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Aaron Turner

Ohne irgendeinen Verein oder generell irgendjemanden in Aussicht, den das interessieren könnte, steht meinem Vorsatz, mich erneut zuwuchern zu lassen, nichts mehr im Wege. Es wird im Sommer vielleicht etwas warm damit, aber man muss nun mal Opfer bringen. Express yourself.
Wie lange (und erfolglos) ich am zweiten Satz der Mondscheinsonate herumdoktore, sprengt bald alle Grenzen des Vorstellbaren. Dafür gibt es natürlich gute Gründe: Es ist anspruchsvoll, ich habe keine Zeit und mich nicht so festgebissen wie beim ersten Satz. Von dem ich mich indes mehr und mehr dazu aufgefordert fühle, das Klavier zu verprügeln. Oder, besser, die Töne aus dem Klavier herauszuprügeln. Das mag sogar im Sinne des Komponisten sein.
Gestern Abend habe ich mir zum wiederholten Mal "Control" angeschaut. Es war genau der richtige Film zum richtigen Zeitpunkt, und damit irgendwie auch der falsche.
Das äußerst umtriebige Mädchen wird, das hat sie mir beim letzten Treffen erzählt, nach dem jetzt beginnenden Semester und einem Jahr im Lande wieder für längere Zeit ins Ausland. Das bedeutet folgendes: Würde mein Plan B nicht aufgehen und der Plan J greifen, dass ich hier einfach den nächsthöheren Abschluss mache, säße ich hier fest ohne sie. Und wo das hinführt, ist ja bekannt. Würde Plan B aufgehen, wäre ich wenigstens nicht hier in der gewohnten Umgebung. Ihr natürlich gleichzeitig auch näher, aber dann doch nicht um die Ecke. Immerhin, je nachdem wer wohin reist, könnte man sich mal treffen, aber das wäre eine Ausnahme. Viel wichtiger wäre in jedem Fall, nicht an einem Ort zu sein, wo ihre Erinnerung an jeder Wand klebt. Dumm nur, dass ich darauf so gut wie keinen Einfluss habe.
Ein Komplex, über den ich immer noch nicht hinweg komme, ist, dass die (sehr sehr zahlreichen) Umarmungen mir unerwarteterweise als Geste wichtiger zu sein scheinen denn als körperliche Erfahrung. Bis auf die wenigen Ausnahmen.
Und dass ich mir schon mehrmals vorgenommen habe, die Extrasekunde an die Freundschaftsumarmung zu hängen, mich aber immer irgendetwas davon abhält.
Ich bin die Asymptote an der Geraden, von der ich immerzu träume.
2.4.12 23:22


Nur noch morgen, dann ist die Osterwoche geschafft. Vielleicht habe ich dann wieder etwas mehr Zeit.
Ich stelle mir manchmal vor, wie es wäre, auf einem Planeten mit zwei Monden zu leben. Mit Sicherheit doppelt so cool.
Die Nacht kommt ein Etwas mit alten Aufnahmen von Pink Floyd. Es kam heute am späten Nachmittag schon, aber da hatte ich nur Zeit für 7 Minuten davon. ZDF Kultur rockt.
Die Aussicht, auf das Codeine-Konzert zu gehen, verpasst mir einen kleinen Energieschub.
4.4.12 23:57


Die ergiebigste Frage derzeit wäre wohl, was ich wirklich will. Und die Antwort lautet: das Nichts. Mein bewusstes Selbst nicht mehr ertragen müssen. Nie wieder ertragen müssen.
Keine funktionierende Beziehung zu anderen Menschen, keine Liebesbeziehung mit einem Mädchen, erst recht nicht weltlicher Besitz oder Macht. (Und wenn, dann in Form eines prall gefüllten Geldspeichers und gottgleicher, unbeschränkter Macht über alle, damit ich nie wieder Angst haben muss.)
Da sollte es wenig verwundern, dass ich all das nicht habe und nie bekommen werde.
6.4.12 22:11


Einfach nur noch eine Woche durchhalten. Einfach durchhalten. Vielleicht wird es irgendwie erträglich, wenn ich die Ferien überstanden habe.
Immerhin mache ich bei Bachs Präludium I in C-Dur Fortschritte, seit ich wieder ein wenig Zeit habe. Nur ist das derzeit viel zu sonnig.
8.4.12 23:13


