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Am Samstagmittag haben sich meine Eltern und meine Oma am Tisch so verschrien, dass erst meine Oma und dann meine Schwester zu weinen angefangen haben. Ich habe derweil schweigend weitergegessen. Ich will meine Eltern nur insoweit in Schutz nehmen, dass es tatsächlich meine Oma ist, die maulend durch das Haus läuft und Gift spritzt, wenn sie den Mund aufmacht.


Abends habe ich es, im langsam warm werdenden Büro mit kalten Füßen sitzend, so weit gebracht, dass HKP es tatsächlich bereut, jemals die Worte "bei mir" und "du" in Zusammenhang gebracht zu haben. Zuerst sollte es das kommende Wochenende sein, aber das wird nicht hinhauen, weil mein Fahrer zu viele eigene Pläne hat. Hoffentlich dann am übernächsten.
Allerdings sehe ich das bisher noch sehr skeptisch. Das könnte alles und nichts heißen. Natürlich heißt das wohl kaum gar nichts, wenn sie mich zu sich einlädt, aber sie tut so, als wäre das das größtmögliche Zugeständnis, das sie noch gerade so machen kann. Ich glaube, sie lässt sich bitten ("playing hard to get" im Fachidiom). Langsam könnte ich auch beinahe auf die Idee kommen, dass sie widersprüchliche Signale sendet...
Nachdem ich ihn für halb sieben eingeladen hatte und um 8 Uhr gerade mit meinem Kumpelscousin zocken wollte weil ich da die Geduld schon lange verloren hatte, klingelte der Gitarrist. Wie immer zuerst das Negative: Er ist bei Mono lange nicht so enthusiastisch bei der Sache, wie ich das gerne gehabt hätte. Positiv ist aber, dass er ein paar Sachen vorgeschlagen hat, die sicher auch Spaß machen. Nur scheinen wir beide dieses Semester wenig Zeit zu haben. Mal schauen, was daraus wird.
2.12.12 23:27


Wellenreiten

Die nächsten beiden Wochen bilden den Scheitelpunkt, danach flacht alles etwas ab. Der kritische Teil ist diese Woche, also bald schon wieder vorbei. Wenn ich das Referat übermorgen und die nervige Aufgabe für den Freitag hinter mich gebracht habe, ist das meiste geschafft. Müsste ich nicht Unmengen Text für Donnerstag lesen und am Mittwoch drei Leute treffen (zwei aktuelle und eine ehemalige Tandempartnerin, die wieder auf Besuch ist), wäre es etwas entspannter. Wie dem auch sei, danach kommen die Stipendienbewerbungen dran, die Ende nächster Woche fällig sind, und danach sind die großen Störfaktoren des Semesters beseitigt. Dann ist ja schon bald wieder Weihnachten, und im Januar ist sowieso nur noch Gegammel, vermute ich (vermute ich so sehr...), und dann ist das Semester vorbei. Die Hausarbeiten mache ich ja wie immer mit links.
Man kann sich alles schönrechnen. Bis von sieben Woche oder so nichts mehr übrigbleibt. Wie ein Milchmädchen.
Denn so wie heute kann das ja nicht weitergehen. 10-12 Japanisch, danach bis kurz vor sieben in der Bibliothek gewesen und nur kurze Phasen mal nichts Produktives gemacht. So hatte ich mir mein Leben vorgestellt, wenn ich mal in einer Ausbeuterfirma arbeite und meine Seele für mehr Geld verkaufe, als ich in meiner nicht vorhandenen Freizeit ausgeben kann. Aber doch nicht als Bummelstudent... Und ständig frage ich mich, wo ich denn noch Zeit abzwacken soll. Ein paar Ruhephasen brauche ich doch auch.
Den Effekt, den das auf meine Stimmung hat, kann man sich leicht vorstellen, vermute ich.
3.12.12 23:41


