fleurchen

thatgirlthere

dig.out.yr.soul

Play all day


(Tellerrand)




  Startseite
  Über...
  Archiv
  Groschenroman
  Retrospektive
  Disclaimer
  Packungsbeilage
  Gästebuch
  Kontakt
 




http://myblog.de/kaputo

Gratis bloggen bei
myblog.de





Der Seidenfaden

Dass myblog gestern Abend nicht ging, als ich schreiben wollte, kam mir eigentlich ganz gelegen. Denn zu sagen gibt es sowieso nicht viel. Andererseits wundert es mich aber, wie alles zwei Monate lang mehr oder auch mal weniger kaputt sein kann.
Mir ist aufgefallen, dass ich noch eine Sache klären müsste, und je nachdem, wie das Ergebnis ausfällt, würde das Arbeit bedeuten. Im nächsten Semester an der Uni eingeschrieben zu bleiben, obwohl ich eigentlich alle Prüfungen abgelegt habe, erfordert nämlich eine kreative Anwendung des Umschreibens in zulassungsfreie Fächer. Das zu klären wäre wirklich kein Akt, aber...
Dann steht immer noch die Sache mit dem Plan B aus. Dafür hätte ich den ganzen März Zeit, theoretisch. Aber ich will denen ja nicht schon mit dem Einreichen der Unterlagen klar machen, wie es um meine Verfassung bestellt ist. Ich könnte wenigstens anfangen, in dem ich das Formular ausfülle, aber...
Wenn ich aufstehe, bin ich eigentlich fast genau so müde wie am Abend vorher. Und ich kann ausschlafen. Es hilft nur nichts. So lange keinerlei Zwang im Spiel ist, ertrage ich die Tage so irgendwie (z.B. der Zwang, Leute zu treffen etc.), indem ich mich verstecke. Es ist so schon schrittweise schwieriger geworden, es zu ertragen, aber dann habe ich alles noch verschlimmert, indem ich dem Mädchen, in dessen Nähe ich gefühlt zum ersten Mal so etwas wie Geborgenheit spüre, eine Email geschrieben habe, einfach so. Und jetzt warte ich auf die Antwort. Und warte. Bisher keine vier Tage, aber das genügt schon.
Löcher graben ist gar nicht mal so einfach. Zumal, wenn ein Sarg reinpassen muss. Und wenn man nach mehr als drei Stunden mal den Dreck über 1,50 Meter nach oben werfen muss, ist das sowieso alles zu viel. Als ich zusagte, dachte ich, das wäre Sache von einem Nachmittag. Jetzt müssen wir Montag noch mal ran. Mein Kumpelcousin und ich. Heute war noch ein Dritter dabei. Naja, so etwas wirkt wenigstens der Marx'schen Entfremdung entgegen.
3.3.12 21:27


Als ich dachte, die Ferienstimmung halbwegs erreicht zu haben, habe ich den Effekt unterschätzt, den eine längere Trennung von ihr auf mich hat. Und das waren bisher nur drei Wochen. Vier stehen noch aus. Erschwerend kommt hinzu, dass ihre Antwort weiter auf sich warten lässt. Und der Druck, etwas für meine Zukunft zu unternehmen, mit jedem Tag wächst.
Es geht mal wieder steil bergab, talwärts.
Ich habe das Gefühl, seit 24 Jahren in der Kälte zu stehen. Und die einzigen Zeitfenster, in denen ich das Gefühl nicht hatte, waren die Tage, an denen vor inzwischen 7 Jahren der Tanzkurs stattfand, und die beiden viel zu kurzen Semester, in denen mich keine 10 000 Kilometer von ihr trennten.
5.3.12 23:37


Es wird höchstens unmerklich besser. Wenn überhaupt. Dass sie eine Woche mit dem Antworten wartet, mag sogar System haben. Möglicherweise ist sie ja auch in Urlaub. Oder sowas. Ich versuche derweil immer noch, Motivation dazu aufzubringen, etwas aus meinem Leben zu machen, aber es erweist sich als genau so schwierig wie erwartet.
Totengräber würde natürlich genau meinem Temperament entsprechen.
Nachdem wir das Grab heute zugeschaufelt haben, und gestern Abend sowie Sonntagabend kleine Spontan-LANs gemacht haben, will mein Kumpelcousin sich auch heute nicht langweilen müssen. Sein ehrgeiziger Plan ist, zu zweit 6 Bots auf der höchsten Schwierigkeitsstufe bei C&C Zero Hour zu niederzuringen. Und zwar auf allen 8er-Maps. Da haben wir was vorgenommen.
Da ich die letzten Tage nicht mehr so oft in die Rolle des Pianisten schlüpfen konnte, hat sich mein Fortschritt verlangsamt. Außerdem musste ich das bisher Gelernte auch mal glatt bügeln, was einiges an Zeit in Anspruch nahm. Aber es fehlen nur noch zwölf Takte bis zum Ende des ersten Satzes.
7.3.12 17:59


