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Dipol

Wie viel man geschafft bekommt, wenn man sich mal eine Stunde hinsetzt. Wie schwer es ist, sich mal eine Stunde hinzusetzen und produktiv zu sein. Ich hatte mir das Abschlussarbeit schreiben anders vorgestellt. In meiner Vorstellung hatte ich ein klares Ziel und habe regelmäßig etwas dafür getan. In der Wirklichkeit lese ich ab und zu wirr in der Weltgeschichte herum und frage mich, wo das alles enden soll. Ich glaube, der Prof wollte irgendwann mal eine Bibliographie sehen.
Ich habe gestern wieder mit Counter Strike angefangen. Nach bestimmt 3 Monaten Pause habe ich mich aufgerafft und irgendeinen Server ausgesucht. Er ist seltsam (mp_freezetime 0, mp_friendlyfire 1, Admin-Models, ewig viel Soundzeugs, das man erst laden und dann löschen darf), aber wenigstens spielt jemand da. Und gleich am Anfang habe ich in einer Runde zwei Leute gemessert.
Außerdem hatte ich seit dem Wochenende wieder öfter Kontakt mit Xuxici. So langsam bekomme ich das Gefühl, dass es etwas Tragikomisches hat, wie wir aneinander festhalten. In einem gewagten Manöver hat sie gefragt, ob ich ihr irgendwelche Musik empfehlen könne. An Wir Sind Helden sei sogar der Name süß, sagt sie. Zu vielen anderen Bands meinte sie "Zu schwermütig".
Ich habe eine ungefähre Ahnung, welche Akkorde "Rutti" von Slowdive ergeben (#c, H, A). Das liegt vermutlich daran, dass ich vor einiger Zeit mal zwei davon zusammengeklatscht habe und dachte "Das klingt fast, als könnte man was daraus machen, wenn man sowas könnte." Nun, setzt man noch eine dritten hintan, wird wirklich ein Schuh draus. Die wahrscheinlichste Erklärung ist also, dass die Band 16 Jahre in die Zukunft gereist ist und mir meine Idee aus dem Kopf gestohlen hat. Wenn ich, wie gesagt, Ahnung davon hätte, könnte ich schon das ganze Lied können, aber weiter als meine zufällige Entdeckung kam ich bisher nicht.
Es mag schön sein, das Mädchen, das offensichtlich viel durch die Gegend läuft, zufällig zu treffen, aber so langsam fände ich es schön, mal wieder mehr als 10 Minuten mit ihr zu verbringen.
Ist das nicht fast schon die Definition eines Luxusproblems?
1.11.11 22:25