Da man nie genug Quellen der Freude haben kann (und damit kann man so ziemlich alles begründen), habe ich am Montagabend einfach mal wieder Kontakt mit der Banshee aufgenommen. Der Vorwand war, dass ich die Meinung einer Einheimischen über eine der Unis hören wollte, an denen ich mich bewerbe. Die wahre Intention war ganz klar, zu testen, welche Reaktion meine mögliche Rückkehr das auslöst und mich im positiven Fall darüber zu freuen. Das konnte ich dann sogar tun. Mein Lebensziel ist es weiterhin, in jedem Hafen eine Braut zu haben.
Als hätte ich nicht genug um die Ohren, kann ich mich nicht online für die Prüfungen anmelden. Heute war ich in der Univerwaltung, da besteht kein Problem. Mehr. Bis letzte Woche wusste noch keiner von denen, dass ich schon vor Monaten mein BA-Zeugnis vorgelegt habe, und deshalb konnte ich keine Bescheinigungen ausdrucken. Die Verwaltung und ich - der dreißigsemestrige Krieg.
Mir selbst habe ich heute Morgen erzählt, dass ich aus Nervosität so früh losgehe. In Wirklichkeit bin ich ein Wirrkopf sondergleichen. Das Problem ist, dass es aber auch immer so läuft, dass es mir passt. Der Raum war aufgeschlossen und die erste Person, die nach mir kam, war die, der ich vorgestern Abend einige Augenblicke zu lange in die Augen geschaut habe, als wir uns zufällig über den Weg liefen. Und natürlich kam sie genau in dem Zeitraum, in dem ich das Klavier bearbeitet habe. Zuerst habe ich es noch elegant gelöst und einfach beschämt aufgehört. Dann flackerte ein kurzes Gespräch auf und sie meinte, ich könne ruhig weitermachen. Und dann habe ich es versaut, indem ich doch wieder angefangen habe und natürlich nach einigen Takten rausgeflogen bin. Das lag nicht mal am Vorführeffekt, sondern daran, dass das Keyboard, auf dem ich lerne und spiele, zu wenige Tasten hat und das Mehr an Tönen meine stumpf eingeübte Handhaltung durcheinanderwirbelt. Das sind so Geschichten, die kann man nur dem Internet erzählen.
Das Referat kann nicht ganz so schlimm gewesen sein, wenn der Dozent im direkten Anschluss meint, dass es gut gewesen wäre. Damit wäre das abgehakt.
Ich glaube, mein Koreanisch macht sich langsam. Wenn man in zwei Wochen mal rund fünf neue Verbformen lernt, die man danach dann wild durcheinander werfen kann, muss das ja irgendetwas nützen.
Später, als ich mich mit HKP traf, freute ich mich. Aber das könnte auch nur daran gelegen haben, dass ich meine Aufdringlichkeit mit irgendetwas verwechselte, das von ihr ausging. Aber wenn ich in ihrer Nähe bin, scheint es immer noch Hoffnung zu geben.
Ich wäre da gerne viel öfter.
5.12.12 22:38


Mein Reden und ich

Es ist offenbar ganz praktisch, dass man sich selbst überall mit hin nimmt und sich nicht entkommen kann. So wird man überall mit fast dem gleichen Mist konfrontiert, aber die unterschiedliche Beleuchtung macht es dann auch leichter, Muster zu erkennen.
Gestern Abend beim Unisport ist es wieder mal so gewesen, wie es in den letzten Wochen immer war. Mit dem feinen Unterschied, dass man jetzt offenbar semi-ironisch abklatscht, wenn man durchgehalten hat. Aber das ist nicht der Punkt. Viel lehrreicher war es, mir selbst beim Reden zuzuhören und zu hören, wie es sich zu keinem Zeitpunkt auch nur einen Meter von der Sachebene entfernt. Auch und besonders, wenn sich das Gespräch eigentlich auf all diesen anderen Ebenen abspielte, die mir immer so fremd sind.
Das Problem hängt auch ein bisschen mit dem Mittwoch zusammen. Die Asymmetrie "Aufdringlichkeit vs. Passivität" gilt nämlich nur bedingt, wenn man es anders betrachtet: Als Ausdruck meiner Zuneigung rücke ich mit meinem Stuhl ein Stückchen näher. HKP hingegen könnte (möglicherweise) etwas Ähnliches meinen, wenn sie mir von emotional behafteten Erlebnissen wie unzuverlässigen Kommilitonen bei einer Gruppenarbeit erzählt. Könnte. Wäre dem so, könnte sie, genau so gut wie ich, von Aufdringlichkeit und Passivität sprechen, weil ich darauf nur in begrenztem Umfang reagiert habe. Und in dem Fall würden wir ziemlich effizient aneinander vorbei kommunizieren.

