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Auf ZDF Kultur läuft tatsächlich und unerwarteterweise interessantes Zeug. Neulich kam "Der Zauberberg" (was mich vor allem daran erinnert hat, dass ich das Buch noch mal lesen sollte), gestern "The Cure live in Paris" (was ich mir dann heute anschauen werde) und täglich kommt "Later with Jools Holland" (wo ab und an sogar Musiker kommen, die mich interessieren). Es scheint nicht mehr die Zeit zu sein, Fernsehen per se abzulehnen.
Sich auf etwas freuen zu können bringt viele positive Nebenwirkungen mit sich. Die LAN am Sonntag scheint mein Kumpelcousin sehr ernst zu nehmen, er hat schon jemanden gefunden, der das Spiel hat, das wir spielen wollen, und es mir zum testen gegeben, weil er noch arbeiten muss und wenig Zeit hat. Und Star Wars: Empire at War ist wirklich ein Spiel, mit dem man sich beschäftigen kann. Ich sehe uns schon um 4 Uhr nachts erschrocken auf die Uhr schauen. Auf jeden Fall kommt es mir so vor, als gäbe es ein gemeinsames Ziel, ein "wir", jemanden, der auch ohne Zwang Zeit mit mir verbringt. Und natürlich tauchen da schon die ersten Anzeichen der Überforderung auf, z.B. neulich, als er deswegen angerufen hat und mir es plötzlich so schwer fiel, deutlich zu reden.

In meinem Kopf stehen einer Beziehung zwischen dem Mädchen, das ich bald wiedersehen werde, und mir nichts mehr im Wege. Jetzt will ich sie treffen, muss aber gleichzeitig der Realität ausweichen.
Das führt doch zu nichts.
1.9.11 22:50


Asphaltgrau

Unentspannte Tage stehen vor der Tür. Es fängt morgen früh mit dem Traktor und was am Reifen an, geht in den Nachmittag über (Silo, aller Voraussicht nach) und nimmt dann mächtig Fahrt auf mit dem fünfjährigen Stufentreffen am Abend. Ich habe keine Ahnung, wie es werden wird, wie viele kommen, und, noch wichtiger, wer uns mit seiner Präsenz beehrt. Davon unbeeindruckt findet am Sonntag das Sippentreffen statt, wo ich zumindest mal nachmittags vorbeischauen werde. Sonntagabend dann (hoffentlich!) die von langer Hand geplante LAN (fast wie früher, wo so eine Veranstaltung noch etwas Besonderes war, schwere PCs unzählige Treppen hoch gehievt werden mussten und die Bildschirme noch mehr als 3 cm dick waren), und Montagabend der Geburtstag meiner Schwester, wo die Familie kommt.
Während sich meine Stimmung anfühlt, an wäre sie mit voller Absicht gegen die Wand gefahren, und Schopenhauer auf den letzten Metern des ersten Bandes noch mit tollkühnen metaphysischen Sprüngen anfängt. Aber wahrscheinlich liegt es einfach nur daran, dass ich miserabel geschlafen habe.
Die Sache mit der BA-Arbeit schält sich langsam und bedrohlich aus dem dichten Nebel, während ich immer noch auf irgendwelche Reaktionen auf meine Bewerbungen warte.
Es ist erst semi-dringend, aber nichtsdestoweniger nicht zu leugnen: Bei dem bisherigen Ausmaß meiner sozialen Aktivitäten finde ich entweder eine Freundin, bevor ich ins Arbeitsleben einsteige, oder gar keine. Dazwischen gibt es nur die Chance einer netten Arbeitskollegin, auf die ich nicht bauen sollte. Im Klartext heisst das: Mein Schicksal ist im Grunde vorherbestimmt.
2.9.11 23:07


