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Manchmal wünschte ich, ich wäre irgendwem wichtiger als Alkohol.
Wieder das ganze Wochenende das Zimmer nicht verlassen und kein Wort mit irgendjemandem gesprochen. Sonntagnachmittag aufgestanden, aber keinen Sinn darin gesehen, die Rolläden hochzuziehen. Im Dunkeln Gitarre gespielt. Wie treffend. Hier und da sogar mal einen Finger für die Uni krumm gemacht.
Dass ich von ihr gehört habe ist einen Monat her, dass ich ihr geschrieben habe 3 Wochen. Ich will sie nicht dazu zwingen müssen, den Kontakt mit mir aufrecht zu erhalten. Aber habe ich eine Wahl?
2.5.11 22:46


Rettung

Heute Morgen habe ich mich im Bus neben ein Mädchen gesetzt. Nicht sonderlich nah. Nur nah genug, dass sich unsere Arme bei Wacklern streiften. Irgendwann in der Mitte der Fahrt hatte es sich aber ergeben, dass der Kontakt eine Zeit lang gar nicht abbrach. Selbst durch die Kleiderschichten dazwischen kitzelte es irgendwie und es fühlte sich an, als würde die oberste Eisschicht schmelzen. Unter dem Permafrost regte sich etwas, so als wäre ich noch lebendig.
In langen zyklischen Abständen kommt dieses Bewusstsein von der Möglichkeit einer erträglicheren Situation immer wieder. Nachmittags in der Bibliothek begegnete ich Mai und sie lächelte mich an.
Gefühlt habe ich heute im Kurs wieder die Hälfte des Textes übersetzt, dabei war es wahrscheinlich eher eine knapp zweistellige Prozentzahl. Es wird aber auch immer verlockender, weil der allen anderen (und Fehlern) gegenüber sehr abweisende Dozent selten etwas an mir auszusetzen hat.
3.5.11 23:04


Durchzug

Das Semester ist schon erstaunliche vier Wochen alt, und ich habe nicht das Gefühl, in irgendeiner Form von Arbeitsrhythmus zu sein. Ich tue eher so, als hätte das Semester gerade erst begonnen und als gäbe es noch rein gar nichts, was man erstnehmen müsste. Dafür sind die Saiten meiner Gitarre schon ziemlich abgegriffen, was eigentlich Bände spricht. Manchmal habe ich Angst, dass mir alles komplett entgleitet.
Außerdem haben der Typ und ich es noch nicht geschafft, überhaupt irgendwas zusammen zu machen außer dem Geburtstag direkt am ersten Tag. Vom Musizieren ganz zu schweigen. Und dieses Wochenende geht es auch schon wieder nach Hause.
Auch im donnerstäglichen Fitnesstraining gibt es hübsche Mädchen, die dann natürlich so unerreichbar sind, dass es Wochen bis zum ersten Blickkontakt dauern wird. Ich frage mich, wann der Punkt kommt da mir das über den Kopf wächst.
5.5.11 23:20


Auflösungserscheinungen

Dass kleinste Berührungen bei mir stärkste Reaktionen auslösen, weil ich übertrieben dünnhäutig bin, ist keine Neuigkeit. Wie sehr mich dieser "Vorfall" von gestern allerdings mitgenommen hat, hat mich selbst auch überrascht.
Die Einleitung war schon seltsam genug. Morgens an der Bushaltestelle spazierte ein Mädchen vorbei, das mir irgendwie vage bekannt vorkam. Am Institut angekommen saß sie vor dem Gebäude rum, da fiel der Groschen aber immer noch nicht. Als sie sich in den Unterrichtsraum setzte, füllten sich meine Augen mit Fragezeichen. Das war nicht die Auflösung, die ich erwartet hatte. Immerhin war es überhaupt eine. Warum ich allerdings die ganze Stunde lang so nervös war, meine Finger ständig bewegen musste und noch irgendeine undefinierbare körperliche Reaktion bekam, dafür finde ich keine Erklärung, die mir gefällt. Die übrigbleibende Erklärung würde unweigerlich dazu führen, dass Montage und Freitage (an denen der Kurs stattfindet) die einzigen Tage der Woche würden, die zählen, während ich mich aussichtslos verzehre und den Teufel mit dem Beelzebub austreibe.