Man kann sich diese Leere kaum vorstellen.
Bis heute Abend hatte ich noch ein Ziel, aber dann habe ich die letzte Mission der Challenge bei C&C Zero Hour geschafft. Dazwischen habe ich einen Durchgang durch so ziemlich alle mir bekannten Pink Floyd-Soli gemacht und das Präludium zu Ende gebracht. Die beiden letzten Takte vor dem Schlussakkord machen eigentlich den meisten Spaß. Wenn ich mir die Tage selbst ausfüllen kann, ohne irgendwelchen Zwang, ist es noch fast erträglich.
Wenn ich heute Abend zwei weitere Folgen Sex and the City gesehen habe, dann habe ich die dritte Staffel davon abgeschlossen, minus die erste DVD der zweiten Staffel, die nicht in der Hülle war. Ich wollte dann aber auch nicht fragen. Leider bin ich meinem Ziel, die Frauen zu verstehen, noch keinen Schritt näher gekommen. Es ist zwar durchaus nachvollziehbar, dass die Hauptperson eine funktionierende Beziehung aufgibt, indem sie ihren Freund mit ihrem sie schlecht behandelnden Ex betrügt, aber es wird in der Serie auch nicht besonders nachgezeichnet und damit deutlich gemacht. Abgesehen davon hat sich die Serie zu dem Zeitpunkt gemausert.
Möglicherweise ist es aber auch Gift für mich, so viele Menschen vorgesetzt zu bekommen, die zumindest eine Art von Nähe erfahren.

Sie fehlt mir so sehr. So so sehr. Drei Wochen in der Erinnerung, eine Woche für die Hoffnung. Zu lange Zeitspannen.
10.4.12 23:52


Im Schatten der Tage

Langeweile ist, zumindest so wie ich sie erlebe, ein viel komplexerer Begriff als alles, was mir darunter bisher erklärt wurde. Es ist nämlich nicht so, dass es nichts zu tun gäbe. Zocken, lesen, Filmchen schauen, Gitarre spielen oder Klavier klimpern. Es ist vielmehr so, dass ich von vorneherein mit absoluter Sicherheit weiß, dass nichts davon mir auch nur den geringsten Spaß machen wird. Ein Schlupfloch könnte noch die Möglichkeit sein, irgendetwas mit anderen Leuten zu unternehmen. Damit wäre es wieder näher an normaler Langeweile. Aber die Aktivität, für die obige Aussage nicht gilt, muss erst noch erfunden werden. Und die Person erst noch gezüchtet.
Heute sah ich die Rothaarige wieder. Man sieht, ich meine das ernst. Zumindest in meinem jetzigen Zustand. Fast noch mehr als alles andere lag es heute an der Tatsache, dass sie mich sicher verstehen würde. Sie war gerade damit beschäftigt, einer Person, die wahrscheinlich ihr Vater ist, dabei zu helfen, eine Weide einzuzäunen, würde also sicher aus eigener Erfahrung wissen, wie es ist, primär billige Arbeitskraft zu sein.
Unter solchen Vorzeichen erscheint das immer wie eine realistische Vorstellung. Aber ich bin mir sicher, sie hat Freunde und all den Kram, der eine genügend große soziale Hemmschwelle darstellt.
Ich versuche, mir das Leben schön zu träumen, indem ich an das Mädchen denke, das signifikanten Einfluss auf meine Stimmung nehmen kann, und es ist hat auch einen spürbaren Effekt. Es reicht aber nicht.
11.4.12 22:14


Nadir

Das hier ist der Tiefpunkt, bevor es nächste Woche dann bergauf geht. Da bin ich mir sicher. Und ich bin mir deswegen so sicher, weil es sonst schlicht und einfach nicht zu ertragen wäre.
Ich esse Schokolade als gäbe es sonst nichts im Haus und starre Bilder von mir mehr oder weniger flüchtig bekannten hübschen Mädchen an. Nützt alles nichts. Also gehe ich eine Stufe weiter und schreibe sinnlose Kommentare. Bei alten Bekanntschaften, die neue Fotos aufs soziale Netzwerk hochladen und völlig Unbekannten, die einfach ein schönes Profilbild und ein Minimum an Geschmack im Musiknetzwerk haben.
Ich sehe es schon vor mir: Sonntagabend, kaum in der Wohnung in der Unistadt angekommen, habe ich schon mein Handy gezückt und schreibe eine SMS. "Du musst mich vom Boden abkratzen kommen."
13.4.12 21:32


Schon gestern Abend keimte ein wenig Hoffnung auf, was meine Stimmung etwas hob. Auch heute, und besonders jetzt, da ich wieder in meiner eigenen Wohnung bin, wächst die Vorfreude. Man darf gespannt sein, was wann passieren wird. Um alles in Gang zu setzen, müsste ich ihr allerdings erstmal eine SMS schreiben. Was ich gleich noch tun werde.
Ich bin mir nicht sicher, wie ich dieses Semester angehen soll. Es besteht kaum Zwang, viel zu machen. Dieser Mangel könnte sich unter Umständen als problematisch erweisen.
15.4.12 22:48


