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Die eine Hausarbeit habe ich abgegeben, die andere angefangen. Es war gestern Abend noch eine ganz schöne Qual, mir den letzten Absatz aus den Fingern zu ziehen, aber irgendwie hatte ich dann doch noch die paar Zeilen geschrieben, die das ganze etwas abrundeten. Heute Nachmittag ging es ganz gut von der Hand. Manchmal ist es zu Beginn irreführend leicht, die Seiten zu füllen, und dann bricht es ein. Ich muss mir die Kapitel, die ich für die Rezension zusammenfassen will, noch mal genauer durchlesen, das wird mich auch erst mal ausbremsen.
Gestern fehlte leider ein Drittel des Lego-Triumvirates, deswegen fiel es ins Wasser. Kartenspielen auch. Aber auf zwei verschiedenen Sendern liefen zwei aufeinanderfolgende Teile Harry Potter direkt nacheinander, also hingen alle im Wohnzimmer rum und schauten sich das an. Hatte auch was.
Und hier noch ein schönes Zitat aus "Generation X": "Mid-twenties breakdown: Eine Periode geistigen Kollapses im Alter zwischen zwanzig und dreißig, oftmals ausgelöst durch die Unfähigkeit, außerhalb der Uni oder einer durchstrukturierten Umgebung zu funktionieren, gekoppelt an die Erkenntnis des wesentlichen Alleinseins in der Welt."

Ein bisschen habe ich mir gewünscht, dass das Mädchen heute Abend nicht nur nach der Bedienung des Scanners gefragt hätte. Oder dass sich unsere Hände kurz in der Nähe irgendeiner Taste berührt hätten.
2.4.13 22:34


Da die Sache so lange gären konnte, habe ich jetzt in drei Tagen 11 Seiten Rezension geschrieben. 10-12 ist die Vorgabe.
In einer schönen Welt wäre das ein Erfolgserlebnis.
Ich habe bisher allerdings keine Ahnung, wie ich die ebenfalls noch anstehende Übersetzung annotieren soll. Ich hab zwar schon eine Rohfassung stehen, aber im Gegensatz zum letzten Mal denke ich nirgends: "Das weiß ich daher, also schreibe ich das hin." Weil ich mir dieses Mal alles mehr oder weniger selbst zusammengereimt habe. Aber in der Woche, die mir dafür bleibt, sollte mir wohl an irgendeinem Punkt etwas einfallen.
Und dann darf ich wieder mit dem Kopf voran ins Semester fallen. Aus den nicht vorhanden Ferien heraus. Ich befürchte aber, dass das nicht der ausschlaggebende Grund für meine derzeitige Stimmung ist. Es könnte eher noch daran, dass Donnerstag ist und es Donnerstags immer schwierig zu ertragen ist. Aber ich befürchte, dass es morgen höchstens unbedeutend besser wird. Ich werde das Gefühl nicht los, immer und immer tiefer in die undurchdringliche Einsamkeit zu rutschen...
Ich würde gerne mal die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis, dass HKP mir schreibt, dass sie an Tag X zurückkommt und wir uns am Tag X+1 unbedingt sehen müssen, in Prozent Promille ausgerechnet bekommen.
4.4.13 23:59