Dass ich das Mono-Konzert nächste Woche noch gar nicht erwähnt habe, wird daran liegen, dass ich das Schlimmste befürchte und alles andere empfinde, aber wenig Vorfreude.
7.12.12 22:25


Am Wochenende war ich schon wieder zu Hause und meine Familie hat sich die meiste Zeit unauffällig verhalten. Außerdem war ich Bewerbungsfotos machen, auf denen ich mal wieder unglaublich unzurechnungsfähig aussehe. Samstagabend waren es -14°. Wenn man plötzlich zwei Leute im Auto mitnimmt, ist es ein ganz anderes Fahren als die ganzen Jahre vorher. Vor allem kann man nicht mehr losfahren, wenn man gerade Lust hat, oder so laut Musik hören, wie man will. Positiv wird das natürlich, wenn man selbst nicht mit Fahren dran ist. Dann kann man während der Fahrt aus dem Fenster starren, was vor allem bei der Dunkelheit im Winter schön ist.
Ich glaube, ich habe ein leichtes Splissproblem. Mit meinem Bart.
Nächste Woche fallen zwei Kurse aus, von denen einer sehr arbeitsintensiv ist. Mittwoch ist das Mono-Konzert, wo ich mit dem Zug hinfahren werde. Am Freitag endet die Bewerbungsfrist für die Auslandsstipendien und ich habe so gut wie alles da, was ich selbst beibringen kann. Für das Wochenende wurden mir drei Vorschläge angetragen: Meinen Cousin in seiner Studentenbude besuchen, wo ich ebenfalls mit dem Zug hinfahren müsste. Möglicherweise an einem weiteren Spieleabend teilnehmen. Und zu HKP nach Hause essen gehen. Sie hat, ohne jede Nachfrage meinerseits, das Thema wieder angeschnitten. Dafür sehen wir uns wohl im Laufe der Woche nicht, weil sie zu viel Krempel vorbereiten muss.
Es könnte also eine entscheidende Woche werden.
9.12.12 22:13


Heute war ich nur 7,5 Stunden an der Uni. Das war ja fast schon entspannt. Allerdings habe ich nicht so viel auf die Reihe bekommen, wie ich wollte, weil ich für eine der Aufgaben eine Recherche machen musste, die erst mal ins Leere lief und dementsprechend viel Zeit fraß. Im Bus traf ich den Typ samt Freundin, zum ersten Mal. Dann kam ich nach Hause, wollte etwas per Online-Banking bezahlen, aber die Bank hat Anfang des Monats das System geändert, also ging das nicht. Das reichte dann eigentlich schon als Grund dafür, dass meine Stimmung ins Leere kippte. Besonders viel Frustrationstoleranz bringe ich derzeit sicher nicht auf.
Und nach der Lektüre der Einträge aus dem letzten Semester ahne ich, wo das hinführt. Ich nehme im nächsten Semester merklich weniger Kurse und mache im Gegenzug einfach gar nichts mehr, gammele nur noch rum. Von einem Extrem ins andere.
Morgen könnte lustig werden, weil überraschend ein bekannter Wissenschaftler im Unterricht vorbeischaut. "Bekannt" bedeutet, dass sogar ich ihn kenne, und ich lese Fachbücher nur unter Zwang. Wir lesen auch zufällig einen Text aus seiner Feder. Die Benachrichtigung darüber kam erst heute, das muss so einer dieser seltsamen Zufälle gewesen sein.
Wie erwartet nervt mich das Fertigmachen der Bewerbung schon jetzt so sehr, dass ich keine Lust mehr darauf habe.
10.12.12 23:12


