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Entzugserscheinungen

Langsam schält sich ein Muster heraus: Immer, wenn die Sache droht, zu gut zu laufen, kommt irgendetwas dazwischen. Das war Mitte November so, als meine Vorfreude auf das erste gemeinsame Mittagessen gegen die Wand lief, die ihre Krankheit gemauert hatte. Das war Ende Dezember so, als es zu lange zu gut gelaufen war, und Ferien und ihr Untertauchen mir einen Stock in die Speichen geworfen haben. Dieses Mal ist sie wieder krank geworden.
Gestern habe ich noch versucht, es zu rationalisieren. In gewisser Weise war es sogar faszinierend, dass sich die Natur unserer Beziehung in ihrer Störanfälligkeit wiederspiegelt, wie sich Gesetze in Naturerscheinungen verstecken. Ordnung, wo alles Chaos schien. Und dann konnte man der Grenze noch ablesen, welches Terretorium schon erschlossen ist.
Aber dann war gestern Abend Spontan-LAN beim Typ, ich war heute müde und plötzlich war es nicht mehr ganz so leicht zu ertragen.
Als ich gestern Nacht nach Hause kam, war es bitterkalt und man sah tatsächlich Sterne am Himmel.
Und heute war fürs Erste meine letzte Stunde Gitarrenunterricht.

Ich würde ihr gerne mitteilen, dass ich fest eingeplant hatte, dass wir uns noch zwei Mal treffen, bevor ich für die Semesterferien nach Hause fahre.
1.2.12 23:18


In letzter Zeit bin ich wieder dazu übergegangen, einen Grund für meine Traurigkeit haben zu müssen. Also: Worüber bin ich heute traurig? Ich erkläre ja immer allen (mir selbst inklusive), dass ich deswegen ins Zirkeltraining gehe, weil es für den ganzen Körper gut ist. Aber eigentlich liegt es daran, dass wohl im gesamten Unisport nur Bauch-Beine-Po einen höheren Mädchenanteil hat. Oder vielleicht noch Tanzen. Gestern war es dann mal im extremen Ausmaß andersrum. Noch dazu konnte ich den Heimweg nicht ungestört genießen, weil irgendjemand unbedingt mit mir reden wollte. Heute wollte ich auf jeden Fall aufstehen, vielleicht sogar früh. Es wurde halb 2, und da war ich dann von mir enttäuscht.
Außerdem dauert es noch bis Sonntag, bis ich sie wiedersehe. Das mag am schwersten wiegen.
Heute habe ich die Kündigung meiner Wohnung zurückgezogen und die Gebühren für das nächste Semester bezahlt. Wenn ich Glück habe, kann ich hier ein Praktikum machen, wenn nicht, hänge ich einfach weiter an der Uni rum. Am besten wäre natürlich eine Mischung aus beidem, wenn das Praktikum Teilzeit wäre. Es ist alles unelegant, aber nicht das befürchtete Desaster, nachdem ich keine Praktikumsstelle in China bekommen habe.
Nach 250 Seiten "Das Sein und das Nichts" habe ich folgendes Bild von Sartre: Er jongliert mit Heideggerscher Terminologie und zaubert Kaninchen aus dem Hut, die das gestellte Problem wie durch ein Wunder lösen. Und tanzt dabei auf einem Ball, aber das ist nicht so zentral. Außerdem habe ich nicht das Gefühl, besonders viel zu verstehen.
Nachdem ich gestern meinen PC formatiert und neu aufgesetzt habe, hoffe ich jetzt, dass alles wieder ein bisschen flüssiger läuft. Aber ich sollte nicht zu viel erwarten, auch Hardware ist vor Altersschwäche nicht gefeit, und ich habe immer noch eine GeForce 4200 drin und andere Antiquitäten wie 80GB-Festplatten.
3.2.12 18:32


Ganz am Ende fragte sie: "Warst du eigentlich schon mal bei mir zu Hause?" Seitdem lache ich innerlich einfach nur noch. Also, ich lache mich kaputt.
Sie kennt offensichtlich die wichtigsten Regeln im Umgang mit mir nicht: 1. Es gibt eine enge Obergrenze für die Anzahl an Personen, die in einem Jahr mein Zimmer betreten. 2. Das gleiche gilt andersrum für mich und die Zimmer anderer. Und Zimmer von Mädchen sind sowieso Tabu.
Aber ihr war all das von Anfang an eigentlich ziemlich egal. Jetzt werde ich also wohl im Laufe der nächsten Woche zu ihr kochen gehen. Innerer Zirkel? Sieht fast so aus.
Nur dass ich die Umarmungen wirklich zulasse, hat mal wieder nicht so geklappt, wie es sollte.