Als ich gestern Abend nach Hause kam und in mein Postfach schaute, sah ich eine Email aus ganz weit weg. Es ist die alte Leier. Beim ersten Lesen ist die Enttäuschung immer am größten. Vier Wochen warten und dann so abgefertigt werden. Immerhin hat sie gesagt, wann sie den Rückweg antritt, es gibt also reelle Chancen, dass ich sie wiedersehe.
7.5.11 21:57


Nachdem ich am Samstag schon den ganzen Tag Holz gemacht habe, wurde ich freundlich darum gebeten, am nächsten Wochenende außerplanmäßig wieder heimzukommen. Allerdings werde ich vermutlich schon am Samstagabend wieder fahren, um mich hoffentlich am Sonntag mit dem Typ zu treffen. Von daher fällt wohl nur das freitägliche sinnlose Rumsitzen zwischen ca. halb 4 und 0 Uhr und das samstägliche Schlafen bis Nachmittags weg. Dabei liebe ich beides über alles.
Gestern Abend habe ich fast zweieinhalb Stunden am Stück Counter Strike gespielt. Das war... befriedigend, weil es ausnahmsweise mal rund lief.
Heute kam dieses Mädchen nicht in den Kurs. Das löste eine Ahnung eines sehr sehr alten, archaischen Gefühls aus. Ich brauche dich, aber du lässt mich im Stich.
Im ganzen gesehen war es heute aber soweit erträglich.

Das erste Drittel vom Mai ist quasi vorbei. Es ist, als würde man nach rieselndem Sand greifen. Es zerrinnt einfach alles zwischen den Fingern.
9.5.11 22:36


Es geht schlicht weiter im Alltagstrott.
Gestern Abend überkam mich kurzfristig so etwas wie Energie, ich fühlte mich nicht mehr wie ein Stein, sondern irgendwie lebendig. Nicht gut. Aber die Traurigkeit erschien plötzlich so sinnvoll und bedeutend. Das hielt jedoch nicht lange an.
11.5.11 22:52


Heute, beim Abbauen der Geräte nach dem Sport, hat sie mich gefragt, ob sie mir mit meinem Kasten helfen soll. Einfach so. Worauf ich galant erwiderte: "Nein, musst du nicht, das geht schon, irgendwie, ich krieg das hin, bestimmt. Trotzdem danke."
Ich glaube, ich bin wieder fähig, mich auf irgendetwas zu freuen. Zwar fahre ich morgen wieder nach Hause, um übermorgen Holz zu machen (oder Silo, je nachdem), und wenn ich Samstagabend wieder hierherkomme, schleppen der Typ und der Kommilitone mich wieder in Bars, aber! Am Sonntag kann sich der Typ Zeit machen zum musizieren (ich weiß zwar noch nicht, von was man sich am Sonntag Zeit nehmen muss, aber egal), und sofern sich keiner von uns am Abend vorher vollkommen abschiesst, haben wir dann auch schön viel Zeit. Außerdem sind es noch drei Wochen bis zum Mono-Konzert, und die Tage habe ich ein Video gesehen, wie sie dieses Mal in Hongkong "Moonlight" gespielt haben. Das werden sie ja wohl hoffentlich nicht aus der Setlist nehmen. Zu allem Überfluss macht meine Übersetzung langsam Fortschritte. Der geneigte Leser (exisiert sowas überhaupt noch?) kann sich ja mal Abschnitte 3 und 4 von dem hier durchlesen und dann Mitleid mit mir haben. Hilfreich ist weiterhin, dass ich jetzt nach dem Sport einfach nur leer bin.
Zu guter Letzt ist in 3 Tagen Lagwagon-Tag. Dass ich deren Musik eigentlich kaum noch höre, tut dem Effekt dieses Tages auf meine Stimmung (in den letzten 2 Jahren empirisch erwiesen) keinen Abbruch.
12.5.11 23:48


Rätsel der Sphinx

War das gestern jetzt versuchte Kontaktaufnahme oder nicht?
Ich scheine mir inzwischen ein tröstendes Ablenkungssystem aufgebaut zu haben. Heute war das Mädchen aus dem Wirtschaftsseminar wieder im Wirtschaftsseminar. Genauer gesagt kam sie in etwa genauso früh wie ich und saß wie ich auf der Treppe. Wie bei mir kam nach einiger Zeit ein Bekannter vorbei. Im Unterricht saß sie neben meinem Bekannten, der wiederum neben mir saß. Sie schaut immer so traurig.
13.5.11 21:11


Systemkritik

Ich kann mir diese ablenkende, tröstende Götzenaufreihung deshalb so gut aufbauen, weil es sich folgendermaßen verhält:
1) Ich bin unwichtig und mich sieht man nicht
2) Alle Mädchen, für die ich je irgendetwas empfunden habe oder empfinden werde, haben mindestens einen Freund und 20 Verehrer, also bin ich auch dieser Perspektive egal

