Ende.



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