Ich habe heute meinen Wecker nicht gehört, wurde um 9 wach, packte Brote ein, trank eine Tasse Milch, nahm den Bus um viertel nach und war als erster im Unterricht. Um halb 10. Pünktlich aufstehen ist nur was für Weicheier und Kommunisten.
5.2.12 23:56


Zwar versuche ich mich nach einer Pause mal wieder daran, bei der "Mondscheinsonate" vorwärts zu kommen, aber eigentlich bin ich über Musik gestolpert, die ich wahrscheinlich sowieso und ausschließlich hören würde, läge nicht ständig diese niedrige Decke aus Marmor über meiner Stimmung. Es ist jedes Mal aufs Neue erstaunlich, wie ich an solchen Tagen wie dem heutigen durch meine Musiksammlung gehe und sehr wenig finde, was sich nicht aufs hefigste mit meiner derzeitigen Stimmung beisst.
Apropos Gitarre. Schon vor mehr als einer Woche habe ich das Projekt "L'America nach Gehör spielen" abgeschlossen und auch direkt Tabs im Internet gefunden, um das Ergebnis zu vergleichen. Hoffentlich hatte ich die nicht vorher schon gefunden gehabt und es nur vergessen. Auf jeden Fall stimmen der Urheber und ich bis auf wenige Ausnahmen ziemlich genau überein. Mal muss ich ihm vollkommen Recht geben, mal sehe ich seine Version kritisch. Und das alles ist ziemlich erstaunlich, bedenkt man, dass ich meistens immer noch zwei Mal überlegen muss, ob das jetzt gerade höher oder tiefer gegangen ist. Natürlich war das mit das einfachste Stück, das ich mir dazu aussuchen konnte, aber hätte man mir das noch vor einem halben Jahr gesagt, dass ich überhaupt mal irgendwann etwas raushören würde, hätte ich das wohl kaum geglaubt. Und jetzt habe ich zumindest das Handwerkszeug beisammen. Fehlt nur noch ein neues Trainingsobjekt.
Heute war die Koreanisch-Klausur. Ich wollte gestern Abend anfangen zu lernen, da kam mein Kumpelcousin an und wollte zocken. Ich meinte: "Ein bisschen geht noch." Den ganzen Abend ging offensichtlich auch noch. Also bin ich heute etwas früher aufgestanden und wollte mich noch etwas vorbereiten. Zuerst habe ich noch einige Übungen gemacht, die die Dozentin während der Klausur korrigieren wollte. Dann bin ich ins Institut, weil ich dachte, da nicht so abgelenkt zu sein. Dort lief ich an einem der Räume vorbei, in den ich mich setzen konnte, und sah darin eine Kommilitonin aus dem Kurs, die beim Unisport immer an der Einlasskontrolle steht, mit den Leuten da redet und mich grüßt, und die auch gerade einen Blätterstapel ausgebreitet hatte. Also dachte ich mir "Naja." und setzte mich auch in den (kleinen) Raum. Neben sie, aber dazwischen hätte immer noch sehr sehr ein dicker Mann gepasst. Wirklich viel gelernt habe zumindest ich nicht, aber sie hat gerade noch rechtzeitig erfahren, dass das Etwas am Ende eines koreanischen Satzes das Verb ist.
Komisch, eigentlich. Wo war meine Angst hin? Wo meine Kontakunfreudigkeit? Vermutlich dachte mein Unterbewusstsein: "Die Ablehnung wäre nicht tödlich, die mögliche Bestätigung nicht lebensnotwendig, da löse ich mal die Fesseln ein wenig."
Ich glaube ja, obwohl ich da nicht viel von verstehe, dass das die Welt war, in der die meisten Leute die meiste Zeit leben, nur aus einer selten eingenommenen Perspektive betrachtet. Und genau das meine ich, wenn ich darüber nachdenke, wo ich heute wäre, wäre das Mädchen, das immer für eine unerwartete Einladung gut ist, schon früher aufgetaucht.
Ach ja, ich bin de iure als erster aus der Klausur raus. Jemand ging schon nach runden fünf Minuten, und das zählt ja nicht. Mir fielen ein paar wenige Sachen nicht ein, aber ich hatte auch sowieso keine Lust mehr, da bin ich gegangen. Und zum Abschreiben waren alle Leute in Sichtweite einfach zu langsam. Und das ist exakt der Grund, warum ich Hip Hop hören würde. Dicke Hose und so.
Man beachte auch den Paradigmenwechsel. Den "Geist der Schwere" habe ich versuchsweise exorziert und durch etwas ersetzt, was auf den ersten Blick sehr optimistisch aussieht. Solange man nicht weiß, wie es weitergeht.
6.2.12 23:58


