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Im Jargon sagt man zu solchen Klausuren offensichtlich "fair", weil das nicht direkt impliziert, dass man eine gute Note dabei bekommen muss. Der Jargon kommt mir sehr entgegen, denn so empfand ich das auch. Es wird tatsächlich selten etwas so heiss gegessen, wie es gekocht wird.
Meine neue Gitarre ist fürs erste wieder weg, wohl für 2 Wochen. Im ersten Schritt hat mein Gitarrenlehrer das beste Teil meiner alten (den Humbucker) eingebaut, dementsprechend habe ich jetzt meine alte in genau wie vor 2 Jahren. Im zweiten Schritt wollten wir noch ein paar weitere Schräubchen drehen, um das beste rauszukitzeln. Da die Pickups offensichtlich ziemlich minderwertig sind (für sowas habe ich schlicht und ergreifend noch kein Ohr entwickelt, aber ich vertraue ihm da mal), macht das den größten Teil aus. Ich freue mich schon drauf, sie danach wieder in den Händen zu halten. Insgesamt war heute Tag der Entscheidungen. Die alte für ihren Wert (d.h. einen Appel und ein Ei) verkaufen? Erst mal nicht. Was für Pickups? Vielleicht noch andere Sachen? Pommes dazu? Er bastelt wirklich gerne an Gitarren rum.
Heute habe ich mich wieder mit dem Tischtennismädchen getroffen, ihr Deutsch beigebracht und den Kuchen gegessen, den sie mitgebracht hat. Aber ich weiss auch nicht. Aussitzen und den Status Quo festklopfen ist doch immer eine Option.
1.12.10 22:55


Gestern kam ich in den Unterrichtsraum, eine Person saß schon da. Nach einiger Zeit kam der Typ, wir alle redeten ein bisschen, und keiner kam. Irgendwann dämmerte uns: Hier läuft was schief. Der Unterricht war ausgefallen, und das war bekannt, allerdings schon seit Anfang des Semesters und das ist ja ewig lange her. Normalerweise wird man als Student ja hellhörig, wenn sowas gesagt wird, die einzig logische Schlussfolgerung ist also, dass die Dozentin uns nicht daran erinnert hat. Würde zu ihr passen.
Heute kam ich recht früh nach Hause in die Heimat, weil ein Kurs ausfiel (noch einer...). Keiner da, könnte also noch was werden. Ich aß dann und fuhr zur Bank, um was zu erledigen. Immer noch gute Aussichten. Komme zu Hause an, treffe meine Mutter, 3. Satz: "Könntest du nicht gerade...?" Nach fast zwei Stunden mit den Eiern rumhantieren endlich Feierabend.
Ich rede mir ein, dass ich bis zu den Ferien etwas weniger Stress haben werde, weil weder Tests noch Klausuren noch sonstwas anstehen. Aber das ist wahrscheinlich auch nur eine unbegründete Hoffnung, wegen dem normalen Stress.
Sie lässt sich schon Zeit mit ihrer Antwortmail. Das kenne ich von ihr gar nicht.
3.12.10 22:56


Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern

Schon heute wurden die Ergebnisse der Klausur im Internet zugänglich gemacht. Als ich sie sah, war ich erstaunt. An einer Stelle musste ich laut loslachen. Als ich nämlich sah, dass ich bei der Aufgabe, die ich zu allerletzt und nach dem Motto "Damit was da steht" bearbeitet habe, 100% habe. Insgesamt ist die Klausur gut. Und nicht nur gut, sondern überdurchschnittlich gut und das in dem Maße, dass ich mir für die 2. Hälfte so ziemlich gar keine Sorgen machen muss. Es sei denn, mich packt plötzlich der Ehrgeiz. Auf jeden Fall kann in dem Fach jetzt so gut wie nichts mehr schief gehen. Da ist mir schon mal ein Stein vom Herzen gefallen, was tatsächlich dazu geführt hat, dass ich mich mal wieder über eine Note länger als 5 Minuten gefreut habe.
Das half auch dabei, zu vergessen, dass ich heute vor Mittag aus dem Bett geschmissen wurde und wieder mal beim Stiere rumtreiben helfen musste.
Den Nachmittag habe ich irgendwie halb vertrödelt. Ich habe zwar Hausaufgaben gemacht, aber nicht sonderlich viele geschafft. Windows-Schach ist aber auch...
Das viert- oder fünftlustigste am Erlernen neuer Sprachen ist ja sowieso, wenn man sich dann im Internet lustige Fonts zusammensuchen kann. Und für Japanisch habe ich nach sehr kurzer Suche schon einige sehr coole entdeckt. Und als ich den Briefumschlag, den ich zum Üben benutzt habe, vollgeschrieben hatte, stellte ich fest, dass die Schrift auch so sehr ästhetisch ist.
4.12.10 22:05


Folge deinem Herzen. Und so.

