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Zuckerguss

Seit Donnerstagabend habe ich quasi bei ihr gewohnt. Sie war es, die sich getraut hat, meine Hand zu nehmen. Seitdem laufen wir in dieser Haltung durch die Welt. Ich bin übergelaufen und es ist eine ganz andere Perspektive. Eine viel schönere. Samstagabend war Feuerwerk, wir sind hin. Wie treffend. Heute war schönes Wetter, wir sind in den Park und lagen auf der Wiese.
Freitagnachmittag war ich mehr so alibimäßig in der Bibliothek zum arbeiten, nachdem ich zu Hause ein paar Sachen geholt hatte. Samstagnachmittag war es nicht so alibimäßig und länger. Zum Abschied gab sie mir davor einen Kuss, den ich noch stundenlang auf meinen Lippen spürte.
Unsere Gespräche schwanken zwischen albern und philosophisch. Aber immer ist es unkompliziert. Auch wenn es bisher meistens sie war, die als Stichwortgeberin fungierte. Sie hatte schon am Freitag Angst, dass mein Gehirn nur noch Matsch ist. Sie mag Recht haben, ich habe da aber wenig Angst davor.
Sie ist offenbar genauso verschmust wie ich. Ich hoffe, dass ich den einen Moment niemals vergesse, als sie in meinen Armen lag und mich so glücklich anstrahlte, wie ich mich fühlte.

Ich war der Welt sozusagen abhanden gekommen.

Glück ist ein sehr schweigsamer Zeitgenosse.
2.6.13 23:28


Dreamy haze

Am Freitag kam der endgültige Bescheid, dass die Sache mit dem Auslandssemester in trockenen Tüchern ist. Von allen Tagen, an denen ich es erfahren konnte, musste es ausgerechnet der Freitag sein.
Um den Kontrast in meinem Leben aufrecht zu erhalten, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich seit ein, zwei Wochen mit meinem Kumpelcousin abends öfters mal eine Stunde oder zwei World of Warcraft auf einem nicht zahlungspflichtigen Server spiele. Damit haben wir ein 10 Jahre altes Spiel (Command&Conquer) gegen ein unbedeutend jüngeres ausgetauscht, aber es ist immerhin was Anderes. Auch wenn ich mehr ahne, warum Leute damit ihr Leben verschwenden, als dass ich es selbst merke. Ebenfalls: Ausgerechnet jetzt fange ich damit an.

Gestern schien keiner von uns so richtig zu wissen, wie mit der Situation umzugehen ist, dass wir uns (nicht ganz zufällig...) über den Weg laufen und Leute dabei sind, die wir kennen. Es war bedeutend unkomplizierter, als sie abends zu mir kam. Manchmal ist es fast beängstigend, wie gut wir reden können. Auch darüber. Und noch persönlichere Themen.
Leider sehe ich sie jetzt einige Tage nicht, weil ich auch am Wochenende zu Hause sein muss, aber das hat immerhin den Vorteil, dass sich einige der vielen neuen Eindrücke mal setzen können. Und dass ich mich wieder auf sie freuen kann. Während ich mich gleichzeitig noch über sie freuen kann.
5.6.13 20:57


黒い潮

Es gäbe so viel zu erzählen, und gleichzeitig ist so wenig wirklich wichtig.
Manchmal, wenn die Ebbe endet, kommt die schwarze Flut zurück. Aber ich falle dann nicht tiefer als in ihre Arme.
Mit Ausnahme des Sonntags war ich seit letztem Donnerstag jeden Tag von morgens bis abends unterwegs, also musste ich heute Abend darauf verzichten, noch mit ihr was essen zu gehen. So leid es mir tut, es war einfach mal notwendig, der Druck ist derzeit von allen Seiten groß. Zumal ich gestern bei ihr war und morgen bei ihr sein werde.
10.6.13 21:42


Geahnt habe ich schon immer, dass ich kitschig bin. Jetzt weiss ich es. Solange das allerdings größtenteils zu Auswüchsen führt, bei denen ich sie am Bahnhof abhole, ist das in Ordnung.
Als ich am Sonntagabend zu ihr kam (die Treppe bin ich gelaufen), was das Ende von etwa 48 Stunden Trennung war, legte ich meine Sachen ab und wollte gerade die Schuhe ausziehen, als sie mir in die Arme fiel. Und dort eine kleine Ewigkeit blieb. Ich hingegen tue mir noch schwer damit, meine Wünsche so aktiv zu äußern. Obwohl das in der kurzen Zeit schon besser geworden ist, reagiere ich mehr als das ich agiere, weil ich mir unsicher bin, was angebracht ist und was nicht.
Sie zeigt mir so viel. Vor allem zeigt sie mir ein Leben, von dem ich vor einem Monat noch gedacht hätte, dass es so überhaupt nicht möglich sein kann. Für niemanden, und für mich erst recht nicht. Jetzt scheint es, als wären alle Grenzsteine verschoben und kaum etwas noch an seinem angestammten Platz.
12.6.13 23:22


Früher dachte ich immer, es könne doch gar nicht so schlimm sein, jemanden zu vermissen, wenn man weiss, dass man ihn bald wiedersehen wird. (Weil ich Leute vermisst habe, die bestenfalls an mir vorbeigeschwebt sind.) Wie man sich täuschen kann.
Weil meine Mutter sich freigenommen hat, bin ich seit Donnerstagabend zu Hause und seitdem jeden Tag um 6 aufgestanden. Seitdem fehlt sie mir, obwohl wir uns am Donnerstag natürlich noch gesehen haben. Dieses "natürlich" gehört eigentlich doppelt und dreifach unterstrichen. Offenbar liegt ihr das auch am Herzen. Bei mir weiss ich sicher, dass ich die Trennungsphasen möglichst kurz halten muss, weil es sonst schnell unangenehm wird. Sie fehlt mir so. Dass wir gestern Abend noch etwas gechattet haben, war Balsam, aber jetzt sind es immer noch mindestens vier Stunden, bis ich sie sehe.
Aber dafür bleibe ich nächste Woche länger bei ihr.
16.6.13 15:38


Nichts fühlte sich je natürlicher an, als nach zwei Wochen zu ihr zu ziehen. Ich habe einen Schlüssel. Ich habe auch noch meine Wohnung, aber da bin ich heute und morgen und dann erst mal wieder nicht mehr.
Dass ich überhaupt hier bin liegt vor allem daran, dass ich nach dem vorletzten Wochenende auch nicht bedeutend mehr Schlaf bekommen habe. Dass wir auch nicht bedeutend mehr Schlaf bekommen haben. Realität versus Beziehung. Das Leben drumherum geht derweil munter weiter, meistens derart, dass wir vor 9 zusammen zur Uni gehen und ich abends gegen 7 zurückkomme. Fauler ist sie auch nicht. Das schlaucht etwas.
Ich bin aber, abgesehen davon, so glücklich wie noch nie. Leute, die anderen Leuten erzählen, dass man alleine glücklich werden müsse und sich dabei nicht auf andere Leute stützen solle, haben wohl nur miserable Suchkriterien. Gestern Abend sind wir mehrere hundert Meter wortwörtlich durch die Gegend gehüpft und wurden schräg angeschaut (und angehupt). Ich habe mich noch nie so wenig meiner selbst geschämt. Es ist nicht nur eine oberflächliche Veränderung, die hier stattfindet. Sie geht tiefer. Alleine das Wissen, jemandem wichtig zu sein, macht so viel aus. Ich laufe zwar nicht rund um die Uhr strahlend durch die Gegend, aber es sind so harmlose Tiefs (im Vergleich zu früher), dass es fast kaum die Erwähnung wert ist.
Wirklich negativ ist derzeit nur, dass die Ferien näher rücken, in denen ich zu Hause arbeiten muss, und dass nach den Ferien mein halbes Jahr Auslandsaufenthalt kommt. Sie sagt immer, sie sei danach doch noch da, um mich zu beruhigen, aber dann frage ich mich, was nach dem Abschluss passiert, bis zu dem es auch nicht mehr so lange hin ist.
Ich will sie sehr sehr lange an meiner Seite haben, und nicht nur für eine begrenzte Zeit...
24.6.13 23:35


Division ohne Rest

Inzwischen ist aus dem Auslandssemester etwas sehr Konkretes (und damit Bedrohliches) geworden. Ich habe die Flugtickets gekauft und angefangen, einen Zwischenmieter für meine Wohnung zu suchen. Beides in ihrer Wohnung sitzend, um die Ironie auszukosten. Mit ihr die fünf Monate Trennung zu planen.
Inzwischen wissen meine Eltern, der Typ und der Kumpelcousin von ihr. Eine Anzahl von Leuten hat uns um das Institut herum gesehen. Da ich ansonsten fast nur Leute aus dem Institut kenne, weiss also jetzt so ziemlich jeder, der meinen Namen kennt, Bescheid.
Gestern waren es vier Wochen, dass sie meine Hand genommen hat. Für mich verging die Zeit wie im Flug, für sie offenbar auch. Das einzige, was bisher an Lack ab ist, ist, dass ich langsam anfange, sie mit Schlafentzug gleichzusetzen. Es klappt einfach nicht. Gestern bin ich mitten in der Nacht einfach aufgewacht und konnte ziemlich lange nicht einschlafen. Dabei haben wir es schon gut gemeint und sind früh ins Bett... Ohne das Schlafdefizit würde es, da bin ich mir ziemlich sicher, ohne Rest aufgehen.
Das würde sich dann in jedem Fall übermorgen zeigen, weil ich zu Hause bin und am Sonntag ausschlafen kann. Morgen nicht, da muss ich um 7 aufstehen und bei einem Umzug helfen.
28.6.13 22:36





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