Heart of Gold

Mir hat sich die Frage aufgedrängt, warum ich ihr so bedingungslos vertraue. Zumindest mir konnte ja nicht entgehen, was passiert, wenn sie nur mal krank wird und ein Treffen absagen muss. Und würde sie irgendwann mal beschließen "Entschuldigung, aber diesen Monat habe ich wohl keine Zeit für dich.", würde es erst richtig losgehen. Wie kann ich also mein Schicksal in diesem Maße in ihre Hände legen und trotzdem nicht an der Angst zerbrechen?
In meinem Kopf artet das dann immer eine Zelebrierung all ihrer positiven Eigenschaften aus. Aber der Kernpunkt ist: Man findet wohl nicht oft Personen, die in diesem Maße "emotional gesund" sind (in Ermangelung einer besseren Beschreibung). Einen Baum, der so gerade gewachsen ist. Soll heißen, von ihr würde ich es zuletzt erwarten, an irgendjemandem irgendetwas auszulassen, was mit dieser Person nichts zu tun hat. Und auf der anderen Seiten würde man es wohl zu spüren bekommen, wenn man ihr auf der Nase herumtanzt, also ist Ersteres kein Zeichen der Schwäche, sondern das genaue Gegenteil. Aber das bekomme ich immer nur aus 2. Hand mit. Oder ich habe Unrecht und man merkt es doch nicht.
Dazu kommen halt noch die glücklichen Umstände, dass ich mich auch für sie interessiere, und sie aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen den Kontakt mit mir sucht.
8.2.12 22:31


Vorlauf

Am Tag vor der Premiere ist man immer aufgeregt. Wobei es ja nicht mal sicher ist, ob ich dann tatsächlich ihr Zimmer betreten werde. Technisch wäre die WG-Küche ja nicht das gleiche. Es ist auch in anderer Hinsicht eine Premiere: Da sie das ganze zeitlich vorverlegt hat, ist es jetzt ein Frühstück, mal etwas anderes als ein Mittagessen. Hoffentlich verschlafe ich nicht. Ich kann sowas, das habe ich auch schon bewiesen.
Ich war heute in der Studentenbücherei, um Sartre zurückzugeben. Leider habe ich es nicht mehr bis zum Ende geschafft, denn nachdem er mit den philosophischen Fragen fertig war (Wer oder was hat ihn bloß gezwungen, die zu stellen?), kam er zu psychologischen und hat da eine weitaus bessere Figur gemacht. Und wenn es nicht so stereotyp wäre, könnte man meinen, dass nur Franzosen dem Sex so viel Aufmerksamkeit widmen (und Heidegger kritisieren, dass er das nicht tut). Nach den Ferien werde ich das wohl zu Ende bringen. Auf jeden Fall überkam mich, als ich da zwischen den Regalen stand, die Antithese zu dem "So viel Zeit, so wenig zu tun" der letzten Tage (Langweilig war es aber noch nicht. Ich mag vor allem den Effekt, dass ich beim Gitarre spielen plötzlich so eine gewissen Sicherheit bekomme, wenn ich es nur ausreichend ausgiebig tue.): "So wenig Zeit, so viel zu lesen."
Wer jetzt denkt, dass ich morgen schon versorgt wäre, nur weil ich mit einem Mädchen frühstücke, der hat noch nicht mitbekommen, dass in meinem Leben jetzt einfach nur die Post abgeht. Am späten Nachmittag kommt mein Cousin hier am Bahnhof an, steigt in mein Auto, wir fahren nach Hause und machen in seiner sturmfreien Bude LAN. So ziemlich direkt, nachdem wir angekommen sind. Geschätzte vier andere Leute sollten auch noch kommen. Das hat langsam Tradition am Semesterferienanfang, könnte man sagen.
Irgendwann, wenn ich mich davon erholt habe, kann ich mich dann mit dem Gedanken anfreunden, sie erst Mal zwei Monate nicht zu sehen, was dann aber ausschließlich an mir liegt. Ferien, die Geißel der Menschheit. Immerhin gibt es dieses Mal einen gebührenden Abschied und obendrauf noch einen gebührenden Einstand.
Mir ist schon wieder etwas Neues zugelaufen. Aber leider haben sich die meisten neuentdeckten Bands bisher eher als Eintagsfliegen entpuppt, die kaum ein tragfähiges Album zu Stande bekommen.
10.2.12 22:32


