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I m m e r s i o n

Vor der Vorlesung musste der Dozent noch schnell seinen Sohn in den Kinderhort bringen. Wenn man ein Kind im Kindergartenalter in einen Raum voller Anfang 20-jähriger bringt, fühlen vermutlich alle ohne Ausnahme so ziemlich das gleiche. Eine tickende Uhr kommt prominent darin vor. Nur was sie denken, unterscheidet sich. Bei mir fing es an mit "In diesem Leben eher nicht mehr." Und endete auch damit.
Das Mikromädchen werde ich vermutlich bestenfalls bei der Klausur noch sehen, wenn überhaupt. Und bei der werde ich es mir kaum erlauben können, meinen Blick verträumt im Raum umher schweifen zu lassen. Sie trug das passende Kleidungsstück in der passenden Farbe: Hoody, violett. Was im nächsten Semester passiert, ist äußerst fraglich. Bisher handelte es sich um Pflichtkurse, jetzt kommt Wahlpflicht. Interessanterweise schaffte sie es aber immer, in der gleichen Übungsgruppe zu sein wie ich. Im letzten Semester saß ich sogar mal neben ihr. Dieses Semester habe ich ihr mal die Tür aufgehalten. Wenn das sich so weiterentwickelt, nicht auszumalen! Wenn ich in dem Fach was sage, stottere ich mehr und verhaspele mich öfter als sonst. Sie kann also gar keinen falschen Eindruck von mir haben.
Ich fühle wenig. Meistens nur die Schwere. Und der Rest wird von meiner Enttäuschung über mein selten funktionierendes Internet übertüncht. Ich verlange nicht viel, aber das ist offensichtlich der falsche Weg, an die Dinge heranzugehen. Andererseits habe ich keine Lust, mich für soetwas aufzureiben, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn es am Ende doch überhaupt nichts ändert. Der Knackpunkt liegt ganz woanders.
Warum soll man sich über irgendetwas Gedanken machen, wenn die Dinge im Allgemeinen und das Leben im Besonderen schon wieder vorbei sind, kaum dass man sie angefangen hat? Danke, Daoismus. Der Kurs in diesem Semester, der mir wirklich etwas gebracht hat.
2.2.11 23:15


Ausweg

Heute war das Abschlussessen für alles, was an dieser Uni Japanisch lernt, ohne das Fach zu studieren, aber von unserer Gruppe waren nur der Typ und ich da. Das führte dazu, dass wir mit wildfremden Leuten am Tisch saßen und sich sogar so eine Art Gespräch entwickelte. Wenn nicht der eine Kerl wieder einen Monolog hielt. Mit am Tisch saß ein hübsches Mädchen. Hallo Replik von Anfang Januar 2010. Als wir dann zum Unterricht mussten und bezahlen gingen, stand sie plötzlich zwischen uns. Und mir für einen kurzen Moment so nah, dass sich unsere Schultern berührten. Kaum aus der Tür musste sie leider in die entgegengesetzte Richtung.
Im Gegensatz zum Mädchen auf den Fotos von vor einem Jahr gibt es dieses Mal natürlich keine Fotos. Aber die Realität hat die Sache in gleichem Maße unbefleckt belassen wie damals. Und wird ihr vermutlich auch weiterhin nichts anhaben können. Also hört die Realität damit auf, dass sie plötzlich neben mir steht, und das ist ein guter Ansatzpunkt für die Illusion.
Ich weiß jetzt, was ich bräuchte: ein Gegenmittel.
3.2.11 23:27


Ich bin um 12 aufgestanden, habe nachmittags ein bisschen für VWL gelernt, mir die ganze Zeit gedacht "Ach, das kriegst du im Ernstfall schon irgendwie hin" und mir das nächste Thema angeschaut, mittendrin mit dem schüchternen Japaner gechattet, bin gar nicht aus dem Haus gegangen und war heute Abend in der Sauna.
Es fühlt sich an, als hätte ich den Staub des vergangenen Semesters abgewaschen.