Das Problem war tatsächlich nicht der Donnerstag.
Weil ich mich gestern immer noch vollkommen fertig gefühlt habe, habe ich nur mit angezogener Handbremse gearbeitet. Heute ebenso. Allerdings scheint das auch genügt zu haben, weil ich nicht glaube, dass noch so viel an den beiden Sachen fehlt. Das heißt, wenn ich mich ranhalte, habe ich noch ein paar freie Tage, von denen meine Eltern nichts wissen, die sie mir also nicht vermiesen können. Es sei denn, ich lasse es, wie so oft, schleifen, mache jeden Tag ein bisschen und habe dann gar keine richtige Pause, in der ich nicht mal was machen müsste.
Und dann kommt das Semester zurück. Offenbar bin ich zum Workaholic geworden, weil ich mich fast schon darauf freue, mich dann wieder mit Arbeit, zu der ich mich nicht mal wirklich selbst zwingen muss, von der Sinnlosigkeit abzulenken. Ich wollte das nie, aber ich hatte wohl auch nie genug Kraft, mich dagegen zu wehren. Naja, besser als Drogen.
Außerdem spült das gewisse Leute wieder in die Stadt zurück. Meine Quartalszahlen für soziale Aktivitäten sind für alle Aktionäre der reine Horror. Ob sich das allerdings dann ändert, ist ziemlich fraglich. Ich hatte nämlich auch nicht allzu viel Lust, die wenigen verbliebenen Möglichkeiten auszunutzen. "Aber wenn HKP wiederkommt..." In meinem Kopf schlägt dieser Gedanke ziemlich wilde Kapriolen ("Kapriole" ist eine interessante Eselsbrücke für das englische "caprice", das mir heute mal wieder über den Weg gelaufen ist.). Leider ist alles, was dabei herauskommt, ziemlich unwahrscheinlich. So wäre es zum Beispiel ein ziemlich Bruch mit ihrer zurückhaltenden Art, würde sie mich aus Freude über das Wiedersehen umarmen. Wobei das mit der Freude schon sehr hoch gepokert ist.
Aber sie war, ist und bleibt fürs erste alles, was ich noch habe. Ein sehr schwaches "haben" ist das allerdings.
David Hume zählt nicht, obwohl ich mich mit dem wohl auch gut verstehen werde, weil er sehr durchdacht schreibt. Counter Strike zählt nur halb, obwohl es da heute erschreckend gut lief. Für 15 Minuten oder so. Danach war wieder Magnethelm angesagt.
6.4.13 23:10


Die Frage nach meinem Befinden führt derzeit ins Leere. Außer dem dumpfen Schmerz und einem beständigen leichten Unwohlsein, das meiner Vorstellung von Seekrankheit sehr nahe kommt, fühle ich nur Leere. Wie ein weißes Blatt Papier, das zwischen dicken Büchern eingeklemmt auf einem wackligen Tisch liegt. Der Höhepunkt an Aufregung für diese beiden Wochen wird wohl der Moment heute gewesen sein, als ich auf offener Straße die Sanfheit in Person durch die Gegend schlendern sah. Vielleicht wird das im nächsten Semester genauso: Die Frage, ob sie mir zufällig im Institut über den Weg läuft, ist dann das einzige, das etwas Spannung in den Tag bringt.
Das wäre die Person, die ich aus der Ferne anhimmeln kann, ohne ihren Namen zu kennen. Womit eine wichtige Leerstelle besetzt wäre.
Irgendjemanden zu haben, der mich festhält, damit ich nicht abrutsche, wäre aber auch schon wieder viel zu viel verlangt.
8.4.13 23:48


Kargheit

Mir nichts, dir nichts ziehen die Tage vorbei. Ich stehe jetzt etwas später auf und gehe etwas früher nach Hause als zu den Hochzeiten, aber das bleibt fast ohne Effekt. Gestern hat der Dozent über meine bisherigen Ergebnisse für die Rezension geschaut und ein paar kleine Änderungsvorschläge gemacht. Nach dem offiziellen Teil hat mich seine amerikanische Freundlichkeit, die mir wohl viel zu verbindlich und zu wenig distanziert erscheint, beinahe erschlagen. Seitdem habe ich eigentlich nur diese Vorschläge umgesetzt, ein paar kleine Sachen an der Übersetzung gemacht (wenn es sein müsste, könnte ich beides auf der Stelle einreichen...) und Hume gelesen. Bei dem knirscht es gerade gewaltig im Gebälk, weil er eben noch zwingende Ursachen leugnet und dann plötzlich mit Determinismus um die Ecke kommt. Jetzt will ich wissen, was Leute dazu zu sagen haben, die das nicht gerade zum ersten Mal gelesen haben. Außerdem setzt die Kerl die unmöglichsten Kommata und führt mich immer in die Irre: Wenn ich gerade zustimmend nicken will, sagt er, dass das natürlich alles Quatsch sei. Trotzdem ein sehr interessantes Buch.