Da draußen

Ich hab nicht die leiseste Ahnung, kenn das alles nur vom Hörensagen. Und habe Glück, dass es am letzten Tag des Semesters war, denn so habe ich jetzt Zeit, darüber nachzugrübeln.
Nachdem ich nach dem Aufstehen das Handy angeschaltet hatte, trudelte eine SMS ein, die nur aus Tippfehlern bestand. Ich entschlüsselte die Botschaft, und ging noch schnell Milch kaufen. Es wunderte mich ein wenig, aber nicht zu sehr. Als sie die Tür öffnete, ergab aber alles einen Sinn. Unausgeschlafenheit und kleine Augen in sehr gemütlicher Bekleidung schufen so eine vertraute Atmossphäre. Entweder wollte sie wirklich nicht darauf verzichten, oder ich habe ihr meine Angst vor dem Enttäuschtwerden schon in dem Maße eingeflößt, dass sie auch nach einer durchzechten Nacht nicht absagen wollte.
Allerdings wurde sie, die geborene Frühaufsteherin, offensichtlich auch schnell munter, und machte uns Frühstück. Das sehr gut schmeckte. Bis hierhin alles wie immer, also mit den beständigen "So will ich den Rest meines Lebens verbringen"-Hintergedanken, wenn auch an einem anderen, nicht-neutralen Ort.
Der sich dann bemerkbar machte. Zuerst tauchte der Unsympath auf, der schon vor anderthalb Jahren immer an ihr gehangen hatte. So würde ich es formulieren. Den offiziellen Standpunkt vertretend würde es heißen: ... mit dem sie schon damals befreundet war. Er war seitdem weg, ist jetzt aber wieder da, war am Vorabend mit feiern gewesen und hatte anscheinend irgendwo geschlafen. Nicht in ihrem Bett, da schlief zu dem Zeitpunkt noch ihr Freund. Das Erscheinen Dritter neigt dazu, den Schwerpunkt des Gespräches von mir weg zu verlagern. Einer der Mitbewohner kam auch bald in die Küche, und von da an war nicht alles aus, aber. Immerhin war der nicht unsympathisch. Zuletzt gähnte sich noch ihr Freund durch die Tür, und bei so einer Kleingruppe verschieben sich dann die Linien dann sowieso ständig.
Der Punkt ist: Ich weiß jetzt ganz genau, wer ihr auf der Nase herumtanzen darf. Der Mitbewohner verhält sich ihr gegenüber in geringem Ausmaß neckisch, der Unsympath verhält sich immer noch wie ein quengelndes Kind, das Aufmerksamkeit will und ihr Freund hat einen derben Humor (bis hin zu "grob", aber vielleicht wollte er in der Situation auch nur Grenzen markieren, was mehr als verständlich wäre). Und ich sitze da, beobachte das Spektaktel, werfe ab und an etwas ein und bin der kleine Bruder von Langweilig.
Ich verteidige immer noch verbissen die letzte Bastion der Vorstellung, dass nur soziale Konventionen uns davon abhalten, zusammen zu kommen. Aber dieser plötzliche Einfall der Realität auf vielen, so unzählbar vielen Ebenen untergräbt die Moral der Truppe. Was hat sie dazu gebracht, sich so ein Umfeld zusammen zu stellen? Wie und in was für einem Licht passe ich da rein? (Ich ahne die Antwort, schrecke aber vor der schieren Profanität zurück.) Und was, wenn ich da noch mehr und öfter reinpassen muss? Ich konnte das schon für die nicht mehr genau bestimmbare, aber 60 Minuten dicke überschreitende Zeit gestern kaum mit ansehen.
Die andere, viel weniger direkt damit zusammenhängende Sache ist: Das pulsierende Leben normaler junger Erwachsener mit Plänen für die Zukunft so vor mir ausgebreitet zu sehen, und dann auch noch an einem Samstagmorgen, was den Effekt sicher verstärkte, hat mir deutlich gezeigt, wo ich hin müsste. Wo ich wahrscheinlich auch schon mal wahr, nur eben ohne es zu merken. Was sich auch wunderbar mit der alten Einsicht verbinden lässt, dass Beziehungen oft aus Freundeskreisen erwachsen. Ich müsste meine Klause verlassen und raus in den Staub der Welt. Will ich leben anstatt zu vegetieren, bleibt mir kaum eine andere Wahl. Ich könnte es nachher immer noch so machen wie ein Bekannter (noch so eine fragmentarische Beobachtung), der sich laut Aussage von Leuten, die ihn länger kennen, viel seltener blicken lässt, seit er eine Freundin hat. Ich könnte mir vielleicht einen handverlesenen Freundeskreis suchen, wofür ich aber natürlich erst Mal Bekanntschaften bräuchte. So oder so, daran führen nicht sehr viele Wege vorbei. Und die Frage, die schon in der Art begründet lag, wie mir dieser Wegweiser zugetragen wurde, lautet, ob ich das (schon?) ertragen würde.