Knäckebrot

Wenn man diesen Eintrag richtig auskosten will, ist es ratsam, sich den vorletzten Satz des vorherigen Eintrages in Erinnerung zu rufen.
Der Wecker klingelte um 8, aber plötzlich war viertel vor 9, und ich quälte mich aus dem Bett. Soviel zu meinem Versuch, wieder einen normalen Schlafrhythmus zu bekommen. Obwohl ich dann nach einem Abstecher zwecks Sachen ausdrucken noch halbwegs zeitig ins Institut kam, hatte ich keinerlei Probleme, den Morgen zu vertrödeln. Mittags war die (einigermaßen verspätete) Antrittsvorlesung des Professors, der meine Arbeit betreut, und er sollte über ein Thema referieren, das mit meinem verwandt ist. Während ich noch auf der Treppe stand und die Bilder illustrer Persönlichkeiten bewunderte, die mit der Uni verbunden waren, tauchte plötzlich das Mädchen, das mich auch ohne GPS-Sender ständig aufzuspüren scheint, in Begleitung eines anderen Mädchens auf. Schon die Art, wie ich auf ihre Begrüßung reagierte, machte mich stutzig. Sie sagte, sie hätte sich gedacht, mich hier zu sehen, wegen des Themas und so, und aus irgendeinem Grund kam ich nicht weiter, als mich dumm zu stellen. Immer wieder toll, Leute mit einer Ohrfeige zu begrüßen. Das könnte man ja noch auf die Müdigkeit schieben, immerhin war ich viel zu spät eingeschlafen und viel zu früh aufgestanden. Nur, dass ich das sonst gar nicht merkte. Wir nahmen also unsere Plätze ein, redeten ein wenig, und dann ging der Vortrag los. Ich fand's interessant. Mittendrin fiel mir auf, dass der Typ auch da war. Nach dem Vortrag deutete sie an, Mittagessen gehen zu wollen, dann kam der Typ, und sie traf auch noch jemand anderen.
Über die Gründe für das, was dann geschah, kann man nur spekulieren. Der Typ meinte: "Gehen wir zum Empfang!" Ich drehte mich um, sah ihren Rücken und dachte nach. Anstatt ihr zu sagen, wo ich hingehe, redete ich mir ein, sie würde ja sowieso gleich nachkommen. Das erschien mir so selbstverständlich. Zumal ich das unbedingt glauben wollte, weil ich nicht wollte, dass der Typ eins und eins zusammen zählt und dann zu viel über meine Gefühle weiss. Also verschwand ich sang- und klanglos. Natürlich kam sie nicht nach. Als wir dann gingen, rief ich sie in einem hilflosen Versuch der Schadensbegrenzung an. Da hatte sich aber alles schon erledigt.
Ich will gar nicht darüber nachdenken, was sie darüber denkt. Ich versuche mir einzureden, dass sie besser früher als später lernt, dass ich anders / schwierig bin. Aber das nützt auch nichts. Es ist eine Sache, zu sagen, die Welt ist ungerecht und versteht mich nicht, deswegen bin ich alleine. Eine andere ist es, zu sagen, ich bin dumm wie Bohnenstroh und habe in etwa das Feingefühl einer Horde brünftiger Elefanten in einem Porzellanladen, und darum stoße ich alle vor den Kopf.
Die Schuld Scham Schande ist kaum zu ertragen und hört nicht auf, mir Stiche zu versetzen.
2.11.11 20:37


Schwarzer Sumpf

Die Frage ist, warum die Erschütterung so groß ist. Es ist nicht nur, dass ich sie unfreundlich behandelt habe. Es ist auch mehr passiert als ein möglicherweise kleiner Knick in ihrem Enthusiasmus, mich zu umarmen, wenn sie mich sieht.
Vielmehr ist ein Lichtstrahl an die falsche Stelle gefallen und hat die Tiefe eines Abgrundes deutlich gemacht, von dem ich dachte, dass ich ihn umgehen könnte, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.
Sie ist alles was ich habe. Das meine ich genau so, wie ich es sage. Und sie bietet mir einen Platz in ihrem Leben an, den ich fast nur noch auszufüllen brauche. Unter diesen Voraussetzungen, dachte ich, könnte ich es mit der Angst aufnehmen und mich wie ein normaler Junge verhalten. Das uncoolste, was sie mir gegenüber getan hat, war bei unseren wöchentlichen Treffen letztes Jahr ein einziges Mal zu spät zu kommen. Es gibt also rational keinen Grund, ihr nicht zu vertrauen. Sie spielt nicht mit mir, sie macht keine gute Miene zum bösen Spiel, sie wird mir wohl kaum in den Rücken fallen. Einige der letzten Einträge sollten das jedem (außer mir) klargemacht haben.
Aber das ist der springende Punkt. Die Angst ist nicht rational.
Sie ist älter, liegt tiefer, ist fest verwurzelt und hat ihre Sporen überall verteilt. Die Frage ist, nur warum das ausgerechnet jetzt so intensiv einsetzt, und nicht schon früher kam. Vermutlich hat sich unsere Beziehung nach ihrer Rückkehr verändert. Wir treffen uns nicht mehr unter dem Vorwand, Hausaufgaben zu machen, sondern als "Freunde". De facto ändert sich wenig. Aber doch scheint die Gefahr, dass sie mich verletzt, jetzt realer, weil ich sie näher an mich heran gelassen habe. Erschwerend kommt dann sicher noch dazu, dass sie, wie gesagt, alles ist, was ich habe, mir das letzte Jahr ohne sie noch in den Knochen steckt, und ich folglich mit aller Macht verhindern muss, dass ich sie verliere. Was den Druck vertausendfacht.

