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Endstation

Pünktlich zum Semesterende kollabiert alles, an was ich mich die letzten Monate geklammert habe.
Als ich am späten Nachmittag aus der Institutsbibliothek nach Hause kam, wo ich fast alleine herumsaß, fand ich einen Brief im Briefkasten vor. Er war zu dick für eine Absage, das war eine erste Beruhigung. Aber als ich ihn dann öffnete und überflog, war es nicht mehr so toll: Mir wurde ein Semester in Taiwan zugestanden. Ein Semester, wo ich doch zwei wollte. Taiwan, wo ich, vor allem in den letzten Wochen, doch unbedingt nach Hongkong wollte. Was nicht heißt, dass es schlecht werden wird, ich werde sicher auch an dem Ort eine erträgliche Zeit haben. Allerdings ist die kurze Zeitspanne ein echtes Problem, nach 4-5 Monaten habe ich mich gerade mal an alles gewöhnt. Die Klatsche kam also an. Wie immer in solchen Situation flüchte ich mich in überheblichen Hass allen anderen gegenüber, um die narzisstische Kränkung zu ertragen. Und sowieso kann nicht einer von denen Kantonesisch.
Irgendeinem irrationalen Impuls nachgebend habe ich mir vorgenommen, deswegen noch mal nachzufragen, ganz vorsichtig, weil ich mich wirklich nicht daran erinnere, dass explizit gefragt wurde, wie lange ich weg will, und für mich war das so selbstverständlich, dass es ein Jahr sein soll, dass ich es gar nicht erwähnt habe.
Bis ich dass nicht geklärt habe, wird keiner davon erfahren.
So viel bleibt also von dem erhofften Ausweg übrig.

HKP meinte bedeutungsschwanger, sie müsse mit mir über die Sache reden. Das haben wir heute Abend getan. Über sehr unpersönliche Kommunikationsmittel, aber ich habe ja sowieso keine sehr hohen Ansprüche an irgendwas im Allgemeinen und das Leben im Speziellen. Weil die meisten das wahrscheinlich schon wieder verdrängt haben, sei es hier besonders erwähnt: Wenn man es zum ersten Mal hört, ist die Leier, dass man einen zwar nett findet, gerade aber einfach keine Beziehung will, noch beinahe tröstend. Risse bekam die Sache erst gegen Ende mit dem Satz, der auf Deutsch hoffentlich härter klingt, als er auf Chinesisch gemeint war: "Gut, dann reden wir da jetzt nie wieder drüber." Fürs erste kein Problem, sie fliegt am Donnerstag über die Ferien nach Hause und vorher sehen wir uns nicht mehr.
So viel bleibt also von der erhofften Stabilisierung übrig.
Aber ich bin froh, dass sie so anständig war, auf diese Weise einen Schlusstrich zu ziehen.

Der andere Gitarrist hat sich seit inzwischen einem Monat nicht gemeldet, obwohl ich ihn irgendwann letzte Woche noch mal angeschrieben hatte. Könnte sein, dass er wirklich beschäftigt ist, aber dass wir uns in nunmehr zwei Monate ein einziges Mal treffen, spricht auch irgendwie für sich. Vielleicht frage ich für die Semesterferien mal den anderen, der sich gemeldet hatte, der könnte ja noch Interesse haben.
Bei der Sache bin ich also genau so weit wie am Anfang.

Am Montag ist meine erste Konferenz bei der Arbeit, und inzwischen habe ich auch Zugriff auf die EDV-Sachen, kann also die eingescannten Texte mal hochladen und bin damit endlich vollständig angekommen. Ab März soll mein Vertrag dann wie geplant ausgeweitet werden, ab da kommen vielleicht auch etwas größere Sachen dazu, die über Laufburschenarbeit hinausgehen. Nicht, dass Laufburschenarbeit so schlimm wäre, momentan habe ich sowieso keine Zeit für mehr als das.
Immerhin das kommt voran.

Erkennt man ein Muster? Ich wäre so gerne von anderen Menschen und ihren Launen unabhängig... Und alles, was irgendeine Anstrengung meinerseits beinhaltete, scheiterte mehr oder weniger kläglich.