Ich zweifele nicht daran, dass sie am status quo zumindest festhalten will, das hat nicht zuletzt die Begrüßung gezeigt. Ich würde immer noch die Hand sehr nahe ans Feuer halten, dass sie es bisher immer so gemeint hat, wie sie es getan hat, also nicht mit mir spielt. Was wackelt, ist mein Glaube daran, dass sie das aus den richtigen Gründen getan hat, also letzten Endes der Glaube an mein nicht an die Realität angepasstes Bild von ihr.
12.2.12 23:47


Hätte ich in den vorgestrigen Eintrag noch den Bericht über die LAN gequetscht, hätte ich ein halbes Buch schreiben müssen. Hier also ganz olle Kamellen.
Zum Glück hatte mein Kumpelcousin mich vorgewarnt, dass er mit einiger Verspätung am Bahnhof ankommen würde. Deutsche Bahn und so. Nachdem ich ihn daheim abgeliefert hatte, bin ich selbst nach Hause gefahren, habe die Sachen reingeschleppt, was gegessen und bin wieder los. Und der Anfang war alles andere als reibungslos. Aus diversen Gründen war es notwendig, dass jeder Steam hatte. Dazu musste man endlos viel Zeug ziehen, sich dann online einloggen und am Ende alles offline starten. Da aber genau am vorherigen Tag ein Update gekommen war, das nur einer hatte, wurde alles gleich tausend Mal so aufwändig. Und wenn dann noch 2 Kinder dabei sind, die verwirrt um Hilfe rufen und nichts verstehen, macht es das nicht einfacher. Zum Glück waren die Laufwege so kurz, sonst wäre ich nicht nur nervlich am Ende gewesen. Warum auch immer gerade ich so viel Arbeit hatte. Irgendwann ging alles, wie durch ein Wunder, und wir konnten 4 gegen 4 CS Source spielen. Ausgezeichnet. Dann noch eine Runde 1.6 nachgeschoben, zum Schluss noch Warcraft 3, und plötzlich war 5 Uhr und ich ging bei -16° nach Hause. Bei dem Aufwand hätte man besser noch den nächsten Tag weitergezockt. Eine Notiz am Rande: Zum Glück flog da dieses stabile Klebeband durch die Gegend. Jetzt ist mein Headset an einer zweiten Stelle damit fixiert, und wenn das nicht cool ist, dann weiß ich auch nicht.
Dass ich mit dem Laptop im Rucksack zum Typ oder eben zu meinem Kumpelcousin dackele, ist ein ziemlich häufiger Zeitvertreib geworden, aber mit mehr Leuten macht es doch einfach viel mehr Spaß. Da ist doch eine glückliche Fügung, dass einer der alten Oberstufen-Hallodris nostalgisch geworden ist und die meisten mitziehen wollen, wenn es in zwei Wochen nach jahrelanger Abstinenz mal wieder um die Wurst geht.
Dass ich diesen Eintrag nicht schon gestern geschrieben habe, lag natürlich daran, dass mein Kumpelcousin offensichtlich mal wieder seinen WoW-Account gekündigt hat. Das scheint genau wie mit dem Rauchen aufhören zu sein. Er hat also viel Zeit und Ferien und wohnt ja nicht weit weg. Zu zweit gegen 4 Bots bei Zero Hour ist und bleibt krank.
14.2.12 23:18