Die Grenzen des Idealismus

Das Stufentreffen krankte nicht ganz unerwartet an einem Problem: mangelndem Interesse. Wir haben es dann gemäß dem alten Motto "Am meisten Spaß hat man auf Betriebsfeiern mit den Kollegen, die nicht da sind" versucht, aber das hat auch nicht lange vorgehalten. Zum Glück wurde es dann später und voller. Als ich nämlich gegen 18 Uhr kam und mein Holz für den Grill brachte, saßen da handverlesene sechs Leute. Zu besseren Zeiten waren wir rund 35. Der, der Musik machen wollte, kam aber z.B. auch nicht. Und wenn ich es mal so betrachte, von den Leuten, die ich in der Abizeitung gegrüßt habe, waren zwei da, wobei der eine sehr früh schon wieder weg war. Zusammen mit dem anderen habe ich dann weite Teile des Abends verbracht. Wir verstehen uns immer noch, aber dass wir uns trotzdem nur alle paar Jahre sehen und damit gut fahren, mag seinen Grund darin haben, dass wir noch nie allzu viel miteinander machen konnten.
Ich blieb dann bis zum Schluss, half beim bisschen Aufräumen und fuhr nach Hause, was ich konnte, weil sich das Ende dieser Veranstaltung sehr früh absehen ließ und ich zeitig wieder mit dem Bierkonsum aufhörte. Kaum dass er begonnen hatte.
Eines der zwei hübschen Mädchen, die mich zur Begrüßung umarmten, strich mir beim Arme sinken lassen mit einer Hand an der Seite entlang. Ich würde gerne beschreiben, wie sich das anfühlte, könnte es aber mit einem zehnbändigen Werk immer noch nicht.
Nachmittags war dann das ominöse Sippentreffen, was aber nur Phase 10, Kuchen, Frisbee und Schach mit überdimensionalen Figuren bedeutete. In dieser Reihenfolge. Im direktestmöglichen Anschluss, ich fuhr mit meinem Kumpelcousin nach Hause, ging es dann zur LAN. Wäre es nicht grob inflationärer Gebrauch, würde ich sagen "Twelve small steps, one giant disappointment". Was im Singleplayer von Empire at War so viel Spaß macht, kann man im Netz nur gegeneinander spielen, und die neuen Warcraft 3-Karten, die ich extra runtergeladen hatte, führten größtenteils auch zu nichts. Zu allem Überfluss waren wir beide leicht mitgenommen vom jeweiligen Vortag, also war gegen 1 schon Ende.
Heute Abend war dann der Geburtstag meiner Schwester, und es war ganz nett.
Eben bekam ich die Nachricht vom Typ, den ich deswegen nerven musste, dass ich erst in drei Wochen für einen Termin bei der Professorin in der Aushangliste stehe. In 10 Tagen wäre mir lieber gewesen, zumal ich dann das Mädchen, das sich gerne mal wieder aus heiterem Himmel bei mir melden könnte, wiedersehen könnte. Unauffällig. So werde ich wohl oder übel fragen müssen, ob sie irgendwann an einem Wochenende Zeit hat, und dann mal für 2, 3 Tage hinfahren. Aber dann ist alles viel zu offensichtlich, und am Ende fliegt meine Tarnung noch auf.
6.9.11 01:28


Taktik

Ich würde sie gerne anrufen, um ihre Stimme zu hören und ihr zu sagen, dass ich extra wegen ihr komme. Aber stattdessen werde ich ihr eine Email schreiben, so tun als wäre ich sowieso da und fragen, ob sie Zeit hat. Den telefonischen Kontakt hat sie noch nicht legitimiert, und für eine SMS ist der Inhalt etwas umfangreich. Allerdings noch nicht jetzt, das wäre viel zu früh, lieber noch 3-4 Tage warten.
Die Ferien haben es sich derzeit in den Kopf gesetzt, mich zu zerreissen. Gestern, beim Eier verkaufen, trug gerade ein hübsches Mädchen Zeitungen aus und lief mir ein paar Mal über den Weg. Das eine Mal stand ich gerade oben auf der Treppe, drehte mich um, weil sie unten vorbeilief, und sah, wie sie mich mit einem nicht so ohne weiteres zu beschreibenden Blick anblickte. Wahrscheinlich fragte sie sich, was ich sie immer so anstarre. Heute war ich auf der Bank, und der Kundenberater nutzte die Gelegenheit, einer Auszubildenden etwas über Beratungsgespräche beizubringen. Als ich einmal aufschaute, sah ich, wie sie mich ansah. Heute Abend fuhr ich Hähnchen weg, irrte mich im Haus und das Mädchen, das die Tür öffnete, fand das alles hochgradig erheiternd und lachte mich an.
7.9.11 22:05


Secret Love

"Lost in Translation" mag ein guter Film sein, oder er mag es nicht sein, ich kann das gerade nicht subjektiv beurteilen, weil ich mich unsterblich in Scarlett Johansson verliebt habe. Vermutlich gehört das aber zu den Sachen, über die ich mir am wenigsten Sorgen machen muss, weil das sicherlich jedem und jeder schon mal passiert ist, und ich da mal nicht der einzige bin, wie sonst immer.
Aber nachdem ich mir die 1-Stern-Rezensionen auf Amazon durchgelesen habe, die zu 90% von Menschen ohne Gehirn stammen, erscheint es mir unwahrscheinlich, dass das das einizg Gute an dem Film ist.
Und manchmal passiert das einfach, dass Filmfiguren (Philosophiestudentin!) / die sie verkörpernden Personen der einzige verbliebene Rettungsanker sind.
9.9.11 23:46