Gestern war ein symbolischer Abend für mein soziales Netz. Mit dem Bekannten, der im Gegensatz zu den meisten Anderen noch hier ist, wollte ich etwas unternehmen, wozu er noch andere Leute einladen wollte, mit denen ich recht wenig zu tun habe. Es kam keiner, also gingen wir zu zweit Billard spielen. Wir aßen vorher ausgiebig und setzten uns danach noch an die Bar. Das war immer noch zu spät, weil unser Billardspiel wirklich Not gegen Elend war. Vor allem meins. Nachdem wir die Aufwärmphase überstanden hatten, verlief das Gespräch aber um einiges besser als das Spielen. Vernünftigerweise gingen wir auch nach Hause, als alles gesagt war (obwohl am Ende doch wieder viele offene Fäden hängen blieben).
In den fünf Stunden in der Bibliothek habe ich ein Buch gefunden, das meine Präsentation am Donnerstag tragen wird und festgestellt, dass die Klausur am Dienstag sicher nicht allzu schwierig wird. Wenigstens das. Aber überhaupt: ich sitze jeden Tag den ganzen Tag in der Bibliothek. Das empfinde ich als eine Form von Aufgeben, die besagt, dass ich nichts Besseres zu tun habe. Irgendwie habe ich das Gefühl, auch sonst diesem Menschenschlag immer ähnlicher zu werden.
Man rutscht eben irgendwann unweigerlich in die äußeren Verhältnisse, die dem inneren Zustand am ehesten entsprechen.
3.2.13 01:18


Das Gespräch von gestern gibt mir zu denken, war es doch eine dieser ganz seltenen Gelegenheiten, wo ich den größten Teil meiner Gefühle mal nicht verstecken musste. Sehr zum Leidwesen von HKP, wie mir im Nachhinein einfiel: Während sie mir zu erklären versucht, warum eine Beziehung gerade nicht drin ist, sage ich offen und bündig, warum ich das alles überhaupt angestoßen habe. Unabhängig davon hat mir das aber deutlich gezeigt, wie es sein könnte.
Man könnte ohne viel Übertreibung sagen, dass ich in dieser Zurückweisung näher an einem anderen Menschen war als in allen Situationen vorher.
Das kann ich mir aber andererseits in vielen anderen Situationen nicht erlauben, weil es da nicht das verbliebene bisschen Edelmetall wäre, das zum Vorschein käme, sondern der ganze toxische Schlamm. Und das akzentuiert gleichzeitig schon wieder, wie sehr ich sie gebraucht hätte.
Trotz alldem dominiert gerade das Gefühl einer vollkommenen Leere und Freiheit, die man nur ganz unten hat: ich habe schlicht nichts mehr zu verlieren.

Morgen erzähle ich fünf Minuten auf Japanisch von meiner Zeit in Taiwan und wie mir der schüchterne Japaner seine Sprache beigebracht hat. Ich habe den ersten Entwurf etwas abgeändert, das heißt normalerweise, dass ich mir Gedanken gemacht habe, also kann das nicht so schlecht werden, und für die Fragen, die ich danach noch beantworten soll, stottere ich mir irgendwas zusammen, damit ist das dann abgehakt.
Die Klausur am Dienstag wird vermutlich wie eine dieser Klausuren am Anfang des Studiums, und wie damals werde ich beim kunsthistorischen Teil völlig versagen, während der Rest so mittelmäßig-brauchbar wird. Damit ist das also auch kein schwerwiegerenderes Problem mehr.
Bis auf den Vortrag am Donnerstag steht sonst nicht viel an diese Woche, damit rücken die Ferien näher.
Dem Kumpelcousin ist ein neues Spiel eingefallen, der andere Bekannte hat es runtergeladen und auf den FTP-Server gepackt (Nerds...), und ich ziehe es gerade. Diese Zahlenkolonnen sind viel besser als Waschmaschinen, denen könnte ich stundenlang zuschauen.
3.2.13 22:30


Fertigkeit

Warum ist alles so furchtbar unerträglich?

Ich habe alte Einträge aus dem Herbst und Winter 2008 abgespeichert, und jetzt frage ich mich: Warum war schon immer alles so furchtbar unerträglich?
4.2.13 23:19