Es kann nicht mehr lange dauern bis HKP wieder zurückkommt, und das löst komplizierte Gefühle bei mir aus. Wenn ich ihr Bild vor Augen habe, geistig oder real, löst das den Drang aus, ihr um den Hals zu fallen, sobald ich sie sehe. Melodramatischer und weniger unwahrscheinlich ist, dass irgendetwas in meiner Magengrube zerbricht, wenn sie tatsächlich vor mir steht. Womöglich die Hoffnung, dass sie meine Gefühle plötzlich erwidert, oder die standfeste Abwehr gegen die Erkenntnis, dass sie meine Gefühle nicht erwidert.
Ich habe den Eindruck, die ganzen Ferien lang nur über diese Frage nachgedacht und das alle zwei Wochen hier schriftlich verarbeitet zu haben.
Diesen dünnen Seidenfaden, der mich noch an die Welt da draußen bindet.
10.4.13 23:51


Schaulustiger

Ganz zum Schluss hat Hume noch ein paar sehr merkwürdige Sachen aus dem Hut gezogen. Irgendetwas an dem, was er in der Mitte des Buches noch behauptet hat, war plötzlich gefährlich und übertriebener Skeptizismus. Ich glaube, bin mir aber nicht sicher, dass es etwas mit einer Unterscheidung zwischen praktischem Handeln und abstrakten Denken zu tun hat. Auch wenn das eine mögliche Art ist, ein Gedankengebäude zu bauen: architektonisch schön ist das nicht. Also bleibe ich bis auf weiteres überzeugter Schopenhauerianer.
Ich meine mich zu erinnern, irgendwann mal von einer Studie gelesen zu haben, die festgestellt hat, dass das Betrachten von zum Beispiel schönen Mädchen schmerzlindernde Wirkungen hat. Und selbst wenn ich mich da falsch erinnere und ich nie soetwas gelesen habe, stimmt das. Und da ich ein zuvorkommender, freundlicher Gaffer/Stalker bin, habe ich ihr, nachdem ich sie wohl fast den ganzen Sportkurs lang möglichst verdeckt angestarrt habe (wie erfolgreich das wohl war...), beim allgemeinen Abbauen mit der Matte geholfen, die sie angeschleppt hat. Aber nur und wirklich nur, weil diese Handlung in dem Maße von der Situation gefordert war, dass nicht viel Initiative meinerseits auffallen konnte. Ich bin mir nicht sicher, ob es für ein verschüchtertes Lächeln gereicht hat. Wahrscheinlich habe ich einfach nur leicht den Kopf gehoben, anstatt stur auf den Boden zu starren. Ich alter Charmebolzen. Mit der Betonung auf "Bolzen".
Heute habe ich die letzten beiden Hausaufgaben abgegeben. Insgesamt habe ich in den Ferien ca. 45 Uniseiten geschrieben (Uniseiten enthalten weniger Inhalt als gewöhnliche Seiten.) Und am Mittwoch geht das Semester los. Damit bleiben mir, nachdem ich die letzten Tage schon nur wenig gemacht habe, noch vier Tage ohne jedwede Verpflichtung. Gut, ich bin dieses Wochenende zu Hause, muss morgen in den Wald und abends in den Stall, aber trotzdem.
Außerdem liefen mir heute das Mittwochsmädchen und ihr neuer Amélie-Haarschnitt über den Weg. Sie ist die Schnittmenge zwischen Personen, die noch da sind, und Personen, die mich interessieren. Nur war es das dritte Mal in den 2 Monaten, dass das passiert ist.
12.4.13 22:25


Wehret den Anfängen, Teil 23

Inzwischen steht der Semesterbeginn unmittelbar vor der Tür, HKP dürfte also wieder da sein. Zumal das Anschwellen ihrer Aktivität auf dem sozialen Netzwerk das nahe legt. Also kann ich jetzt damit anfangen, mich endgültig mit der Realität abzufinden und mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass zwischen uns ein für mich alleine unüberbrückbarer Graben liegt. Irgendwie tangieren mich solche Erkenntnisse während der Ferien immer nur peripher. Eigentlich sind es in den Ferien noch gar keine Erkenntnisse, sondern unwahrscheinliche Unglücksfälle, die ich kommen sehe, aber eiskalt ignoriere.
Bevor heute schon die heute-Nachrichten das Ende der "Kälte und Dunkelheit" verkünden konnten, wenn auch nur in Bezug auf das Wetter, habe ich die "Dunkelheit und Kälte" von kurz unterm Bildschirmrand zu den Akten gelegt. Nicht, dass sie weg wären. Jetzt also, trotzdem, Doppelkopf.
"2001" scheint einer dieser seltenen Fälle zu sein, wo der Film besser ist als das Buch. "Fear and Loathing" ist beispielsweise auch so einer.

Semesterbeginn heißt meistens aber auch, dass alles einfach so noch schlimmer wird. Schon ohne Grund. Ich finde es gar nicht gut, wo dieser Gedanke hinführt.
14.4.13 22:32


Die letzten beiden Tage hatte ich im großen und ganzen vollständig frei, was dazu führte, dass ich im Grunde zwischen drei verschiedenen Bibliotheken oszillierte. Der äußere Widerstand nimmt immer weiter ab und ich komme mir immer mehr wie ein Geist vor, den nichts mehr an diese Welt bindet. Nichts in Reichweite, was mich wirklich und mehr als nur oberflächlich interessieren könnte.
Gerade so außer Reichweite ist wohl das Mittwochsmädchen, in dessen Nähe ich heute bei der Semestervorbesprechung saß. Sie zeigte sich sogar interessiert und stellte mir eine Frage, aber bevor ein Gespräch entstehen konnte, kam irgendetwas dazwischen, ich weiß nicht mehr was. Wahrscheinlich andere Leute, die auch redeten. Nicht, dass ich eine Ahnung hätte, wie das gehen soll, aber ich würde den Graben zwischen uns gerne ein wenig kleiner machen. Sie nach ihren Ferien zu fragen wäre mal ein Anfang...
Nach langwierigem, aber alles andere als intensivem, Suchen habe ich mit Yu Dafu endlich einen chinesischen Schriftsteller gefunden, den ich freiwillig lesen würde, weil er über wirklich wichtige Dinge schreibt. Zum Beispiel wie die Sonne durch das Blätterdach fällt oder wie ein zwölfjähriger Junge Angst vor einem gleichaltrigen Mädchen hat und sich versteckt, obwohl er lieber zu ihr gehen würde. Aktuell trage ich das Buch also immer bei mir. Ich verstehe mehr als bei, sagen wir, "Ulysses". Und wohl auch mehr als in der Mittelstufe bei den englischen Kurzgeschichten. Will sagen, es geht ohne Wörterbuch ganz gut. Irgendwie habe ich jetzt die fixe Idee, etwas von ihm zu übersetzen. Vielleicht habe ich ja mal die Muse dafür.

Obwohl ich viel geschlafen habe, bin ich trotzdem noch fertig.
16.4.13 22:37


Immer, wenn mich monatelang bis auf minimalste Ausnahmen wirklich absolut niemand berührt, kommt irgendwann dieses Gefühl der vollständigen Abkapselung auf. Ich bin alleine auf der Welt, oder auch: Eigentlich existiere ich gar nicht. Ein Begleiteffekt ist, dass ich mich wie innerlich abgestorben fühle. Dann sind kaum noch emotionale Regungen vorhanden. Derzeit steht wieder eine solche Phase in voller Blüte.
Man merkt, welche Kräfte notwendig wären, die Eisschicht aufzubrechen, wenn man sich meine erste Reaktion auf den Geburtstag der Freundin des Bekannten ansieht, der im sozialen Netzwerk beworben wurde: "Hoffentlich werde ich nicht eingeladen." Und dieser Bekannte war der einzige, mit dem ich in den Ferien mal was unternommen habe. Da die Feier morgen stattfindet und ich bisher nichts gehört habe, muss ich mir darum wohl keine Sorgen machen. Auf den weitaus größten Teil der Menschheit habe ich dieser Tage einfach gar keine Lust. Sollte es allerdings so weit kommen, dass ich am Wochenende mal wieder meinen Kumpelcousin besuchen fahre, wird das vor allem deswegen halbwegs erträglich sein, weil ich mich beim Zocken einfach hinter dem Bildschirm verstecken kann. Aber da ich den Vorschlag schon vor mehr als einer Woche gemacht habe...
Die andere Sache war heute Abend im Sport. Die Sportbekanntschaft war nach langer Abstinenz wieder da, und in der Pause setzte ich mich zum Luft holen in ihre Nähe. Es könnte trotzdem ausschlaggebend gewesen sein, dass da einfach Sitzplätze waren. Auf jeden Fall sah sie mich, setzte sich neben mich und wir redeten kurz. Was auch nicht in einem dieser von mir verursachten kommunikativen Auffahrunfällen endete. Wir redeten wirklich nur kurz, weil dann die Pause vorbei war, aber das stärkste Gefühl danach war, dass das immerhin ein Anfang war und dass ich es vielleicht hätte genießen können, hätte sie mir eine halbe Stunde Zeit gelassen, mich an ihre Präsenz zu gewöhnen.
So ein bisschen Zuneigung oder zumindest grundsätzliches Interesse, mehr brauche ich doch nicht...