Steht diese Antwort auch in den Frauenzeitschriften, wenn mal wieder die Frage "Warum sendet er widersprüchliche Signale?" erörtert wird?
3.11.11 23:12


Was für eine Woche.
Heute lief sie mir über den Weg, als sie panisch durch die Gegend lief, weil gleich ihre erste Stunde als Tutorin stattfinden sollte. Sie redet noch mit mir. Das ist beruhigend.
Später traf ich zufällig den Typ, und er erzählte, eigentlich wollte er auch den Lektürekurs machen, in dem bisher nur sie ist und irgendjemand anders ist, und in dem ab nächster dann auch ich noch sein sollte. Irgendwie missfällt mir das. Ich will meine Aufmerksamkeit nicht teilen müssen.
Übermorgen will der Typ auch mal wieder LAN machen. Wenn ich ihm sage, dass ich den Kurs mache, erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, dass er kommt. Wenn ich es nicht sage und dann da bin, sieht das seltsam aus. Dementsprechend werde ich das Thema besser irgendwie anschneiden.
So ein Aufwand...
4.11.11 23:59


Ganz sachte und langsam wage ich mich wieder ans Bewerbungen schreiben. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, hat das schon wieder über anderthalb Monate geruht. Mir fiel nur auf, dass ich mal neuere Notenlisten einscannen sollte, und das ist eine ziemlich gute Ausrede. Zu meiner Verteidigung kann ich aber sagen, dass ich immerhin mal ein Anschreiben verfasst habe.
Die Sache mit der Anmeldung der Abschlussarbeit habe ich bisher auch extrem verschleppt, aber morgen gehe ich mal zum Prof und hole mir eine der (anscheinend vielen...) Unterschriften, die ich benötige.
In meinem Kopf entsteht zwar langsam eine Konzeption der Arbeit, aber das passiert einfach so, ohne dass ich viel mehr lese als vorher.
Mir ist jegliche geistige Spannkraft abhanden gekommen. Es fällt mir so schwer, mich zu konzentrieren, und noch viel schwerer, mich überhaupt dazu zu bringen, mich zu konzentrieren. Lieber versuche ich, meinen Wachzustand dem Schlaf anzupassen und einfach nachzugeben.
Ich versuche, mir logisch herzuleiten, ob ich Gefühle für das interessante Mädchen haben sollte oder nicht. Eine der wenigen geistigen Arbeiten, zu denen ich noch fähig bin. Und das wird dann richtig erbärmlich, wenn man sich mal vor Augen führt, was ich da tue. Aber das ist ein etwas dickerer Nebenstrang, über den ich mich mal detaillierter auslassen sollte.
Der Hauptstrang und Grund, warum ich gerade nicht vollkommen untergehe, ist auch viel leichter. In jeder Hinsicht. Ein bisschen hoffte ich, wieder "zufällig" dem Mädchen, bei dem ich mich noch entschuldigen will, über den Weg zu laufen. Aber andererseits war es auch ein verzweifelter Versuch, mich zum arbeiten zu zwingen, bei dem jede Unterstützung willkommen war. Sprich, ich tappte mal wieder ins Institut, aber da war niemand. Also setzte ich mich eine Weile in die Bibliothek, las ein paar Seiten, und ging nach einiger Zeit wieder. Und wen traf ich an der Ausleihe? Richtig. Erst gingen wir bis zu ihrem Fahrrad, dann wollte sie noch in meine Richtung, aber nur bis an die Straßenecke, da entschied sie sich um. Ich hatte gerade den Satz ausgesprochen, der das Gespräch auf den Vortrag vom letzten Mittwoch lenken würde, als sie ihn elegant überhörte und meinte, doch in die andere Richtung zu müssen. Wenn zwei Leute gleichzeitig reden. Ich verstehe ja von sowas nicht viel, aber langsam frage ich mich, ob sie meine unbewusste Körpersprache liest und meinem Herzenswunsch nachgibt, oder wie oder was. So oft kann mich doch niemand umarmen wollen. Was ich gar nicht erst frage ist, wie ich das verdient habe.
In jedem Fall fühlte es sich an, als hätte sie eine ziemlich schwere Last von mir genommen.

Ach ja, die LAN. Ganz lustig.
7.11.11 21:19


Tarzan

Irgendwann sollte ich es mal wieder auf die Reihe bekommen, morgens aufzustehen und was zu tun. Aber offensichtlich werde ich jetzt erstmal krank.
Selbst wenn sie es ahnen würde, könnte das Mädchen, das Strohhälme verteilt, an denen ich mich von Tag zu Tag hangele, niemals wissen, wie viel ich ihr schuldig bleibe. Ich habe es noch nicht geschafft, mich zu entschuldigen, und langsam ist die Zeit dafür abgelaufen. Sie hingegen hat mich zum Kneipenabend der Fachschaft eingeladen. Ich würde ihr das gerne in gleicher Münze zurückzahlen, habe aber keiner Ahnung, welche Währung sie akzeptiert. Vielleicht sollte ich die Idee mit dem gemeinsamen Mittagessen wieder zur Diskussion stellen. Das würde zeigen, dass ich fähig bin, einen aktiven Beitrag bei der Gestaltung zu leisten. Und möglicherweise irgendwie dazu führen, dass wir uns außerhalb vom Unterricht nicht zufällig treffen, wobei sich dann hoffentlich dieses Gefühl einstellt, das bisher irgendwie ausgeblieben ist. Beziehungsweise sich das letze Mal Anfang Oktober eingestellt hat, als ich diesen wundervollen Nachmittag mit ihr verbracht habe.
8.11.11 22:56


Gletscherjagd

Eingeführt habe ich sie hier als das "interessante Mädchen", und später als "Daria". Das sagt eigentlich schon ziemlich viel über sie (und mich) aus.
Seit Anfang des Kurses sitzen wir nebeneinander. Und das isoliert, das heißt keiner von uns hat einen anderen Nachbarn. Ich kann mir vorstellen, wie das von außen aussieht. Nicht, dass wir deswegen viel miteinander reden würden. Trotzdem bestätigt sich mein erster Eindruck von ihr mehr und mehr. Zum Beispiel sollten wir gerade vorgestern eine fingierte Mitbewohnersuche machen, um die Satzform zu üben, mit der man fragt, ob man irgendetwas darf oder nicht. Sie sagte am Ende in einem mir nur allzu vertrauten Ton aus Ironie und bitterem Ernst: "Niemanden gefunden. Ich bleibe alleine." Woraufhin ich in Anspielung auf eine ihrer Fragen meinte: "Allein mit deinen Katzen." Und dabei vor allem an die Simpsons dachte. Dennoch beschreibt das ziemlich genau die Ebene, auf der wir uns treffen: Im Kern scheinen wir nämlich sehr ähnliche Menschen zu sein. Wie es auf allen Stufen darüber aussieht, ist nicht so einfach zu sagen, weil ich wie gesagt nicht gerade behaupten kann, sie zu kennen.
Hier ist einer der Knackpunkte: Wäre diese Übereinstimmung ein solides Fundament für irgendetwas? Da ich diese Frage tendentiell bejahen würde, liegt auf dieser Sache jetzt schon der Schatten einer seltenen Gelegenheit. Ich würde das gerne ignorieren, weil es praktisch gar nichts ändert, kann es aber nicht.
Der andere, viel wichtigere Punkt ist meine ebenfalls schon erwähnte gefühlte Gleichgültigkeit ihr gegenüber. Wobei ich eine Ahnung habe, was das probate Gegenmittel sein könnte: langsame Gewöhnung.
Führt man sich das alles so rational vor Augen, sieht man fast gar nicht mehr, wo das Problem sein soll. Ich sollte ihr einfach innerhalb meiner Möglichkeiten offen begegnen, nichts erzwingen und schauen was passiert. (Meistens passiert ja nichts.)
Aber dann meldet sich wieder das Flüstern, das sagt "Tu irgendwas und lass das nicht passiv vorbeiziehen!". Während aber dafür der nötige Antrieb fehlt, den normalerweise irgendwelche vorhandenen Gefühle liefern. Und das scheint der Zwiespalt zu sein.
9.11.11 23:17


Am Mittwoch machte mein Gitarrenlehrer Unsinn mit dem Termin und so kam es, dass gleichzeitig mit mir noch ein anderer Typ vor der Tür stand. Es blieb uns nichts anderes übrig, als Gruppenunterricht zu machen. Entweder wir spielten einfach synchron, was auch schon schön klang, oder, wo es sich anbot, zweistimmig, was dann ziemlich cool war. Am Ende wurde er noch subtil dazu aufgefordert, mal sein Können unter Beweis zu stellen. Und hossa, er nahm sich meine Gitarre, weil er an seiner hatte rumbasteln lassen und die ganze Zeit mit einem Ersatzinstrument spielen musste, und dann ging die Post ab. In absehbarer Zeit erreiche ich so ein Niveau nicht. Ahnen konnte man das vorher schon, weil er generell alles viel sauberer gespielt hat als ich. Aber das ganze Ausmaß kam dann doch unerwartet.
Gestern war doch keine Kneipentour. Nicht ganz unerwartet wurde sie auf nächste Woche verschoben, weil keiner vorher Werbung gemacht hatte. Sie hatte das schon angedeutet, als sie mich eingeladen hat, von daher war das keine Überraschung, und das ist gut, denn ich mag Überraschungen nicht.
Am gleichen Tag, abends, nutzte der Typ meine beiläufige Erwähnung des Kurses, in dem sie auch ist, und fragte ganz unschuldig: "Läuft da was?" Ich konnte der letzten Konsequenz ausweichen, indem ich ihren Freund erwähnte. Aber das ändert natürlich nichts daran, dass er schon viel zu viel wusste, als er die Frage gestellt hat. Und dass er diese Woche nicht in den Kurs kam, lag wohl nur an der Kränklichkeit, und das wird mir das ganze Semester lang kaum den Hals retten. Mir gefällt die Vorstellung nicht, mit beiden in einem Raum zu sitzen, wissend, dass er weiss, und daher gefühlt unter ständiger Beobachtung. Das schränkt meine sowieso schon durch vielerlei Dinge eingeschränkte Bewegungsfreiheit noch weiter ein.
Mit viel Glück kann ich das aber auch als Motivation nutzen, mal die Sache mit dem außeruniversitären Treffen voranzutreiben.

Mir fiel gestern das Wort "Burn-out" ein.
11.11.11 21:45


Vor ungefähr zwei Stunden habe ich ihr eine SMS geschrieben und gefragt, ob es wohl im Bereich des Machbaren wäre, sich mal zu einem Mittagessen zu treffen. Wie sie ja mal vorgeschlagen hat. Noch warte ich auf eine Antwort. Und von dieser Antwort hängt eigentlich jetzt schon die ganze Woche ab.
Hoffentlich schaffe ich es heute noch, mich dazu aufraffen einige Sachen zu erledigen.
13.11.11 21:26


Fallhöhe

Wenn ich den Swag aufdrehe, stellt sich das folgendermaßen dar:
Gestern hat es eine Stunde gedauert, bis ich aus dem Bett kam. Dann bin ich an die Uni, hab Krempel erledigt, neue Bücher geholt (sie stapeln sich, ich sollte wenigstens mal reinschauen), und dann kam plötzlich ihre Antwort. Heute ging nicht, aber morgen. Später in Japanisch war der Kurs arg dezimiert, sicher krankheitsbedingt, und das interessante Mädchen war auch nicht da. Dass mir das aufgefallen ist, bedeutet sicher irgendetwas. Danach huldigte ich die montägliche Tradition, ins Institut zu tappen. Es wurde auch sofort belohnt, das Mädchen, das sich entschuldigt, dass sie nicht sofort antwortet, stand im Gang. Ich habe sie wohl unterschätzt, denn sie scheint mindestens zu ahnen, wie viel Spaß mir Warten auf Grund meines vollständigen Mangels an Vertrauen macht. Ich sagte, dass es morgen zwar gehen würde, ich aber nicht so viel Zeit hätte, weil danach Gitarrenunterricht ist. Sie meinte lapidar: "Immerhin sehen wir uns dann mal." Sie bringt zu den unmöglichsten Zeiten solche Aussagen. Solchen Balsam für die Seele.
Heute dauerte es zwei Stunden, bis ich aus dem Bett kam. Im Bus setzte sich ein Mädchen neben mich. Gerade als ich mich fragte, warum genau das eine Art Bestätigung ist, die ich brauche, wurde ein anderer Platz frei und sie setzte sich weg. Und obwohl der Typ gestern noch nach den Hausaufgaben gefragt hatte, kam er heute nicht zum Kurs. Es scheint mir eine seltsame Art zu sein, Taktgefühl zu zeigen, aber so würde ich das gerne verstehen. Das Mädchen, das sich nicht vorbereitet hatte, kam immerhin. Und setzte sich auf den Platz neben mir. Wären in dem Kurs mehr als 3 Leute plus Dozent, wäre es einfach, sie ab und zu von der Seite zu betrachten. Ich verstehe von sowas nicht viel, aber ich glaube ihre Knubbelnase ist ein zentraler Bestandteil ihres Gesichtes. Danach ging sie sich einen Kaffee holen, ging also in meine Richtung, und ich schnitt das Thema "Fachschafts-Filmabend" an. Wie man es von Mitgliedern erwarten würde, pries sie ihn enthusiastisch.
Dann ging ich nach Hause, spielte Gitarre und wurde von extrem lauten Störgeräuschen aus meinem Effektgeräte fast zu Tode erschreckt (denn die waren wirklich laut), was sich aber durch Hülle auf- und wieder zuklappen beheben ließ. Und schon war es wieder Zeit.
Als hätte ich es reserviert, war der Stuhl neben ihr frei. Dann kamen viele Leute, alles rückte enger zusammen, dann streikte der Projektor, dann ging der Film los. Er war ganz gut. Besser war natürlich, gefühlt den ganzen Tag direkt neben ihr zu sitzen. Nachher half ich beim bisschen Abbau, ging ein bisschen mit ihr in die gleiche Richtung, bis sie entschied, in die Pedale zu treten und umarmte sie zum Abschied.
Morgen Mittag treffen wir uns zum Essen. Ich versuche immer noch fieberhaft, meine Fähigkeit zur Freundschaft zusammenzuschustern. Übermorgen Abend ist die Fachschafts-Kneipentour. Ich bin unschlüssig, ob ich andere Leute aktiv darauf hinweisen sollte. Ratsam wäre es, es sei denn, ich habe vor, mich den ganzen Abend an sie kletten.

Deswegen habe ich jedoch nicht überstürzt aufgehört, traurig zu sein. Eher habe ich gerade damit angefangen, weil Traurigkeit immer noch mindestens 2 Stufen über allem ist, was vorher war. Manchmal, wenn ich in mich hineinhorche, und manchmal auch dann, wenn ich es nicht tue, scheint es, als wäre da ein stabiler Kern, eine Untergrenze für meine Stimmung, unter die ich fürs erste nicht fallen kann. Hoffentlich kann ich in absehbarer Zeit damit anfangen, weiter nach oben zu streben.
15.11.11 23:17


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