Quote

Bisher keine Antwort. Startschwierigkeiten nach den Ferien sind nichts Neues mehr, aber daran gewöhnt habe ich mich noch lange nicht.
Als ich gestern durch die Gegend tappte, um mir zwei Bücher auszuleihen (Beide über Nietzsche, ich bin mit dem Kerl noch lange nicht fertig.) und im Auslandsamt nach Tandempartnern für Japanisch zu suchen (Der erste Griff ins Klo.), lief mir die chinesische Bergsteigerin über den Weg. Eigentlich scheint sie ja Vietnamesin zu sein, aber dieser Witz mit dem unglaublich langen Bart enthält einen Teil ihres Namens. So ganz aus dem Sinn war sie trotz der Ferien nie, mag sie auch aus den Augen gewesen sein.
Danach suchte ich im entsprechenden Institut nach Tandempartnern. Es ist ungeschriebenes Gesetz in unserem Metier, sich nur Tandempartnerinnen zu suchen, und wer bin ich, mit der Tradition zu brechen. Zwar habe ich bisher erst zwei angeschrieben, aber geantwortet hat noch niemand.
Heute Morgen ging ich ins Prüfungsamt. Die sagten mir, dass immer noch keine Gutachten meiner Abschlussarbeit vorlägen. Und das nach drei Monaten. Gut, dass nichts funktioniert.
Nachmittags war die Einführungsveranstaltung, wo immerhin ein paar bekannte Gestalten waren. Und der Betreuer meiner Arbeit, den ich dann mal an etwas erinnern durfte. Bald, sagte er. Er hätte es schon gelesen. Mit Freude. Das ist doch etwas. Aber wahrscheinlich nicht das Hauptkriterium.
Auf dem Gang lief mir schon wieder die Bergsteigerin über den Weg und fragte mich dieses Mal, ob ich auch wieder in den Koreanisch-Kurs kommen würde.
Das ist alles ziemlich gefährlich, denn ich habe so gut wie keine Angst vor ihr. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie besser welche vor mir haben sollte. Ich mag sie, irgendwie, aber da hört die emotionale Bindung auch fast schon wieder auf. Hätte ich die Gelegenheit, würde mich das allerdings nicht davon abhalten, ihr näher zu kommen, nur um der Nähe willen. Zum Glück habe ich selten solche Gelegenheiten.
17.4.12 21:21


Für jede Sache, die funktioniert, gehen fünf schief. Ich glaube, das war auch der Grund, warum ich mir früher regelmäßig zu Semesterbeginn "Wehret den Anfängen!" auf die Fahnen geschrieben habe.
Gestern, am späten Abend, antwortete die potentielle Tandempartnerin, Terminverhandlungen laufen. Heute stellte ich fest, dass der Japanisch-Kurs, der nur knapp über meinem Niveau liegt (der auf den folgt, den ich letztes Semester abgeschlossen habe) aus unerfindlichen Gründen nicht stattfindet. Davor war ich schon bei einem frühmorgendlichen Hauptfach-Kurs, der zu den wenigen Sprachkursen gehört, die mir etwas bringen könnten. Leider war außer mir nur ein anderer Student da. So wird der Kurs nicht lange stattfinden.
Zwischen all dem gammelte ich in der Bibliothek herum und versuchte, mir selbst auf die Sprünge zu helfen, wie Japanisch noch mal funktioniert. Da lief mir das Mädchen über den Weg, das sich überrascht gab, mich zu sehen. Die SMS muss in den Weiten des Äthers verschollen sein.
Es ist wieder mal schwer zu fassen. Manchmal kippt meine Stimmung schon vollkommen, weil meine Gedanken irgendetwas streifen, und mir ist nicht mal wirklich bewusst, was es war. Dort, im trüben Licht des Flurs, gab es wohl einen konkreteren Grund, nur kenne ich ihn nicht. Aus dem stetigen Ebenmaß des Gespräches erwuchs eine kolossale herzzerbrechende Enttäuschung.
Vielleicht hätte es geholfen, hätte sie mich umarmt. Der Gedanke kam mir, als ich alleine im großen Referenzraum saß und sie ab und an herumwuselte und Bücher einsortierte. Nur leider schien unter anderem meine Körpersprache dagegen zu sein. Das greifbarste Zeichen war, dass ich während der ganzen Zeit meinen Ordner mit beiden Händen vor dem Bauch hielt. Wie einen Schutzschild. Möglicherweise waren auch noch andere Beteiligte dagegen.
Irgendwann fand ich die Kraft, sie anzusprechen und ein Treffen anzuregen. Sie sagte, sie würde sich melden.
Wenn meine Kurse weiter in dem Tempo wegbrechen, wird es kritisch. Ich war heute, trotz aller Bemühungen, um kurz nach drei zu Hause. So viel weiß ich dann auch nicht mit mir selbst anzufangen, dass ich mich so drei Tage in Folge durchschlagen könnte. Nun denn, abwarten, wie es sich einpendelt.
18.4.12 21:59


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