Großreinemachen

Es ist in diesem Semester ein großes Problem, dass die Unterrichtsräume zwar überfüllt sind, aber das eher einer von Touristen überlaufenen Stammkneipe ähnelt als einer großen Feier. Zumal kleine Kurse sowieso besser sind, aber das ist etwas anderes. Schlimmer wird das dann noch, wenn Besuch kommt, der Rang und Namen hat. Und ich nur gerade so rechtzeitig komme. In der Folge saß ich quasi direkt neben dem Professor. Von den vier Leuten, die sich überhaupt getraut haben, etwas zu sagen, hat nur die Hälfte etwas beigetragen, was man irgendwie sinnvoll nennen kann. Der einzige, der auf Konfrontationskurs ging, war natürlich ich. Das sind diese seltenen Gelegenheiten, wo man widersprechen darf, ohne gleich dafür angemault zu werden. Die nutze ich dann auch. Ich bin immer noch recht überzeugt von dem, was ich vorgebracht habe, aber ob das bei irgendjemandem auf Resonanz gestoßen ist, ist fraglich. Zumal es auch nur ein kleiner Punkt war. Es ist aber schlicht in sich widersprüchlich, zu behaupten, dass Sprache das Denken durch feste Strukturen begrenze, diese Strukturen sich aber verändern lassen. Woher soll diese Veränderung dann kommen? Aber alles in allem war es eine sehr sehr unterhaltsame Stunde, von der gerne mehr folgen könnten.
Ich war danach noch fragen, aber Arbeit gibt es für mich in meiner Position als Hilfskraft immer noch nicht.
Morgen ist das Konzert, bei dem mir meine eigene Erwartungshaltung immer noch unklar ist. Am besten würde die Band die Musik vom neuen Album so spielen, dass sie gut klingt, aber ich befürchte, dass das Material das nicht hergibt. Oder wenigstens eine Setlist aufsetzen, die andere Schwerpunkte setzt. Aber das Internet sagt, dass das bisher nicht der Fall war. Sieht irgendwie düster aus.
Ich fahre mit dem Zug. Das wird sicher lustig (hoffentlich aber nicht der Höhepunkt des Abends), weil ich dann fast eine Stunde lang einfach aus dem Fenster starren kann. Und das bedeutet schon das Verschwinden einer Tradition, weil ich sonst immer mit dem Auto fahre. Wo ich schon mal dabei bin, gebe ich auch gleich noch das minutiöse Planen auf und werde spontan. Obwohl ich felsenfest davon überzeugt bin, dass es grandios scheitern wird: HKP weiß noch nicht, für wann sie mich einlädt. Das hat Priorität und ich will sie nicht drängen, weil dann ein gegenteiliger Eindruck entstehen würde. Gleichzeitig würde ich gerne zu meinem Kumpelcousin fahren und in seiner Wohnung einen Abend lang zocken. Das geht zum Glück vollkommen spontan. Und eigentlich ist das Wochenende lange genug, um beides unterzubringen. Wobei ich natürlich nichts dagegen hätte, nicht mehr von ihrer Seite zu weichen, sobald ich mal bei HKP bin. Aber davon kann ich wohl nicht ausgehen.
Davon unbeeindruckt spielen sich in meinem Kopf aber sehr eindeutige Szenen ab. Ich will sie in meinem Leben haben.
Und ich habe das Gefühl, dass dieser Tag dabei eine entscheidende Rolle spielen könnte.
11.12.12 23:39