Vorsatz

In einem akuten Anfall von Courage (oder Wahn) habe ich dem Mädchen, das sich womöglich wundert, warum schon Anfang/Mitte September ist, ich aber immer noch nicht da bin, eine Email geschrieben. Darin tue ich so, als sei ich kommendes Wochenende sowieso in der Gegend, und frage ganz hintergedankenfrei und unverbindlich, ob sie auch da ist. Man darf gespannt sein, was da wieder bei heraus kommt. Wenn es sich dabei um das allseits bekannte Nichts handelt, dauert es noch runde zwei Wochen, bis ich sie wiedersehe.
Gestern dachte sich mein Kumpelcousin mal wieder, dass man doch ganz spontan LAN machen könne. Nachdem das vorletzten Sonntag gründlich in die Hose gegangen war, haben wir letzten Dienstag und eben gestern einfach wieder die alten Sachen gespielt, und so totgenudelt sind die ja nun auch nicht.

Blöd nur, dass sich die Traurigkeit in diesen Stunden immer sammelt und dann auf dem Heimweg durch das dunkle Dorf mit geballter Kraft auf mich losgeht.
12.9.11 22:07


Fahrlässigkeit

Selbst wenn alles funktioniert, funktioniert nichts. Ich erhielt so eine Art Zusage für eine Stelle, allerdings wäre denen am liebsten, dass ich im November schon anfange, Dezember ginge auch. Das beisst sich ein wenig mit meiner BA-Arbeit, die ich ja nun auch noch schreiben muss. Jetzt habe ich mal gefragt, wie das mit Mitte Dezember aussieht, womit ich auch so richtig schönen Zeitdruck für die Arbeit hätte. Dann kann ich quasi auf dem Weg zu Flughafen an der Uni vorbeifahren und sie abgeben. Mal abwarten, was da wieder bei rumkommt.
Das Mädchen, das aus meiner Mail gleich das nie erwähnte Schlagwort "Treffen" herausgelesen hat (Fuchs!), musste leider enttäuscht werden. Kaum, dass ich die Mail abgeschickt hatte, wurde klar, dass ich Samstagabend zu Hause sein muss, und das ist ein ziemlicher dicker Ast in den Speichen dieses Planes. Und da es sowieso nur noch eine Woche ist, gebe ich mich geschlagen und genieße die Vorfreude. Heute hab ich zum Beispiel meine Stone Roses-CD entstaubt. Und jetzt gerade höre ich "Every Single Heartbeat" von Maggie Reilly ("You're such a rhythm inside my head") Brandgefährlich, soetwas zu tun, aber was will man machen.
Aus den obskursten Ecken hat mein Kumpelcousin gestern ein funktionierendes (und zumindest für mich neues) Spiel ausgebuddelt: Battlefield 2. Mit Bots. Naja, halbwegs funktionierend, bei mir laggt es schwer, und wenn ich aufmache kommt er nicht rein. Trotzdem war es nach 3, als ich nach Hause kam, weil wir irrsinnige Bots in Zweierteams bei WC3 unter enormen Aufwand niedergemetzelt haben. Heute glaubt er, die Lösung gefunden zu haben. Also nochmal. Eigentlich wollte er ja auch schon wieder in seine FH-Stadt gefahren sein.
14.9.11 20:50