Inzwischen habe ich das Formular ausgedruckt. Ausgefüllt habe ich es noch nicht. Mit Glück habe ich mich noch heute Abend so weit gesammelt, dass ich das hinter mich bringen kann. Bis auf den Teil, wo man eine schöne Geschichte erzählen muss und in Klammern dabei steht: (Idealerweise: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?) Dann fehlen nur noch diverse Bescheinigungen, die ich alle schon von vorherigen Gelegenheiten eingescannt habe, und das größte Problem, das Foto. Wenn ich mich so zeige, wie ich gerade aussehe, sieht selbst ein wenig geübtes Auge durch mich durch. Hätte ich eine andere Statur, könnte ich mich so als Holzfäller in Kanada bewerben, ohne diese beispielsweise als Sänger eines amerikanischen Folk-Kollektives. Ich bin zugewuchert, und das hat System: Das einjährige Getrenntsein von ihr und die damit einhergehende Partystimmung sprießen aus meiner Haut, und das Pendel mag zwar auf dem Weg in die Gegenrichtung sein, aber der Effekt setzt sicher auch zeitversetzt ein.
Morgen ist zumindest mal der Friseurtermin, aber der ist sowieso fast Turnus-mäßig. Viel wichtiger wird es sein, unterhalb der Augenbrauen zu roden. Damit ich jung und dynamisch aussehe und verhindere, dass irgendein Personalchef mir auf die Schliche kommt.
Heute bin ich zum ersten Mal durch den kompletten ersten Satz der Mondscheinsonate gestolpert. 210 Jahre alte Traurigkeit. Es liegen allerdings immer noch einige Stolpersteine auf dem Weg, die ich mit zielsicherer Präzision treffe.
9.3.12 21:38


Anderthalb Wochen mit dem Antworten warten hat kein System, glaube ich. Ich für meinen Teil habe das Warten anscheinend schon aufgegeben, sonst würde es mir nicht so leicht fallen, jeden Tag meine Emails zu checken.
Ich habe jetzt Passfotos, auf denen man mein Gesicht sieht. Die Argumentationskette, warum ich ausgerechnet ich davon profitieren würde, ist aber immer noch nicht lückenlos. Eher hört sie einfach mittendrin auf. Und eigentlich geht es sich bei der Auswahl der Arbeit nur darum, das Übel möglichst klein zu halten, was ohne genaue Kenntnis der Bedingungen natürlich nicht so einfach ist. Naja, sollte das funktionieren, bin ich zumindest an einem schönen Ort. Details zu gegebener Zeit. (Was dauern wird.)
Was mir Sorgen macht ist, dass ich keine Antwort auf eine weitere Frage zu meiner Umschreibung bekomme. Käme eine, würde ich aktiv werden. So mache ich einfach nichts. Das werde ich dann offensichtlich mal auf eigene Initiative angehen müssen. Ich ahne die Antwort ja sowieso, es wird die sein, die mehr Arbeit bedeutet. Aber da sich niemand wegen meiner Praktikumsbewerbung meldet, muss ich mir die Option "An der Uni rumhängen" offenhalten.
Ich habe mein Leben einfach wunderbar im Griff.
Nachdem ich die vierte Staffel Simpsons durchhabe, habe ich gestern Abend einfach mal die ersten beiden Folgen "Sex and the City" von den DVDs meiner Schwester geschaut. Das kann man sich schon anschauen.
Ich bin ja ein geduldiger Mensch, aber so langsam reicht selbst mir der Mist hier mit myblog.
12.3.12 20:29