Wer hätte gedacht, dass es ein Zuviel an Musik geben kann. Aber wenn ich den ganzen Tag Keyboard und Gitarre spiele, schauen mich meine Finger irgendwann fragend an und beschweren sich: "Hast du nichts Besseres zu tun?" Denn seit Montag steht das schon lange nicht mehr benutzte Keyboard meiner Schwester in meinem Zimmer, das dementsprechend jetzt ziemlich voll ist. Und da ich dafür sogar morgens aufstehe (zwischen 10 und 11), lässt nachmittags die Konzentration nach.
Da ich ganz früher, als meine Schwester angefangen hat, auch ab und zu ein paar Sachen gelernt habe (Star Wars-Titelmelodie!), in der Schule selten auch mal Unterricht im Keyboardraum hatte und sowieso an keinem Tasteninstrument vorbeigehen kann, fange ich nicht bei Null an. Aber dann doch bei 0,5. Und treffe genau auf die erwarteten Probleme: Noten lesen dauert ewig, und mit zwei Händen spielen geht gar nicht. Ersteres gibt sich hoffentlich mit der Zeit, obwohl ich so auch meine musikalische Intuition trainieren könnte. Wegen Letzterem mache ich Übungen und hoffe, dass ich mir das halbwegs schnell aneignen kann. Ich spiele schon nur einzelne Basstöne und fliege trotzdem oft genug raus, wenn eine andere Note drankommt.
Aber wenn ich daran denke, wie lange es damals gedauert hat, bis aus meiner Gitarre etwas herauskam, das man mit Musik verwechseln konnte, bin ich hier doch fast schon schnell.

Ich weiß nicht, wie lange meine Stimmung noch so halbwegs hält, denn die Tendenz ist schon eher nach unten gerichtet.
15.2.12 23:31


24 ist weder eine Schnaps- noch eine Primzahl. Das ist natürlich Mist. Wobei ich allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen dem und meiner Stimmungskurve feststellen konnte, also besteht noch Hoffnung. Aber alt bin ich jetzt sowieso.
Da ich aber immer noch ungeduldig bin, habe ich mich schon gestern ohne Umschweife auf die Werke gestürzt, die mich überhaupt dazu gebracht haben, Klavier zu spielen: Beethovens 14. Klaviersonate (Ich lache mir jetzt erst einmal ein paar Zeilen ins Fäustchen und löse dann) und Schumanns Vertonung von Eichendorffs "Mondnacht". Man sieht in jedem Fall, was Sache ist. Bei "Mondnacht" hatte ich bisher nur Motivation für den Anfang, der einfach wundervoll ist. Der benötigt theoretisch zwei Hände, aber zum Glück hört sich die Melodie alleine auch schon ziemlich gut an. Das andere Problem ist, dass dann der Teil kommt, wo die Singstimme singen sollte, da wird es für den Pianisten eher weniger spannend. Bei der "Mondscheinsonate" ist die Begleitung so unkompliziert, das schaffe sogar ich, und über alles andere muss man fast keine Worte mehr verlieren. Dass ich so langsam vorwärts komme, was mich nervt, liegt vor allem an meiner Unfähigkeit, Noten zu lesen.
Und noch einer aus der äußerst verwirrenden Welt der Musiktheorie: Cis Moll ist ganz offensichtlich die Tonart, in der man den Mond anheult. Beethoven, Schumann und Mono können sich nicht irren. Zumindest, wenn auch da gilt, was ich als einziges in der Schule gelernt habe und heute noch weiß: Der erste Ton ist so gut wie immer der Grundton der Tonleiter.
Bei den ganzen wenigen Geburtstagsgrüßen auf dem sozialen Netzwerk kamen auch ein paar alte Bekannte aus ihren Löchern, aber das, worauf ich gehofft hatte, fehlt bisher. Mehr als zwei Jahre nach den beiden einzigen Treffen gratulierte mir das Mädchen auf den Bildern nicht mehr. Ich kann froh sein, dass sie, seit sie arbeiten geht, generell weniger aktiv ist, so bleibt das als Möglichkeit bestehen. Ich weigere mich weiterhin standhaft, dieses von der Realität so unglaublich unbefleckte Idealbild ziehen zu lassen. (Nach den neuesten Entwicklungen noch mehr als sonst?)
Bisher waren die Ferien noch sehr ferienhaft, gestern musste ich zum ersten und bisher einzigen Mal bei irgendetwas helfen, und davon abgesehen verlaufen sie nach dem positiven Muster: Ich bin beschäftigt, und das mit etwas, das mir Spaß macht. Das mit dem früh aufstehen knickte die letzten beiden Tage schon etwas ein, aber wenn es sich sonst hält, wäre das schon ziemlich gut.
Außerdem nehmen Mono ein neues Album auf, und mit Soap&Skin hat mal wieder jemand etwas veröffentlicht, auf das ich mich freuen konnte.
17.2.12 23:45


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