Zartcore / Girl Damage

Morgens im Bus fing es schon damit an, dass sich ein Mädchen auffällig nah neben mich stellte. Damit rieb sie mich waidwund. Da kann man nur von Glück sprechen, dass meine Mittwochsstunden-Banknachbarin und ich inzwischen herausbekommen haben, wie man Bücher herumreicht, ohne sich dabei die Hand zu geben. Das wäre einfach zu viel gewesen.
Nachmittags bin ich dann mal früh nach Hause, weil ich abends ja zum Konzert wollte. Die Odyssee begann damit, dass ich Angst bekam, nicht rechtzeitig zum Bahnhof zu kommen und zum Bus lief, der dann aber sowieso Verspätung hatte. Pünktlich genug war ich dann natürlich auch, traf aber noch meine Koreanisch-Tandempartnerin. Mit der hatte ich mich mittags schon getroffen und dabei versucht, diese Unmengen an neuen Formen zu ordnen. Das war zwar von mäßigem Erfolg gekrönt, aber nebenbei schienen wir uns da alles gesagt zu haben, weil wir abends dann die meiste Zeit schweigend dastanden. Ihr Freund kam auch noch, aber das änderte an der Situation nicht viel. Sie stiegen in den gleichen Zug, aber nach zwei Haltestellen auch schon wieder aus. Danach konnte ich ungestört aus dem Fenster starren, was einer der seltenen Momente in den letzten Wochen war, in denen ich guten Gewissens einfach gar nichts tun konnte. Es war nicht ganz der Höhepunkt des Abends, aber nahe dran. Die Hinfahrt verlief dann erstaunlich glatt. Sie hätte ruhig grandios schiefgehen können, weil das Konzert eine halbe Stunde später begann als angekündigt. So stand ich dann einfach nur schweigend in der Ecke und war, vielleicht wegen der Vorhänge an den Wänden um mich herum, so unsichtbar, dass sich manchmal Leute bedrängend nahe vor mich stellten, obwohl ja absolut kein Platzmangel bestand. Irgendwann kam dann der Vorgitarrist. Beim letzten Mal gefiel mir das, was er da so dudelte, noch ganz gut, aber gestern hatte ich mehr den Eindruck eines überlangen Intros, das nirgendwo hinführte.
In der Umbaupause, als ich schon ganz vorne stand, nahm ein Mädchen einfach so meinen linken Arm und schaute auf meine Uhr. Aus irgendeinem Grund konnte ich das einfach so und ohne größere Folgen hinnehmen. Erst kam die Setlist, dann kamen Mono. Die Setlist sagt schon sehr viel über den Abend aus: 4/5 des neuen Albums vertreten, die anderen Hälfte vom vorletzten. Und zum anderen: Drei Titel vom Neuen in Folge am Anfang. Ich hatte ja ein wenig gehofft, dass es live mehr hergibt. Tat es auch, weil es logischerweise nicht so überproduziert war. Und das war ja nun nicht viel mehr. Der ganze Saal atmete erleichtert auf, als das überstanden war. Sollte das nicht der Fall gewesen sein, dann habe ich für alle anderen mit aufgeatmet, als der Schwulst vorbei war und etwas Dynamik ins Spiel kam. Im direkt Vergleich erschienen mir die Stücke vom 2009er-Album auf einmal so toll, was vorher nicht ganz in dem Ausmaß der Fall war. Ich mag das Album, vergleiche es aber immer mit dem, was vorher war, und da kommt es eben nicht ganz ran. Wie dem auch sei, in der letzten Hälfte fing es dann an, gut zu werden. Da setzte aber auch langsam Zeit-Panik ein, weil mein Zug näher rückte. Ich lief also mitten im Abschlussapplaus weg, schnappte mir meine Jacke (die ich in dem Berg von Kleidung zum Glück schnell fand), ließ mir in weiser Voraussicht einen Stift geben, um die vom Zugticket geforderte Unterschrift zu tätigen (mit Edding, 4/5 meines Namens passten drauf) und rannte los. In die erste Bahn bis zum Bahnhof. Rannte weiter und kam sogar fünf Minuten vor dem Zug an. Wunderbar mit dem Feuer gespielt. Natürlich wurde ich kontrolliert. Nicht mal eine Stunde nach dem letzten Ton war ich wieder in der richtigen Stadt, aber am völlig falschen Ende. Also hieß es, noch fast 50 Minuten auf den Bus warten. Was wiederum hieß, ziemlich weit zu laufen, sonst wäre mir sehr sehr kalt geworden. Beim Aussteigen stellte ich noch fest, dass es sich bei dieser einen Person tatsächlich um einen Bekannten handelte, der da erst aus der Bibliothek gekommen war (hoffentlich werde ich während meiner nächsthöheren Abschlusarbeit nicht so). Etwa halb 2 war ich zu Hause.
Um kurz vor 8 klingelte der Wecker. Heute war ein schöner Tag an der Uni, zumal ich gestern meine Ohrstöpsel vergessen habe und dementsprechend immer noch ein Fiepen im Ohr habe. Nachmittags fiel zum Glück eine Stunde aus. Vorher schon habe ich meine Bewerbungen für die Auslandsstipendien abgegeben. Das war ein Akt, in dessen Folge sich der Raum mit anderen Leuten füllte, die alle warten mussten.
Abends war wieder Unisport. Meine neue Bekanntschaft kam, wie angekündigt, nicht, aber ich fand schnell Ablenkung. Ein bestimmter Typ schneidet mich wie ein heißes Messer Butter. Geschmolzene Butter, die zemlich lange in der Sonne gestanden hat. Die Frage, die sich jeder, der bis hierin durchgehalten hat, unweigerlich stellt, kann ich nicht ohne weiteres beantworten: Welcher Typ das denn nun sei. An irgendeinem Punkt, an dem ich es schon viel zu oft verpasst hatte, rechtzeitig nicht hinzuschauen, streifte ihr Arm im Vorbeigehen meinen. Entweder heißt das, dass sie meine Existenz bemerkt, oder das genaue Gegenteil, dass sie mich in dem Ausmaß ignoriert, dass es sich nicht einmal lohnt, einen Schritt zur Seite zu gehen. Es muss an ihren Augen gelegen haben, die der Welt irgendetwas kaum greifbares mitzuteilen scheinen. Es muss irgendetwas Erfreuliches sein.


Hätte ich halt, würde ich nicht so schnell abrutschen und also weniger herumschlittern.
Hoffe ich.
Hoffe ich mit Blick auf das Wochenende.
13.12.12 23:49


Die nächste Runde kann beginnen.
Morgen Nachmittag fahre ich, wie ich seit heute weiß, zu meinem Kumpelcousin, wo noch ein anderen Bekannter hinkommt, und dann wird ein wenig LAN gemacht. Nachdem ich mich jahrelang der Bahn verweigert habe, mit Ausnahme des Gruppenausflugs im Oktober, fahre ich damit zum zweiten Mal innerhalb einer Woche.
Sonntagmittag fahre ich zurück, denn HKP hat mich für halb 5 bestellt.
Heute hielt sie einen kurzen Vortrag, zu dem die breite Öffentlichkeit hätte gehen können. Das las ich am Mittwoch auf einem Aushang im entsprechenden Institut, in dem einer meiner Kurse stattfindet. Ich überlegte mir, hinzugehen, tat es aber nicht, weil ich mir so unendlich fehl am Platz vorgekommen wäre. Hätte ich gewusst, dass sie das als moralische Unterstützung verstanden hätte, wäre es vielleicht anders gewesen. Zu der Uhrzeit, als es in etwa geendet hatte, überkam mich dann der Drang, hinzulaufen und zu fragen, wie es war.
Da kristallisiert sich der feine Unterschied zu dem ganzen Rest heraus.
14.12.12 22:31


Epistemologie

Am frühen Samstagnachmittag machte ich mich auf die Socken. Am problematischsten waren die Busse in der Unistadt, weil ich den früheren nahm, der aber länger brauchte, und so den angepeilten Zug verpasste. Das war nicht weiter tragisch, obwohl der nächste fünf Minuten Verspätung hatte und die Umstiegszeit am nächsten Halt auf etwa eine Minute zusammenschrumpfte. Auch das ging glatt. Nach einer etwas längeren Fahrt und einem kurzen Fußmarsch war ich bei meinem Kumpelcousin und das Zocken ging los. Ein anderer Bekannter war auch da, wir spielten zu dritt viel C&C Generals, ich ließ mal wieder einige nicht besonders nette Sachen vom Stapel und dann war 2 Uhr.
Da er nun an einer viel befahrenen Straße wohnt, gegenüber ein Club oder sowas ist und die beiden einen Film zum Einschlafen anließen, befürchtete ich das schlimmste. Erst sah es gut aus, ich muss mitten im Film eingeschlafen sein. Aber dann bin ich wieder verschwitzt aufgewacht und war ziemlich munter. Dass ich dann sehr sehr lange nicht einschlafen konnte, dürfte mehr daran gelegen haben als an den widrigen äußeren Umständen. Allzu kaputt war ich am nächsten Morgen aber auch nicht, also war das nicht allzu tragisch. Kurz vor 11 bin ich aufgebrochen.
Im Zug "Plattform" von Houellebecq zu lesen ist seltsam, weil alle paar Seiten detaillierte Sexszenen kommen. Aber damit ist das Buch schon um einiges positiver, als ich "Elementarteilchen" in Erinnerung habe. Obwohl es da in der Mitte auch recht erfreulich zuging...
Ist schon nicht sonderlich schön da unten, im Badischen. Wobei das auch diese kahle Hässlichkeit gewesen sein könnte, die sonst erst am Übergang Winter-Frühjahr sichtbar wird.
Zu Hause habe ich geduscht, einen Text für die Uni gelesen und dann ging es auch schon wieder ein Häuschen weiter. Mehr fremde Wohnungen an einem Wochenende als sonst in Monaten. Hier ist, was ich dazu jetzt schon sagen kann: Ich war rund fünf Stunden bei ihr. Die Liste an Dingen, die ich getan habe und bei denen jeder, der kein Elefant im Porzellanladen ist, die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, ignoriere ich einfach. Die eine Mitbewohnerin, die ich zu Gesicht bekam, wünschte uns viel Spaß, was "wissend" gemeint gewesen sein könnte. HKP entschied ziemlich spontan, einfach mal einen Film anzumachen. Ich vertraue ihr, ich habe ihr schon Sachen gesagt, die sonst fast niemand von mir weiß. Als ich beim Abschied nicht ganz so spontan entschied, sie zu umarmen, war sie erst sehr überrascht, ließ es dann aber in einer sehr distanzierten Form zu. Und das verbuche ich unter "Mach aus dieser Information, was du für richtig hältst." von mir an sie.
Bis zusammenhängende Sätze daraus werden, muss sich das erst mal alles setzen.

"Want" heißt Mangel.
16.12.12 23:47


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