Klirren

Montagmorgen um 8 vom Bohrer geweckt, der das Schlafzimmer meiner Eltern direkt nebenan renoviert, gestern früh aufgestanden um Eier verkaufen zu fahren, heute vom Bohrer geweckt und nachmittags den ganzen Tag rumgescheucht worden (Schleifmaschine, Düngemittel, Spachtelmasse). Als einer der Handwerker, ein alter Bekannter der Familie, am Montag den Strom abstellen musste, während ich Klavier am Keyboard spielte, lobte er mich für meine holprigen Gehversuche. Das war bisher die einzige Bestätigung, die ich dafür bekommen habe.
Das einzige, was bisher diese Ferien von dem Horror unterschied, den ich letztes Jahr im Frühling "Ferien" nennen durfte, war ein Mehr an Freizeit. Und genau das macht sich gerade aus dem Staub. Meine Stimmung verhält sich kongruent. Ich fühle mich wie ein weinendes Häufchen Elend, das schon sehr lange keine Tränen mehr herausbringt.
Irgendwie habe ich es trotzdem (oder gerade deswegen, Kraft der Verzweiflung?) geschafft, mich erstens um meine wichtige Bewerbung zu kümmern (Et maintenant, rien ne vas plus.. Ich hasse Roulette.), und zweitens die Umschreibung in Angriff zu nehmen, indem ich einen Termin gemacht habe, um die nervige Unterschrift zu bekommen. Bei den Spritpreisen extra deswegen in die Unistadt zu fahren ist natürlich alles andere als elegant, aber was will man machen.
Um alles noch mehr auf eine Karte zu setzen, habe ich auch das Mädchen auf den Bildern angeschrieben. Die Bestätigung wäre lebensnotwendig, die Zurückweisung tödlich.
Kopf oder Zahl.
14.3.12 22:36


Nicht, dass es irgendwie besser geworden wäre. Nur erscheint es durch den Schleier der Müdigkeit viel relevanter als alles andere, dass ich ins Bett komme. Und das ist immerhin mal eine klare Richtung.
Die ziemlich präzise funktionierende Ablenkung der spontanen Zwei-Mann-LAN mit meinem Kumpelcousin, der ohne seinen World of Warcraft-Account ziemlich viel Zeit hat, hat gestern Abend ihren Teil dazu beigetragen. Das Ergebnis wurde dann heute Morgen sichtbar, als ich zum Eier verkaufen früh aufstehen musste.
Der 2. Satz der Mondscheinsonate ist technisch viel anspruchsvoller. Und er hat einen Rhythmus. Und sowas ist an der Gitarre schon schlimm. Dann spielt man, was man spielen soll, aber es klingt komisch. Also muss man sich das Original tausend Mal anhören, am besten verlangsamt. Furchtbar. Abgesehen davon habe ich sowieso die letzten Tage viel zu wenig Zeit dafür gehabt.
Es ist das Übliche in den Ferien. Was auch immer ich sonst auf Mädchen projiziere, in solchen Zeiten ist es jedes Mal ungleich intensiver. Wenn ich vor die Tür gezerrt werde, um Eier zu verkaufen, laufen auch manchmal hübsche Mädchen durch die Straßen, die die Sirene nicht hören und sich nicht schnell genug verstecken können. Und dann sehe ich sie. Am Dienstag zum Beispiel hat mal wieder eines Zeitungen ausgetragen. Als sich unsere Wege kreuzten und sie "Hallo" sagte, hat sich der Teppich unter meinen Füßen selbstständig gemacht. Kein Entkommen, wenn sie kommt. Und wenn sie geht, ist dir dein Leben genommen.
Wussten schon Doppelkopf, die weisen Alten. Hätten sie mir mal ein Amulett überreicht.
16.3.12 22:33


Die Antwort vom Mädchen auf den Bildern kam. Immerhin kam überhaupt eine. Aber leider keine, die mich spürbar erfreut hätte. Und das war ja von vorneherein das Ziel. Wobei das auch ein ziemlich utopisches Ziel war. Vielleicht, wenn ich dranbleibe und ihr ein Gespräch aufzwinge...
Wenn ich übermorgen in die Unistadt fahre, besteht ja die theoretisch Option, mich auch mal mit dem Mädchen zu treffen, das im Gegensatz zu allen anderen bei solchen Überlegungen nicht gleich das Land verlässt und ihren Namen ändert. Das Problem ist nur, dass es inzwischen fast drei Wochen ohne Antwort sind, und sich in der Folge die Angst eingeschlichen hat. Das erschwert das Handeln immer und schränkt die Möglichkeiten stark ein.
Manchmal habe ich Angst, dass die Verletzung endgültig an die leere Stelle rückt, wo der Charakter sein sollte. Ist das erstmal der Fall, lässt sich mein weiterer Lebensweg sehr leicht prognostizieren. Noch leichter als jetzt, wo zumindest noch ein Fünkchen Hoffnung besteht.
17.3.12 21:57