Überfallartig

Die Fieberkurve der letzten beiden Tage nachzuzeichnen stellt mich vor eine gewisse Herausforderung. Und den Leser erst.
Donnerstag erhielt ich die Bestätigung für das telefonische Vorstellungsgespräch, das dann heute stattfand. Vom Vortag hatte ich außerdem noch die Mail im Hinterkopf, die mir das Mädchen geschrieben hatte, das exakt drei (das war knapp) Ausrufezeichen benutzte, um ihrem Wunsch, dass das mit dem Treffen (ziemlich unbewusst habe ich dieses Wort bisher geflissentlich vermieden) irgendwann mal klappt, Nachdruck zu verleihen. Ergo: Das war der Tag in diesem Jahr, an dem die Realität am allerweitesten weg war. Ich konnte auf eine Praktikumsstelle hoffen, und meine Phantasie, der ich schon seit Wochen lassoschwingend nachhetze, bekam maßgeschneiderte Siebenmeilenstiefel. In meinem Kopf sind wir nicht mehr nur zusammen, das war damals nur eine vage Ahnung ohne konkreten Inhalt, nein, ich sehe jetzt die nächsten Monate schon plastisch vor mir, bis hin zu und inklusive dem Tag, an dem ich dann in die Ferne aufbreche und wir das Schicksal verfluchen.
An diesem Tag verstand ich zwei Dinge: 1. Warum alle ohne Unterlass steif und fest behaupten, "Souvlaki" sei das beste Slowdive-Album, ja, das zweitbeste Shoegaze-Album überhaupt nach "Loveless". Die Antwort besteht aus einem Songtitel: "Souvlaki Space Station". Das wiederum lässt sich auf gut auf ein englisches Nomen reduzieren: Bliss. 2. Warum ich diese Einschätzung nie teilen konnte. Die Antwort ist in der zu Frage 1 zu 100% enthalten: zu viel besinnungslose Freude.
Abends war ich dann wieder bei meinem Kumpelcousin, zur großen Ferien-Abschluss-LAN.
Am nächsten Morgen, also heute, um 8 bekam ich dann einen Anruf aus der Ferne. Ich war so nervös, dass meine Stimme die ganzen 12 Minuten lang nicht aufgehört hat, zu zittern. Mir wurden schwere Fragen gestellt, die sich kaum richtig beantworten ließen: Was haben Sie bisher in Ihrem Studium gemacht? Ich konnte ja schlecht sagen: Das meiste für zu lächerlich befunden, um es ernst zu nehmen, und sonst nicht so viel. Oder aber der Klassiker: Wie schätzen Sie
Ihre Chinesisch-Kenntnisse ein? Argh.
Dann fuhr ich mit Eier verkaufen. Als ich heimkam, fuhr ich die eine Richtung, das Ersatzteil für den Traktorsitz holen, dann in die andere Richtung, das Eisenrohr holen. Dann fuhr ich den Traktor holen.
Eigentlich hätte zu dem Zeitpunkt die Ernüchterung einsetzen müssen, weil meine Hoffnungen auf ein Praktikum wieder durch die Konkurrenz der anderen Bewerber, die auch noch angerufen werden, geerdet wurde. Tatsächlich aber entdeckte ich eine Nachricht von Xuxici, und dann chatteten wir. Dann ging es munter weiter. Sie fragte, ob ich Skype hätte. Nach einem Jahr und 9 Monaten wieder ihre Stimme zu hören war seltsam. Dann, und an dem Punkt wurde es absurd, so absurd, dass man es eigentlich nur noch mit dem Bild beschreiben könnte, wie das Karussell sich einfach viel zu schnell dreht und mich als einzigen Insassen in einen ziemlich hohen Orbit katapultiert, als Xuxici mal kurz weg war, tauchte plötzlich ex nihilo das Lichtwesen auf. Ich kann mich nicht entsinnen, wann wir das letzte Mal irgendeine Form von Kontakt gehabt hätten. Aber andererseits ist Freitagabend, und alle Taiwanesen hängen in niedrigschwelligen Kommunikationsangeboten herum. Also chatteten wir. Im Grunde war alles wie früher, ein wenig schwerfällig im Fortgang. Aber das machte nichts. Es war schön, wieder von ihr zu hören und nichts dafür tun zu müssen.
Und wie soll ich das jetzt deuten? Wenn es läuft, dann auch richtig.
16.9.11 21:05


Der gestrige Eintrag zeigt unter anderem, dass jedes Mädchen, für das ich irgendwann einmal Gefühle hatte, im Grunde nur eine offene Wunde ist, die nie verheilen konnte. Nach 3-5 Jahren scheint das besser zu werden, glaube ich, aber diese Mädchen sind zu 99% alle komplett aus meinem Leben verschwunden, von daher lässt sich das immer schwer überprüfen. Will sagen, würden sie plötzlich auftauchen, müsste ich vermutlich auch erstmal schlucken.
Es ist ein ziemlich befreiendes Gefühl, aus dem Zustand vollständiger Hoffnungslosigkeit herauszukommen. Ich weiß noch nicht ganz, gegen was ich das jetzt ausgetauscht habe, und wie lange das vorhält, aber vielleicht hört es ja auf, unerträglich zu sein.
17.9.11 22:06


Aus irgendeinem Grund bin ich aufgeregt darüber, dass ich Ende der Woche oder Anfang der nächsten das Mädchen wiedersehen werde, von dem gefühlt alles abhängt. Ziemlich sicher ist jedoch, dass der Verlauf des letzten Jahres eng mit ihr verknüpft ist (Gehirnstütze: Sie im Ausland, ich im Eimer). Also ist es kein Wunder, dass ich nervös werde. Hoffnung und Furcht machen gemeinsame Sache.
Ich versuche gerade, mir das Solo aus Porcupine Trees "Voyage 34 Phase One" anzueignen. Da sind zu viele zu schnelle Teile drin. Ansonsten geht es.
19.9.11 22:07


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