Die ersten Kurse rollen langsam an. Da wäre der Kurs zu Gedichten beim missmutigen Dozenten, bei dem genau die zwei anderen Nasen teilnehmen, die ich hätte erwarten sollen: Streber I und II. (Macht mich das zu III?) Also 3 Leute. In der 4. Ausgabe von Koreanisch sind wir zu zweit. In einem Sprachkurs, den ich schon vollkommen überlaufen vor meinem geistigen Auge sah, sind 7 Studenten. Das wird was.
Morgen streikt der Nahverkehr, also werde ich einen entspannten, einstündigen Spaziergang zur Uni machen, um ein paar Sachen für Kurse zu lesen. Denn Freitags habe ich dieses Semester keine Kurse, was gefährlich ist, weil ich dazu neige, dann den ganzen Tag im Bett zu liegen.
18.4.13 23:55


Dünnes Eis

Da HKP sich die ganze Woche nicht gemeldet hatte, habe ich ihr am Donnerstagabend geschrieben und gefragt, ob sie wieder sei. War sie. Sie sei ja sicher sehr beschäftigt wegen der anstehenden Abschlussarbeit, meinte ich dann, aber ob sie wohl trotzdem Zeit dafür hätte, mit den Sprachtandemtreffen (Ich habe das so betont. Aus gutem Grund.) weiterzumachen. Derzeit nicht, antwortete sie.
Dieser Austausch zog sich über fast zwei Tage hin, weil ich so lange für die Antwort benötigte. Ich hatte schon während dieser Zeit, bevor sie die Sache so beendete, ein schwer zu beschreibendes Gefühl, als würde ich in einen riesigen, dunklen Raum hineinrufen, wohlwissend, dass mir nur ein eisiger Wind entgegenschlagen würde. Und gleichzeitig war da dieser winzige Funken Hoffnung, der sich konsequent der Realität verweigert. Der hat jetzt auch den Feuerlöscher zu spüren bekommen. Die volle Dröhnung. Wir haben uns monatelang nicht gesehen und hatten so gut wie gar keinen Kontakt, in den letzten 10 oder so Wochen einschränkungsfrei gar keinen, und allzu sehr kann ich ihr während dieser langen Zeit offenbar nicht gefehlt haben.
Wie sehr sie mir gefehlt hat, lässt sich nicht in Worte fassen.
Ich kann die Dunkelheit, die sich von hinten an mich heranschleicht, fast schon sehen, so dicht ist sie.



Das mit dem Streik war so eine Sache. Während meines morgendlichen Fußmarsches fuhren zwei Busse an mir vorbei, allerdings so, dass keine Chance bestand, sie noch irgendwie zu erwischen. Das war nicht so tragisch. Ein Hoch auf "Subunternehmen". Wegen denen war mein Vorort noch wunderbar versorgt. Das nutzte ich erst für die Heimfahrt und dann, nur etwas mehr als eine Stunde später, für eine Fahrt zum Bahnhof, um die sich kurzfristig ergebende Möglichkeit wahrzunehmen, meinen Kumpelcousin zu besuchen. Gestern Abend scheiterten wir beide an allen versuchten Spielen kläglich und kassierten eine Niederlage nach der anderen. Also gingen wir schon vor 1 ins Bett. Wir waren, glaube ich, beide ziemlich fertig. Heute Nachmittag lief es dann etwas besser. Und seit ich aufgehört habe, in allem Planungsfetischist zu sein, bin ich gefährlich sorglos geworden, was dazu führte, dass ich ziemlich genau eine Minute vor Abfahrt meines Zuges zurück einstieg.
20.4.13 23:18


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