Infusion

Jetzt habe ich es glaube ich verstanden. Gar nicht antworten hat System. Schickt man dem Mädchen, das mit Emails offensichtlich nur unter Zwang etwas anfangen kann, allerdings eine SMS und kündigt sich kurzfristig an, kommt ziemlich direkt ein "Klar!" zurück.
Es ist so: Lebt man über längere Zeit in ständiger Anspannung und hat keine Gelegenheit, sich zu entspannen, ist der ganze Körper verspannt. Das schlägt zurück auf die Lebensqualität, man fühlt sich einfach nicht wohl und sehnt sich nach einer Massage. Das sollte jeder kennen.
Da ich mich hier an der Grenze des Sagbaren bewege, weiß ich mir nicht anders zu helfen: Psychisch lief das über die letzten Wochen bei mir exakt parallel dazu ab. Als würde die Seele verkrusten. (Und dazu kam natürlich noch der obige körperliche Aspekt.)
Auftritt des Mädchens, das hart daran arbeitet, mir die Bedeutung von Handys für die moderne Welt zu zeigen. Nach einem Treffen mit ihr fühle ich mich jedes Mal so verjüngt, beweglich, als hätte sie meine Fesseln gelöst. Und dabei habe ich (mal wieder) während beiden (zwei!) Umarmungen die Schotten dicht gemacht. Der Gesprächsstoff hielt eine gute Stunde, dann gingen wir noch zusammen ein langes Stück Weg, und dann war sie schon wieder für drei Wochen aus meinem Leben verschwunden.
Nur wird sie einen Teil von mir (den größten?) sicherlich nie verstehen. Thema bisherige Ferien. "Und Klavier spielen natürlich." - "Und was kannst du jetzt?" - "Den ersten Satz der Mondscheinsonate." - "Der ist so langsam, schläft man da nicht bei ein?" Das war eindeutig die falsche Frage. Beim vorletzten Treffen vor den Ferien benutzte ich das Wort "kafkaesk", natürlich im gesellschaftlich akzeptierten Sinne, auf Bürokratie bezogen. "Das Wort hab ich schon mal gehört, aber wieder vergessen, was es bedeutet." Auch das spricht Bände.
19.3.12 21:13


Wann immer es nicht nur darum ging, mich durch Prüfungen etc. zu mogeln, ist bei mir so ziemlich alles mit einem großen Kraftaufwand verbunden gewesen. Und als die Kraft in der letzten Zeit mal wieder knapp begrenzt war und es darum ging, mein Leben in die Hand zu nehmen (was sowieso schon Gefühle auslöst, die sonst nur Autos kennen, denen man bei voller Fahrt den Rückwärtsgang aufzwingt), passierte, was passieren musste. Nachdem ich die äußerst wichtige Bewerbung abgeschickt hatte, las ich mir noch mal eines der betreffenden Dokumente durch, wo von "Anschreiben" die Rede war, was woanders nicht stand. Das verunsicherte mich. Vorher hatte ich mir Gedanken darüber gemacht und war zu dem Schluss gekommen, dass ein anderer Text dem entsprechen würde. Nach dem Abschicken war ich plötzlich nicht mehr so sicher. Also fragte ich nach. Hätte ich wohl besser vorher getan. Die nette Antwort enthielt eine Erklärung, dass es nicht notwendig sei, aber die meisten es trotzdem tun würden. Weil ein Anschreiben eine gewisse Funktion erfüllt und so. Es war sicher nicht beabsichtigt, klang aber, als wäre es an ein ahnungsloses Kind gerichtet. Oder so kam es mir jedenfalls vor. Was ja nicht ganz daneben liegt. Ich könne das noch nachreichen, stand da auch noch.
Und das wirklich Lustige kommt erst jetzt. Mir fiel auf, dass ich anderthalb Jahre alte Notenlisten beigefügt hatte. Ich dachte mir bei der Vorbereitung: "Ich werde hier doch gewiss nur die aktuellen Sachen rumfliegen haben." und schaute gar nicht erst nach. Weil, wie gesagt, bei Treibsand jeder Schritt anstrengend ist. Dem war aber leider nicht so. Kolossale Selbstsabotage.
Solange die Mitarbeiterin kein Stimmrecht bei der Einstellung hat, sollte das eigentlich keine Nachteile haben.
Ich glaube nicht, dass das ein Zeichen ist, dass ich das nicht machen will. Es ist eher ein Zeichen, dass ich gar nichts machen will.


Ich sah heute eine sehr hübsche Rothaarige. Es hat mich nicht vollkommen zerstört. Das heißt vermutlich, dass die Infusion, die mir das Mädchen mit den nicht ganz so roten Haaren verpasst hat, noch wirkt.
20.3.12 22:42


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung