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Αλκυόνη

Es ist kaum einer Erwähnung wert, dass sich der Weg in die Stadt für mich angefühlt hat wie bei einem Schaf, das zur Schlachtbank geführt wird. Dann kam sie, alleine. Soetwas stellt man sich ja vorher immer anders vor. Mit Pauken und Trompeten, mit Fanfaren und Getöse. Aber eigentlich ist es ganz leise, eine tiefe Stille. Dann hat sie mich umarmt.
Ihr Freund kam aus beziehungstechnischen Gründen nicht mit, ihre Schwester und deren Freund lagen irgendwo auf der Wiese. Mir war das eigentlich ganz recht. Wir kauften Eis, suchten einen schönen Innenhof mit Wiese auf und redeten. Dann kamen Schwester+Anhang doch noch, wir gingen ihnen entgegen und nahmen sie mit. Beides eigentlich sympathische Personen. Wir spielten dann Karten. Irgendwann gingen wir etwas essen, und dann trennten sich nach mehr als drei Stunden unsere Wege. Vorher erwähnte sie noch kurz, dass sie ab nächster Woche noch mal für 2 Wochen in der Ferne ist. Anscheinend bekommt man die Reise, wenn man sich für einen Diskussionswettbewerb anmeldet, der dort stattfindet. Manchmal ist es schade, dass ich jedwede Form von Aktivität so sehr verabscheue. Dann machte ich den ersten schweren taktischen Fehler des Tages und sagte, nachdem sie es für mindestens fraglich befand, dass wir uns vorher noch mal sehen würden: "Kein Stress, ich habe ein Jahr gewartet, da kann ich auch noch 2 Wochen warten." 1. ist das... sowas macht man nicht. D.h. ich darf sowas nicht tun. 2. ist das scheinheilig, habe ich doch erst bewiesen, dass ich eben nicht warten kann.
Zum Abschluss hat sie mich noch mal umarmt.
Sie hat sich kaum verändert. Der Effekt, den sie auf mich hat, ebenso wenig.

Ich wünschte, ich könnte Altgriechisch.
2.10.11 21:01


Glücklicherweise wirkt der Sonntag noch etwas nach. Gestern zum Beispiel konnte ich mich mal dazu aufraffen, die freie Zeit zu nutzen, die Stadt (oder besser die angrenzenden Berge) als Tourist zu erforschen und mir die lustigen Sachen dort anzuschauen, wie die Klosterruine. Obwohl ich nur gute 3 Stunden unterwegs und die meiste Zeit im Schatten der Bäume war, habe ich jetzt Sonnenbrand im Nacken. Anfang Oktober. Das muss man auch erst mal hinbekommen.
Lustige Seitenbemerkung: Ich scheine sehr vertrauenserweckend zu wirken. Mich haben in den 8 Tagen, in denen ich jetzt schon wieder hier bin, mindestens 6 Leute nach irgendwas gefragt. Meistens der Klassiker, wo irgendwas ist, aber eine ältere Dame gab mir auch 50 Cent, damit ich ein Telefongespräch für sie erledige.
Und dass ich überhaupt aktiv werde ist in jedem Fall ein Fortschritt zu den Tagen davor, wo ich einfach zu paralysiert war, um irgendetwas zu machen. Selbst Gitarre spielen war zu viel verlangt. Früher eingeschlafen bin ich deshalb aber auch nicht. Und wenn ich so vollkommen gar nichts zu tun habe, d.h. gar keinen äußeren Zwang verspüre, ist es immer mit einem merklichen Kraftaufwand verbunden, mich in Bewegung zu setzen.
Das Problem indes könnte sich auch heute gelöst haben, als unerwartet der Termin beim Prof anstand wegen der Arbeit. Meine Idee schien ihn etwas zu irritieren, aber er hatte noch ein Ass im Ärmel. Da wäre die Aufgabe viel konkreter. Auf jeden Fall hat er mich durchschaut und gemeint, dass bei meiner Idee die Quellenarbeit etwas zu kurz käme. Und da sein Vorschlag auch interessant klingt, werde ich mir den jetzt genauer anschauen. Obwohl ich schon ahne, worauf es hinausläuft. Nämlich dass ich das mache.
Die nächsten Tage steht sowieso einiges an. Morgen Abend ist ein Vortrag über Astronomie und übermorgen will der Typ zocken. Dann geht's schon wieder nach Hause, und so betrachtet sieht es schlecht aus für das Mädchen, das in meiner Erinnerung immer so schwer zu fassen ist. Wieder drei Wochen ohne sie. Zähne zusammenbeissen.
Und viel Zeit, darüber nachzudenken, warum ich immer davon ausgehe, dass es sie auch so nervt, sich im Unterricht zu langweilen. Ich habe es zwar nur indirekt angesprochen, aber ihr gefällt das Thema offensichtlich gar nicht. Möglicherweise bin ich einfach schon viel zu verbittert und in meiner Verachtung gefangen. Noch eine Seite von mir, die ich an die kurze Leine nehmen sollte. Als gäbe es derer nicht schon genug.
4.10.11 23:12


Diskrepanzen

In meinem Kopf halte ich immer noch daran fest, dass wir demnächst zusammenkommen. Würde ich die Realität zulassen, würde sie mir unweigerlich das Herz brechen. Denn genau das war es wohl, was zwischen Freitag und Sonntag (eine bemerkenswert kurze Zeitspanne...) vorgefallen ist, nachdem sie am Telefon ihren Freund erwähnte.
So oder so wird meine Hoffnung sich mit der Wirklichkeit abgleichen müssen, und das wird vermutlich keine Freude. Zwischen dem Mädchen in meinem Kopf, das über ein Jahr lang den Platzhalter für jede Hoffnung spielen musste, und dem Mädchen, mit dem ich mich vor drei Tagen getroffen habe, besteht immer noch eine Differenz. Selbst wenn sie an früher anknüpfen und den häufigen Kontakt suchen würde.
Und das ist ja das noch größere Problem. Die Chance, dass wir zufällig Unterricht zusammen haben, ist gering. Also helfe ich dem entweder künstlich auf die Sprünge, oder ich bemühe mich, dem ganzen ein neues Fundament zu bauen. Aber dass sich jemand ohne äußeren Vorwand mit mir trifft, scheint undenkbar, und wäre ein großer Schritt nach vorne.
Zumal wenn ich mein Verhalten Revue passieren lasse. Betrachte ich ihres, gräbt sich eine alte Fähigkeit wieder ans Tageslicht: Viele Leute neigen stark dazu, mir ihre Probleme und Ärgernisse zu schildern. Da ich keine andere Verbindung mit anderen Menschen hinbekomme, ist das ein Preis, den ich immer gerne zu zahlen bereit bin.
5.10.11 22:39


Häresie

Der Kosmologie-Vortrag vorgestern war sehr interessant und zum Glück auch verständlich.
Gestern stand ich dann überraschenderweise früh auf, ging die Bücher abholen und fing an, mir Sachen durchzulesen. Jetzt muss ich den Professor vor allem mal fragen, wo er da noch etwas sieht, worüber man etwas schreiben könnte. Dann traf ich mich mit meiner Tandempartnerin, und kaum davon zu Hause ging ich rüber zum Typ, um zu zocken. Es fing klassisch an, dann beschloss er etwas Ketzerisches: Mittendrin sollten wir einfach mal in die Stadt fahren und uns das Barkonzert einer Band mit Banjo anschauen, deren Kontrabassisten er kennt. Der Kommilione stieß auch noch dazu. Eigentlich sollte das keine lange Sache sein, dann sollte der letzte Bus als Fixpunkt dienen, am Ende mussten wir nach Hause laufen. Wenn Alkohol in Bars wenigstens nicht so teuer wäre. Spaß hätte ich dann zwar immer noch nur in engen Grenzen, aber wenigstens würde dieses dumpfe Gefühl der sinnlosen Verprassung verschwinden. Geld ausgeben ohne Gegenleistung. Geld ausgeben für die garantierte Schwermut am nächsten Tag. Im besten Fall.
Und zu Hause zockten wir dann mehr oder weniger munter weiter. So hatte ich dann wenigstens keine Probleme mit dem Einschlafen.
Jetzt bin ich wieder in der Heimat, und an 3 Tagen stehen 3 Geburtstage an. Oma, Kind meiner Cousine, Vater.
Und es wird wohl morgen sein, dass das Mädchen, das erschreckend viel in der Welt herumjettet, wieder mal landflüchtig wird. Dass wir uns vorher nicht gesehen haben, wundert mich eigentlich gar nicht, viel mehr ist es die nachvollziehbare Folge meines Verhaltens letzte Woche. Und ganz ohne Wahn betrachtet ist es auch ziemlich natürlich, dass man sich nicht so oft sieht, wie ich das in meinem Kopf gerne hätte.
7.10.11 23:02


Quadratur des Kreises

Ich wüsste gerne, womit ich das verdient habe. Heute kam eine SMS von dem Mädchen, das ein gewisses Freikontingent in alle Netze hat (eine Information, bei der ich tunlichst vermeide, sie überzubewerten), dass es ihr Leid tut, dass sie letzte Woche keine Zeit mehr hatte. Dabei geht sie heute wieder auf große Reise. Mag diese auch zeitlich kurz sein, der Aufwand ist ja nicht proportional zur Dauer.
Manchmal zwinge ich mich gewaltsam, die Dinge mal von außen zu betrachten, um mir ihren Wert vor Augen zu führen, den ich von innen nie erkennen würde. Und in diesem Fall müsste ich mir dann die Frage stellen, warum ich mir immer noch so unsicher bin. Ich kenne natürlich ihr Leben kaum, aber ich kann sicher davon ausgehen, dass ihr Tag auch nur 24 Stunden hat. Dann arbeitet sie, erscheint des öfteren in der Uni, und das meistens auch vorbereitet. Führen wir jetzt noch die Annahme ein, dass sie weder Borg noch Android noch Hologramm ist und also schlafen muss, bedeutet das, dass es einen gewissen Wert hat, wenn sie sich jede Woche gute zwei Stunden für mich genommen hat, unter dem Vorwand, Übungsblätter für Wirtschaft durchzurechnen. Auf ihre Initiative. Das ganze vorletzte Sommersemester lang.
Gut, Borg können zwar lange ohne Schlaf auskommen, müssen sich aber irgendwann regenerieren. Aber trotzdem. Das sollte doch Vorschuss genug sein?

Familienfeiern sind wieder mäßig interessant, seit ein kleiner Wonneproppen durch die Gegend krabbelt. Und ich benutze diese Bezeichnung nur semi-ironisch.
Ich sehe immer dieses Buch da liegen, das ich lesen sollte. Aber es in nicht interpungiertem klassischem Chinesisch geschrieben und ich bin mir nicht mal sicher, ob das letzten Endes überhaupt zielführend ist. Also lese ich mal wieder Harry Potter.
Mein Lieblings-CS-Server hat offensichtlich immer noch Sommerferien und ist dementsprechend ständig leer. Also spiele ich mit meinem Kumpelcousin und ab und an auch wechselnden anderen Leuten LAN über Internet. Gerade heute haben wir uns wieder an einer schier unschaffbaren WC3-Tower Defense versucht. Der Vorteil, in einer hochtechnisierten Welt zu leben. Leider stürzt ständig alles ab, so hochtechnisiert dann wohl doch nicht.
9.10.11 22:15


Name Dropping

Jimi Hendrix spielt Gitarre, wie er spricht. Nur, dass Gitarren nicht nuscheln können und sein Mund nicht so viele Schlenker macht. Ich versuche mich gerade an "1983" und denke mir ständig: Wie kann man nur so nervöse Finger haben? Andererseits geht er eben nie den einfachen Weg von einem Akkord zum nächsten, und das mag viel ausmachen.
Arthur Schopenhauer versucht gerade, die Liebe zu erklären. Ich bin wenig überzeugt. Allerdings hat er auch bedeutend mehr Spaß daran, dem Leser einzuhämmern, dass "Verlangen -> Erfüllung -> riesige Enttäuschung" keine Ausnahmen kennt. Nicht, dass ich es nicht schon geahnt hätte. Zum "wissen" fehlt eigentlich nur noch das eigene Erlebnis als letztes Puzzleteil. Außerdem fühle ich mich betrogen, weil das Buch bald endet, und das bei Seite 984 oder so. Auch wenn es nur symbolisch ist, ich besteige gerne Tausender.
Heute war die Semestervorbesprechung, und es gibt (endlich!) eine neue Dozentin für Koreanisch. Mich juckt es in den Fingern, mich noch mal in den Kurs zu setzen. Das wäre dann allerdings schon der dritte Versuch, Selbststudium nicht mitgerechnet. Bei der alten Dozentin hat man ja mehr Kuchen gegessen als gelernt. Und geographische Nähe zu Korea hat den Unterricht in Taiwan auch nicht besser gemacht.
Am Wochenende habe ich etwas im Fernsehen gesehen, bei dem ich einiges über mich gelernt habe. Es nannte sich "Comedy Central Roast" und es ging darum, William Shatner (Captain Kirk) so eine Art Anti-Laudatio zu halten. Dazu kamen verschiedene Leute auf die Bühne, beleidigten alle Anwesenden und dann den Ehrengast. Mal mehr, mal weniger lustig. Aber eigentlich immer beleidigend. Wenn es wirklich gut war, dann sprach es im Grunde nur das aus, was sowieso alle dachten. Will sagen, es war ehrlich, hat dem Ruhm die glänzende Maske abgezogen und den eher lächerlichen Menschen dahinter bloßgestellt.
Irgendwann habe ich mal gelesen, dass alle Loriot angeblich so mochten, weil er niemandem auf den Schlips getreten ist. Da dachte ich so bei mir, das wird der Grund sein, warum ich ihn nicht mag.



Ich vermisse sie, aber es ist das gute Vermissen, das warme.
11.10.11 23:51


Eigentlich sollten heute drei Kurse anfangen. Ich kam zu Koreanisch, in einen Raum mit vielen Leuten mit kleiner Semesteranzahl und größtenteils Japanologie als Hauptfach, kannte genau einen und wartete. Wie alle anderen. Nach einer halben Stunde kam einer auf die glorreiche Idee, noch mal nachzuschauen: der Kurs fängt nächste Woche an.
Danach kam ich zu Japanisch. Ich kann mir nicht helfen, da fühle ich mich immer von seltsamen Gestalten umgeben. Aber dann kam das interessante Mädchen, das ich hier schon mal erwähnte, und setzte sich über die Ecke neben mich. Alles andere hätte auch nicht zu ihrem unterkühlten Wesen gepasst. Nachdem ich aber bei der Aufgabe über die Sommerferien sagte "夏休み映画お見ました", fragte sie mich, welche Filme. Nun ja, Lost in Translation und Der Zauberberg, für mich ist das viel für 2 Monate. Darauf meinte sie, Lost in Translation hätte sie auch gesehen (wohl in nicht allzu ferner Vergangenheit), und er würde das Gefühl gut beschreiben, in Japan zu sein und sich nicht zurecht zu finden. Hätte sie das Wort "Entfremdung" benutzt, hätte ich die moralische Verpflichtung verspürt, ihr um dem Hals zu fallen.
Der folgende Kurs, quelle surprise, fängt auch erst nächste Woche an.
Im Bus auf der Heimfahrt las eine Frau ein Buch von John Abercrombie, und direkt dahinter hatte ein Kerl einen Pulli mit der Aufschrift Abercrombie an. Sachen gibt's.
Meine Stimmung passt sich dieser Tage dem Wetter an, und dementsprechend ist alles nicht so einfach zu ertragen.
13.10.11 23:39


Aus Laugen

Schon wieder fand so eine Party voll mit Studenten (d.h. "Studentenparty") statt, dabei war ich doch gerade erst auf einer. Im Februar. Wieder war es die längste Zeit ganz unterhaltsam, weil ich viele Leute kannte und mich so beschäftigen konnte.
Nur setzte an einem Punkt wieder ein, was meistens einsetzt. Da es meistens nachts kommt, vermute ich, dass Müdigkeit eine Rolle spielt. Da es nicht kommt, wenn ich alleine zu Hause sitze, scheint es mit den Anstrengungen der sozialen Interaktion in Zusammenhang zu stehen. Geringe Mengen Alkohol wirken dabei katalysierend. Da der Auslöser meistens die schönen Augen oder das warme Lächeln eines mir unbekannten Mädchens sind, hängt es wohl irgendwo zwischen Leere und Verlangen im Raum. Vielleicht ist die Leere, die sich im aussichtslosen Verlangen spiegelt. Spätestens ab da geht es dann mit meiner Redebereitschaft steil bergab. "The coldness in my soul, when I reach out for her to hold."
Heute Morgen stand ich dann früh auf und fuhr in die Heimat, weil morgen der Gutschein für ein Frühstück eingelöst wird, der mal ein Muttertagsgeschenk war.
Ich darf gar nicht daran denken, dass die Sprechstunde beim Prof schon 2 Wochen her ist und ich seitdem kaum weitergekommen bin. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Kommenden Dienstag gehe ich wieder hin und versuche, mir ein Thema für die Arbeit vorschlagen zu lassen.
In einer Woche kommt das Mädchen, das vermutlich dieser Tage vielen Leuten viele Argumente um die Ohren haut, wieder zurück. Dann wird auch endlich das erhoffte passende Wetter sein. Kalt, trüb, verregnet. Manchmal fühlt es sich wie ein langsames Erwachen aus einem schweren Schlaf an, und der Sonntag vor zwei Wochen war nur das erste kurze Blinzeln.
Und noch mal Blackfield-Zitate für die elitären Massen, die das hier tatsächlich lesen: Wenn "She was my only, only to love" kommt, verstehe ich immer "only true love", und der folgende Gedankengang gerät unweigerlich in eine Sackgasse. Wer sollte das sein?
15.10.11 23:42


Ein Hinterhalt

Ohne zu wissen, was ich tat, legte ich meine Jacke in Japanisch einen Stuhl weiter links über die Lehne als beim letzten Mal. Bevor ich mich hinsetzte, überlegte ich kurz, was das jetzt sollte, dann fiel mir die Implikation ein. So konnte sich niemand um die Ecke neben mich setzen. Richtig neben mich, oder gar nicht. Die kalte Grausamkeit, mit der ich mit anderen Leuten spiele, verwundert mich manchmal. Sie kam, legte ihren Ordner auf den Tisch an der Ecke, überlegte kurz und setzte sich neben mich. Womöglich hat sie das gar nicht als die Pistole auf der Brust wahrgenommen.
Nur über eines sollte man sich klar sein. Gefühle verspüre ich keine für sie. Wenn sich irgendein Mädchen im Bus neben mich setzt, ist das öfters schon zu viel und ich weiss vor Nervosität nicht, wo mir der Kopf steht. Hier passiert nichts dergleichen. Nicht, dass das etwas heißen muss. Ende des letzten Jahres konnte ich mir innerhalb von runden fünf Minuten Gefühle für das Tischtennismädchen ein- und wieder ausreden.
Auf das, was mein Herz sagt, kann ich offensichtlich schon mal nicht hören. Ich kann aber natürlich weiterhin versuchen, immer ich selbst zu sein, und andere Leute nicht nach ihrem äußeren zu beurteilen.
Hat noch jemand irgendwelche guten Ratschläge, an die ich mich klammern kann?
17.10.11 21:52


Jedes Mal stelle ich mir zweifelnd die Frage, ob das wirklich nur psychische Ursachen hat, wenn es passiert. Ich bin so fertig, als wäre ich schwer erkältet, nur dass ich eben nicht erkältet bin. Ich bin komplett antrieblos, selbst wenn anfange, irgendetwas zu tun, was nicht Solitär, Harry Potter lesen (Teil 5 kam mir früher immer zäher vor, aber eigentlich geht er von bleierner Schwere zu einer großen Aneinanderreihung von Fehlentscheidungen über, und das kann per se nicht schlecht sein. Nur der Übersetzer hat ziemlich geschlampt ("einen Socken"?).) oder die Wand anstarren ist, höre ich nach 5 Minuten wieder auf. Um 11 Uhr war ich gestern schon zu nichts mehr zu gebrauchen, nachdem ich den Morgen auch damit verbracht habe, einfach im Bett liegen zu bleiben. Heute konnte ich mich gerade so um kurz nach 12 aus dem Bett zwingen. Wenn ich vor die Tür gehe, will ich nach Hause, wenn ich zu Hause bin, weiß ich nichts mit mir anzufangen. Es ist, als hätte mir jemand ein Brett vor den Kopf genagelt. Wäre das von Belang, könnte ich außerdem noch den überdimensionalen Pickel auf meinem Hals erwähnen, aber der ändert eigentlich nichts und ist auch bald wieder weg, nehme ich an.
Das Schönste an der ganzen Woche bisher passierte, als ich gestern eine SMS von meinem Gitarrenlehrer wegen des Termins erhielt. Wo ich schon dabei war, las ich gleich noch mal die SMS von dem Mädchen, das ohne mit der Wimper zu zucken den Semesteranfang verpasst, und mir fiel auf, dass ihre Begrüßung "Hey du" lautete.
Wem lässt man solche Ehren zuteil werden?
19.10.11 21:04


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