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Alles geht immer noch seinen gewohnten Gang und die Zeit vergeht zu langsam. Pakete und Briefe wandern hin und her, am Samstag war der erste Tag, an dem kein Telefonat stattfand.
Das hatte Gründe. Ich war auf einem zweitägigen Ausflug zu einem berühmten Naturschauspiel, organisiert von der Organisation für internationale Studenten. Diese Organisation war allerdings alles andere als international orientiert, und so landete ich in einer Gruppe mit einem halben Dutzend anderer Deutscher. Natürlich ist da kein Zwang dahinter, aber wenn man erstmal so zugeteilt wird und dann noch einen von einem anderen Ausflug kennt, wird das schnell zum Selbstläufter. Man sitzt im Bus zusammen (alte Klassenfahrtsregel: eher macht die Klassenschönheit mit dem Streber rum, dass sich Sitzplätze im Bus verändern), wird abends zusammen in ein Zimmer gesteckt und schon müsste man ziemlich viel Kraft aufwenden, um zu entkommen. Und noch mehr, um irgendwo anders Anschluss zu finden. In den anderen, nach Sprachen organisierten Gruppen. Also verbrachte ich die meiste Zeit mit drei Informatikern. Das Problem war nur, dass das absolut nicht meine Gesellschaft war. Wären es Nerds gewesen, wäre es wohl besser gewesen... aber sie redeten vor allem über Bier und Frauen. Meine Freundin ist wohl der einzige Mensch, zu dem ich sagen kann, dass ich mich in solcher Gesellschaft einsamer fühle als alleine. Und sie ist der einzige Mensch, den ich kenne, der das ohne zu zögern nachvollziehen und bekräftigen wird.
Das war allerdings noch nicht das ganze Problem. Das war nämlich einfach nur deprimierend und beschwor eine ziemlich dunkle Leere herauf. Emotional verwirrend wurde es, als sich aus dem Gesichtermeer ein japanisches Lächeln herauskristallisierte, das mir glauben machen wollte, es sei schon nicht so schlimm. Und zum ersten Mal seit vier Monaten war ich in der Situation, das auch nötig zu haben. Ich konnte nicht verhindern, dass ich sie zu oft anschauen musste und wir am zweiten Tag für zwanzig Minuten miteinander redeten. Ich habe natürlich in den letzten Monaten auch schon mit Mädchen geredet, aber es war mir jedes Mal letztlich auf einer bestimmten Ebene gleichgültig. Hier nicht. Hier hat sich die Bedürftigkeit, die das Fehlen meiner Freundin auslöst, ein äußeres Objekt gesucht.
Das war bisher das einzig irgendwie relevant Erlebnis, von dem ich ihr nicht erzählt habe. Nicht, dass irgendetwas passiert ist, aber wahrscheinlich war ich etwas schockiert, mit welcher Intensität mich das angesprungen hat. In etwa die Intensität, mit der ich sie vermisse. Denke ich.
Hm.

Ich habe meinen Rückflugtermin. Nach einigen Tagen in Korea werde ich mich am 21. Januar auf den Heimweg machen.
16.10.13 15:25
 


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