Gerade eben habe ich eine Mail an das Mädchen in weit weg abgeschickt. Dieser zeitversetzte Dialog erinnerte mich an erträglichere Zeiten. Lebhaft.
5.2.11 22:56


Unter großen Opfern meiner Schwester (sie hat kein WLAN mehr) teste ich meine Hypothese, dass die Internetprobleme routerbedingt sind. Bisher sieht es schwer danach aus, weil ich seit gestern Abend genau gar keine Probleme habe.
Heute war ich beim Kommilitonen, um unser Gewissen wegen VWL zu beruhigen. Bis übermorgen muss ich doch noch ein bisschen was machen. Aber glücklicherweise habe ich schon vor einiger Zeit aufgehört, mir wegen dieser Klausur wirklich Sorgen zu machen.
Stattdessen habe ich angefangen, mir die 6. Staffel von Deep Space Nine anzuschauen. Da ich aber nur noch eine Woche schnelles Internet habe, wird das eng, ich muss mich ranhalten.
Mein Praktikum fängt doch erst am 21. an, das heisst ich habe noch eine Woche "Ferien". Aber diese und dann die nächste Woche jeden Tag nach 12 Uhr aufstehen dürfte auch einiges ausmachen.
7.2.11 22:02


Ich mag Ferengi und das kalte neblige Wetter, das über den Lichtern der Stadt liegt. Aber diese dunkle schwere Müdigkeit, die mag ich nicht. Das kommt vermutlich davon, wenn man klausurbedingt vor 11 Uhr aufsteht. Wenigstens war diese Klausur dann nicht allzu kompliziert. Übermorgen noch eine, wegen der ich mir noch weniger Stress mache, dann habe ich es ausgestanden.
Es ist so schwer zu ertragen.-
9.2.11 22:11


Abgrund

Gestern haben der Typ, der Kommilitone und ich uns getroffen, zuerst, um irgendwie zu versuchen, mit 3 Leuten irgendwie Musik zu machen, und danach einen trinken zu gehen. Der erste Teil war zwar hochgradig unkoordiniert und es kam zu keinerlei wohlklingenden Ergebnissen, aber lustig war es trotzdem. Der zweite Teil konnte da nicht ganz mithalten. Allein unter Menschen. Auf der Heimfahrt im Bus saßen auf den Sitzen auf der anderen Seite des Ganges 2 hübsche Mädchen, die ich so lange anschauen musste, bis ich endgültig in ein tiefes Loch gefallen war.
Obwohl der Abend nicht allzu lange und hart war, hatte ich heute dennoch den ganzen Tag über leichte Kopfschmerzen. Trotzdem hat das Gitarre spielen ganz gut geklappt. Stumme Hilferufe. Im Supermarkt traf ich zufällig den Typ, und wahrscheinlich morgen wollen wir uns noch mal treffen, um wirklich Musik zu machen. Aus irgendeinem mir unbekannten Grund waren heute Abend auch viele Leute auf dem Counter Strike-Server, also habe ich die glückliche und seltene Kombination schnelles funktionierendes Internet plus keinerlei Pflichten ausgiebig genutzt. Damit endete der Tag recht versöhnlich.
12.2.11 22:59


Willkommen zurück

Ich bin jetzt wieder zu Hause und freue mich darauf, wieder wegzufahren. Aber wer weiss, man gewöhnt sich ja an alles und am Anfang trifft es einen immer am härtesten.
Am Sonntag war ich beim Typ und wir haben wieder Sachen gespielt. Später auch mal Worms Armageddon. Das würde mehr Spaß machen, je mehr Leute man hat. Aber bei der Musik scheint es eher umgekehrt zu sein. Sachen für 2 Gitarren zu finden wird nicht einfacher, aber was Sachen für Keyboard und Gitarre angeht hat er anscheinend viel Soundtrack-Musik in der Hinterhand.
Gestern Abend waren wir beide auf dem Geburtstag eines gemeinsamen Freundes, mit insgesamt so ca. 10 Studenten. Das heisst ich war jetzt auf einer dieser "Studentenpartys" und habe das damit abgehakt. Wenn man meine normalen Erwartungsmaßstäbe an eine Party daran anlegt, war es sogar ganz erträglich.
Das Mädchen in weit weg hat mir geschrieben. Da habe ich mich drüber gefreut.
15.2.11 20:50


Eigentlich habe ich heute Geburtstag, aber davon habe ich wenig gemerkt. Einmal schon, nämlich als meine Oma morgens um 8 reingestürmt kam und mir ein Geschenk in die Hand gedrückt hat. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich soweit kam, ihr das Gesicht zuzuwenden. Aber darum ging es ja nicht. Am Sonntagnachmittag kommt die Verwandtschaft.
Von dem Gemenge gestern habe ich leichten Muskelkater in den Unterarmen. Man merkt, dass ich zu Hause bin. Heute habe ich mal meine CDs neu sortiert. Und gezählt: 132. Ich habe das Gefühl, in den letzten Monaten so wenige neue gekauft zu haben. Heute Abend gab es natürlich wieder andere Arbeit.
17.2.11 22:46


Die Noten der VWL-Klausur wurden veröffentlicht. Natürlich war der 2. Teil lange nicht so gut wie der erste, und natürlich bin ich darüber wider Erwarten enttäuscht, weil die hohe Prozentzahl wohl meinen Ehrgeiz wachgekitzelt hat (aber offensichtlich nicht wach genug, um wirklich viel zu lernen). Aber unterm Strich kommt eine passable Note dabei raus, und das reicht fürs erste.
Heute habe ich meinen ersten Tab auf einer der entsprechenden Seiten hochgeladen. Es war zwar nur eine Erweiterung und geringfügige Verbesserung von etwas, das es schon gab, aber vielleicht ist damit ja irgendwem geholfen.

Manchmal träume ich davon, dass mir jemand die Hand auf die Schulter legt.
Vorgestern Abend lag die Burgruine auf dem Berg im Mondschein. Das war so unfassbar schön.
18.2.11 21:12


Konsequenz

Ich mag dumme Menschen nicht, weil sie mich ohne nachzudenken aggressiv beleidigen, und ich mir dann den Stachel nicht anders herausziehen kann, als sie zu zu genau dem zu erklären, dummen, aggressiven Vollidioten. Anstatt mich entweder zu wehren, oder einfach darüber zu stehen, muss ich sie gedanklich erniedrigen. Ich mag dumme Menschen einfach nicht.
Dabei bin ich selbst keinen Deut besser. Abends an meinem Geburtstag, nach diesem unglaublich nervigen Tag, war ich gerade am zocken, als meine Schwester mir ihr Geschenk brachte. Soweit das bei Multiplayer-Spielen geht, legte ich eine Pause ein, aber anstatt die Tatache zu ignorieren, dass sie mir eine etwas ungewöhnlichere Schokoladensorte schenkte, die ich selbst im Laden immer übergehe, legte ich die ganze Wucht meiner aufgestauten Enttäuschung in meine Stimme und erwähnte das wie beiläufig.
Die eiskalte Logik des Selbsthasses.
Manchmal wünschte ich, ich könnte etwas gegen die Schuldigen tun, anstatt es bei irgendeinem anderen abzuladen. Aber wie soll man für sich einstehen, wenn man keinen Boden unter den Füßen hat?
Das alles wird nur noch armseliger, wenn man bedenkt, dass die Beleidigung online erfolgte, an einem Samstagabend, an dem im Dorf Karneval gefeiert wurde.

Heute kam die ganze Verwandtschaft feiern und eigentlich war sogar ganz unterhaltsam.
In den letzten Tagen bin ich so fertig, schlafe aber wieder mal unglaublich spät ein.
20.2.11 23:04


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