Ich mache es mir einfach, indem ich mich vollkommen subtrahiere und mich damit aus der Verantwortung stehle. Ich habe qua Definition keinen Effekt auf andere. Und das ist wirklich bequem.
Ich bin mir allerdings unsicher, ob es überhaupt hilfreich wäre, die Realität anzuerkennen. Dass ich womöglich nicht anders als andere bin (zumindest auf dieser Ebene), dass nur mein Verhalten unsozialer ist. Dann müsste ich eine Rolle spielen, die von mir verlangt, dem Drang nicht nachzugeben, den ich aber dennoch spüre. Das wäre kraftraubend, und genau durch diese Maßnahme würde ich mich einer der letzten (und vor allem einer der größten) Kraftquellen berauben.
Offensichtlich ist dieses Problem nicht auf diese Art lösbar.
14.5.11 20:33


Langlauf

Der Samstagabend war okay. Als wir beim zweiten Etablissement ankamen, gingen eine Menge Leute aus dem Institut gerade raus, die nach einer Ehemaligenfeier noch da gewesen waren. Unter ihnen Mai in ihrer Funktion als Mitorganisatorin. Als sie uns sah, kam sie vorbei und stupste mich kurz an, bevor sie wieder ging.
Nach einer Reihe weiterer Bars, in denen der Kommilitone unter anderem den Black Jack-Automaten um eine gewisse Summe erleichterte, gingen wir in einen Club. Bevor wir reinkamen, hatte er schon wieder irgendwelche Mädchen angequatscht und nach ihrer Lebensgeschichte gefragt. Dann gingen wir rein, er ging nach einiger wieder raus, und der Typ und ich blieben erstmal. Dann ging er auch, sagte aber, er käme gleich wieder. Zu dem Zeitpunkt war ich nicht mehr in der Lage, mich für mein Dasein an sich zu schämen und liess mich mit der Masse treiben. Das war vermutlich mehr menschlicher Kontakt als im ganzen vergangen Teil dieses Jahres zusammengenommen.
Irgendwann wurde mir das aber zu blöd und ich ging raus, Leute suchen. Ich fand sie vor dem Eingang bei einer Vierergruppe sehr junger Mädchen, denen sie erzählt hatten, ich sei ein cooler Typ, und sie würden sie da reinbekommen. Da haben sie ihnen aber einen extrem dicken, übergewichtigen, adipösen Bären aufgebunden. Dann gingen wir wieder rein, die Mädchen waren verschwunden, der Kommilitone ging nach Hause, der Typ und ich gingen schnell zur nahen Haltestelle wegen dem nächsten Bus, gingen wieder rein, und dann entschieden wir (obwohl eigentlich von vorneherein klar war, dass das passieren würde), nach Hause zu laufen.
Gestern Nachmittag ging ich dann gegen 3 rüber zum Typ mitsamt meinem neuen, sehr schweren Verstärker und Gitarre. Es war nach 10, als ich wieder ging. Die Highlights waren zum einen das Solo aus "Time" mit Rhythmusgitarre, was trotz der Tatsache, dass wir das alles gerade so zusammengeschustert haben, extrem cool klang, und zum anderen das Etwas, wo der Typ irgendwelche Akkorde aus irgendeinem Lied stibitzte, auf dem Keyboard spielte und ich dazu irgendwas in der hoffentlich richtigen Tonart auf der Gitarre tremolierte. Das war vollkommen spontan (und ging dementsprechend meistens in Wellenbewegungen von tief nach hoch und zurück), hat aber ziemlich viel Spaß gemacht. Sein ehrgeiziger Plan war, da mehr draus zu machen, aber es wurde sehr schnell offensichtlich, wie viel Arbeit Musik machen ist, wenn man es halbwegs ernsthaft betreibt. Und keinerlei erkennbares Talent hat. Nebenbei haben wir natürlich auch Street Fighter und Worms Armageddon gespielt und mit seinem Grafikpad rumhantiert. Das Ding plus Fotoshop plus chinesische Kalligraphie ist gleich fast unendlicher Spaß.
Hoffentlich dauert es nicht wieder 3 Monate, bis wir sowas machen.
Heute ist zwar Lagwagon-Tag, aber wirklich viel habe ich davon nicht gemerkt. Meine Stimmung hat sich eher direkt wieder dem Wetter angepasst. Verregnet und trüb. Wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so deprimiert wie vor einer Woche noch.
16.5.11 21:48


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