Schon gestern kam eine Antwort auf die Stipendienfrage, in der es hieß, dass jüngere Studenten Priorität bekommen hätten, weil sie davon mehr profitieren könnten. Das ist tasächlich mehr als legitim, nur ich hatte nicht erwartet, dass diese Leute auch so denken könnten, dass ich ja doch eher am Ende des Studiums stehe und fertig werden sollte etc. Außerdem wurde mein Glaube an die Gerechtigkeit wiederhergestellt, als ich mitbekam, wer leer ausging. Vielleicht war das alles doch nicht so vollkommen wahllos... Das alles versöhnt mich etwas mit der ganzen Sache. Nicht, dass deswegen irgendeine Form von Vorfreude aufkäme.
Ebenfalls gestern lief ich der Sanftheit über den Weg. Beim Um-die-Ecke-gehen, weswegen wir fast zusammenstießen. Davon war ich so erschrocken, dass ich vergaß, dass wir uns nur in der expansiven Welt in meinem Kopf kennen, und hätte ich nicht noch den letzten Bissen im Mund gehabt, hätte ich wohl Hallo gesagt.
Sowohl die Klausur heute als auch der Vortrag gestern waren so irgendwie in Ordnung, damit lässt der Druck langsam nach.
Anderer baut sich dafür aber auf. Zum einen muss ich mir überlegen, wie ich meinen Vertrag gestalten will, und wahrscheinlich werde ich die Arbeitszeit aufstocken und das ganze bis Semesterende laufen lassen, auch wenn ich zwei Monate davon nicht arbeiten kann. Den Überhang muss ich dann eben nach dem Auslandssemester abarbeiten. Dann laufen auf der Arbeit derzeit mehrere Sachen an, es bleibt abzuwarten, was da auf mich zukommt.
Zwecks dieser Planung habe ich mir schon mal das nächste Semester angeschaut. Es sollte mir nicht allzu schwer fallen, nur das zu machen, was ich auch wirklich machen muss (neben zwei zusätzlichen Sprachen, versteht sich), weil keine Seminare dabei sind, bei denen ich mir denke, dass ich sie unbedingt belegen muss. Allerdings muss ich im Laufe des Semesters eine längere Übersetzung anfertigen, was mich also auch auf Trab halten wird. Trotzdem, es wird schon entspannter werden als es dieses Semester war.
Mir ist kalt und ich bin müde, aber zum Glück sind inzwischen die meisten Kurse weggebrochen. Und vielleicht wird es etwas besser, wenn ich dem Wochenende und damit zwei Wochen zu Hause (immerhin ist das größtenteils ohne Uni... wenn auch nicht komplett) in die Arme fallen kann. Möglicherweise wird es sogar ganz erträglich, wenn ich danach in Ruhe und isoliert von allen meine Seminararbeiten schreiben kann.
5.2.13 22:30


Abspann

Inzwischen ist HKP sicher außer Landes, wenn auch noch nicht zu Hause. Man könnte meinen, dass es keinen Unterschied macht, ob sie am anderen Ende der Stadt oder am anderen Ende der Welt unerreichbar ist. Vor allem, da wir uns in den letzten sechs Wochen ein einziges Mal getroffen haben. Aber es macht einen Unterschied, denn jetzt hat es eine erdrückende Finalität, gegen die ich nicht ankomme.
Das ist dann natürlich auch der Zeitpunkt, an dem mir die eine Szene unentwegt im Kopf herumschwirrt, die alles auf den Punkt bringt. Der kurze Moment, als ich all meine Hoffnung in eine offensive körperliche Geste gelegt und sie umarmt habe. 16.12.2012 ca. 21:40 Uhr MEZ. Ich habe im Grunde gar keine Erinnerung an die körperliche Seite dieser Umarmung, was zum Teil wohl daran liegt, dass sie sie sehr zögernd nur zugelassen hat. Aber es hat sich mir als Markierung für den Punkt (und das dazugehörige Gefühl) ins Gedächtnis gebrannt, an dem die realistische Hoffnung ihre größte Ausdehnung erreicht hatte. Der Scheitelpunkt. Rückblickend betrachtet war das danach, obwohl es erst gar nicht danach aussah, schon wieder viel mehr Schwärmerei als alles andere. Obwohl es so gesehen auch vorher offenbar schon Schwärmerei war, aber bis zu dem Punkt ging es eben nur bergauf.
Und jetzt ist sie weggegangen und hat mich mitgenommen.
Gestern Abend wollte ich ihr noch ein unverbindliches Gespräch aufzwingen, aber sie war, wie man sich denken kann, sehr beschäftigt, schrieb aber später zurück, was ich dann heute sah. Es... rührt... mich, dass sie überhaupt geantwortet hat.


Heute hatte ich plötzlich mal zwei Stunden Zeit, in denen keine dringenden Aufgaben anlagen. Also nahm ich mir ein Buch und las. Und hörte dabei "The Smiths - Please please please let me get what I want" in der Dauerschleife, weil das die ästhetisierte leise traurige Resignation ist, die gerade so gut passt. Wie kriegen die ihre Gitarre dazu, so schimmernd zu klingen? Ich las das Kindergartenbuch des klassischen Chinesisch (Wang Chong) und wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass die Realität jetzt endgültig meinen Willen gebrochen hat. Ich kann nicht mal mehr einfach nur herumsitzen. Vielleicht lerne ich das ja über die Ferien wieder.
Gestern führte ich eine seltsame Diskussion mit dem Mädchen, das am Mittwochmorgen neben mir sitzt. In unserer Gruppe war noch die wenig aufnahmefähige Chinesin, aber da sich unser Thema von Anfang an in ganz hehre Sphären verlagerte, sah sich der Dozent gezwungen, wenig subtil darum zu bitten, doch alle einzubinden. Das war schwierig. Fast schon schwierig wie der Versuch, die Frage des Zusammenhanges zwischen Form und Funktion eines Objektes auf ein untersuchbares Feld herunterzubrechen. Sie denkt wirklich auf sehr abseitigen Pfaden, das finde ich gut. Morgen sehe ich sie noch mal und es reizt mich, das irgendwie zu erwähnen.
7.2.13 23:53


Die schlichte aber enorm wichtige Feststellung am Anfang: Jetzt sind Ferien.
Beim Vorbereiten der letzten Übersetzung für die letzte Stunde am Nachmittag des letzten Tages merkte ich schon, wie mich jede Kraft verließ. Es war also wirklich Zeit.
Nach der vorletzten Stunde sprach ich das Mittwochsmädchen an einem Freitag an. Als wäre das nicht schon seltsam genug, tat ich es von der Seite, während sie an mir vorbeirauschte. Damit hatte auch niemand gerechnet, dass das passieren würde. Es war nur eine kurze Frage, auf die eine kurze Antwort folgte, dann war das "Gespräch" eigentlich schon wieder vorbei. Das war das Ausstrecken der Fühler, das wahrscheinlich ohne irgendwelche Folgen bleiben wird.
Seit dem Abend bin ich zu Hause, wo wunderbar harmonische Stimmung vorherrscht. ...
Meine erste Amtshandlung war, meine Gitarre in die Hand zu nehmen und das Mini-Solo aus "Please please please" nach Gehör zu spielen. So langsam erkenne ich sowas, wenn das Lied sich mir öffnet und ich die Tonfolge fast schon vor mir sehe. Ich bezweifle nur, dass ich schon besonders gut darin bin, Lieder dazu zu zwingen, sich zu öffnen. Das hat bisher nämlich nur sehr bedingt funktioniert.
Immerhin, das wird langsam, aber stetig.
8.2.13 23:10


Die Ferien sind erst zwei Tage alt und ich mache mir schon Sorgen darüber, dass ich zu wenig auf die Reihe bekomme. Es ist jedes Mal das gleiche. Ich sitze da, habe den ganzen Nachmittag (und wahrscheinlich auch Abend) vor mir und denke mir folgenden Plan aus: Erst mache ich etwas, das mir Spaß macht, danach lese ich mal eine Stunde oder so. Der fundamentale Fehler ist allerdings die Erwartung, dass mir noch irgendetwas Spaß macht. Also jage ich dem hinterher, indem ich zocke oder Gitarre spiele, merke schnell, dass das nicht anschlägt und sitze dann nur noch herum, ohne irgendetwas zu tun, was über Freecell hinausgeht.
Ich sollte mir selbst vielleicht frei geben, aber ich befürchte, dass das auch nicht viel hilft. Das Problem ist schlicht, dass ich so auf mich selbst zurückgeworfen bin, dass ich erst wieder einen großen Abstand schaffen müsste, um irgendeine Art von Freude zu finden.


Mir fallen seit neuestem ständig Bruchstücke von irgendwelchen Liedern ein, ich muss also wohl aufhören, mich hier über jedes einzelne zu freuen, sonst nimmt das Überhand. Natürlich wäre es besser, wären es mehr als nur Bruchstücke, und könnte ich mir sicher sein, dass es auch wirklich korrekt ist. Aber naja, das wird wieder dauern, bis das so weit ist.

Heute Nachmittag starrte ich lange den Profilnamen der Banshee an, der mit einem grünen Lichtchen ausgestattet war und überlegte mir, Hallo zu sagen. Ich traute mich aber nicht. In letzter Zeit habe ich sowieso das Bedürfnis, die Karten zumindest teilweise offen auf den Tisch zu legen, von daher bin ich mir nicht sicher, ob das so nicht besser war. Und heute Abend war ich beim Kumpelcousin zocken, wo aber nichts funktionierte.
11.2.13 00:44


Langsam fühle ich mich halbwegs ausgeruht. Das ändert zwar nichts daran, dass mir elend zumute ist, aber immerhin kann ich dem jetzt entgegensteuern, indem ich den ganzen Tag nichts mache und ein bisschen Gitarre spiele. Und wenn ich lange genug nichts gemacht habe, lese ich vielleicht auch mal ein bisschen für die Uni. Die Hauptarbeit muss ich sowieso machen, wenn ich mich ab übernächster Woche konzentriert dransetze, aber ich kann mir ja schon überlegen, in welche Richtung die Hausarbeiten gehen sollen. Zumal die Ferien dieses mal wohl kaum so entspannt werden wie letzten, da ich ja noch meine Hiwi-Arbeit habe, die erledigt werden will.
Und der andere Gitarrist ist auch noch aus seiner Versenkung aufgetaucht. Dabei wollte ich ihn doch an meinem baldigen Geburtstag durch einen Looper ersetzen, dank dem ich dann endlich mit mir selbst spielen kann.


Gestern habe ich mich unerwarteterweise getraut, die Banshee anzuschreiben. Leider ist Internetkommunikation mit ihr schwierig. Glaube ich, weil ich sonst glauben müsste, dass sie eigentlich gar nicht mit mir reden will. Aber dafür hat sie dann doch zu oft geantwortet... Und dann habe ich natürlich mein Talent genutzt, die unpassendsten Sachen zu sagen. Da brauche ich nicht mal eine wirkliche Gelegenheit für, die mache ich mir. Den gesuchten Rückhalt konnte ich so bei ihr natürlich nicht finden. Und Rückhalt suche ich derzeit verzweifelt.
12.2.13 22:09


Fiktion

Die Sache mit HKP lässt mir keine Ruhe. Wenn ich daran denke, wie nah ich mich meinem Ziel wähnte, versetzt es mir immer noch einen Stich. Ich weiß nicht, ob es Optimismus ist oder Verzweiflung, aber ich glaube, dass es alles geändert hätte, wären wir zusammengekommen. Es hätte gezeigt, dass es nicht vollkommen nichtig ist, wenn ich etwas will. Es hätte gezeigt, dass ich vielleicht komisch bin, aber das kein Grund sein muss, mit 37 alleine an Verzweiflung einzugehen. Ich hätte ein Gefühl von Nähe gehabt, und die Aussicht darauf, wenn sie nicht bei mir ist. Ich wäre zwar von ihr in einem möglicherweise ungesunden Ausmaß abhängig gewesen, aber gleichzeitig weniger abhängig von allen anderen. Das Herumschlittern hätte aufhören können.
Wenn ich meine Deckung nicht ausreichend aufrecht erhalte, trifft mich dieses Gefühl so heftig, dass es mir beinahe die Luft wegdrückt.


Herumschlittern. Internetkommunikation mit der Banshee läuft darauf hinaus, die Chatfunktion als Email zu missbrauchen. So wie ich früher, mit 13 oder so, mit einem Klassenkameraden Emails als Chat missbraucht habe, bevor ICQ auf der Bildfläche erschien. Will sagen, die Antwort kommt erst nach 5-7 Minuten. Aber das ist gar nicht mal so wichtig. Wichtig ist, dass es geklappt hat, ein kurzes Gespräch aufrechtzuerhalten. Wobei das ja auch nur deshalb wichtig ist, weil ich seit drei Jahren keine Mühen scheue, den Kontakt zu erhalten, um in der Position zu sein, ein Wiedersehen herbeizuführen, sollte sich jemals die Gelegenheit dazu ergeben.
Während ich mir ziemlich sicher bin, dass all das schon lange nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Aber die Realität erschreckend wenig hergibt, was dieser Obsession entgegenwirken könnte.
13.2.13 23:17


Ich halte mich mit schwankendem Erfolg über Wasser.
Außerdem habe ich ein paar Töne zusammengeklatscht, die dann etwas ergaben, das sich wie ein Teil eines Liedes anhört. Dann habe ich Akkorde aneinander gereiht, die haben einen weiteren Teil ergeben. Womöglich sogar in der richtigen Tonart. Unnötig zu erwähnen, dass das alles sehr rumpelt und knarzt, aber wenigstens habe ich jetzt etwas, an dem ich herumbasteln kann.
15.2.13 21:19


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