An der Bushaltestelle überlegte ich mir, dass ich mich doch mal umsetzen könnte. Ich begründete das damit, dass letzte Woche nur drei Leute da waren, die so im Raum verteilt waren, dass wirklich der weitestmögliche Abstand zwischen ihnen war. Ganz zufällig würde ich dann auf dem Platz neben der Ablenkung von der Ablenkung landen.
Gesagt, also fing ich an, mir Mut einzureden. Als ich ankam war der Raum leer und ich stand schon neben dem Stuhl auf dem ich immer sitze. Dann gab ich mir einen Ruck. Das war knapp.
Sie kam aber nicht zum Unterricht.
Danach war Tischtennis. Das Tischtennis-Mädchen kam aber nicht, also spielte ich gegen jemand anderen. Dann kam sie, wir spielten und ich gewann.
Manchmal wüsste ich gerne, wer hier die Fäden in der Hand hat. Will ich nicht, oder will die Angst, dass ich nicht will? Es wäre vermutlich alles etwas einfacher, wenn ich meinen eigenen Gefühlen trauen könnte.

Überhaupt schleift meine Stimmung eher weiter unten als weiter oben entlang.
Samt-schwarze Dunkelheit.
6.12.10 21:47


Hatz

Ich weiss nicht, ob ich den müden, leeren Mittwoch von vor einem Monat lieber mochte oder den von heute, der zwar genauso früh anfing, aber nicht unbedingt leer war. Konkret: Vorlesung, heim essen, Gitarre holen, Unterricht, neue Gitarre auch noch mitbekommen (das ging schnell), heimfahren, sperrige Gitarren abstellen, Kiste Wasser anschleppen, wegfahren, Klausur einsehen, Tandempartnerin suchen, angerufen werden, halbe Stunde warten, im Regen stehen, lange Liste von Fragen beantworten, heim, duschen, aus der Dusche auf den CS - Server, was essen (da war es schon 9 oder so), bisschen an Zhuangzi rumhantieren, fertig.
Ich würde gerne mal auf der Gitarre spielen, mit den neuen Pickups, aber das wird erst Freitag nach 4 Uhr hinhauen. Irgendwie macht mir auch Sorgen, dass sie unter sehr bestimmten Bedingungen seltsame statt schöne Geräusche macht. Oder ist das der Verstärker? Für ca. 7 Minuten hatte ich sie heute tatsächlich schon angeschlossen.
Wenn man plötzlich bei der Klausur so gut ist und dann feststellt, dass man noch 2 Punkte für nichts und wieder nichts hätte bekommen können, wenn man nicht gedacht hätte, dass das einfach zu klar wäre, dann ärgert man sich. Das ist so ein Gefühl, als würde man 7000 Meter des Mt. Everest besteigen, ein Foto knipsen und umkehren. Das letzte bisschen hätte man auch noch machen können. Irgendwie scheine ich plötzlich ehrgeizig zu werden. Das hat mir gerade noch gefehlt.
Gestern habe ich sie sanft daran erinnert, und heute kam nach langem Warten die Antwortmail aus weiter Ferne. Mich freut, dass sie so locker-flockig dahererzählt, als wäre ich wichtig genug, das alles zu erfahren.
8.12.10 23:48


Wenn die Zeit so schnell vergeht, kann das sehr nützlich sein, wenn sowieso alles egal ist. Falls man sich jedoch um irgendwas kümmern muss, wie zum Beispiel einen Praktikumsplatz, ist das etwas anderes. Dabei habe ich schon 5 Bewerbungen geschrieben, von denen eine abgelehnt wurde und vier in der Luft hängen (und von diesen vier rechne ich mir bei zweien noch Chancen aus).
Der Typ will morgen schon wieder ausgehen. Dabei waren wir doch erst weg. Vor 4 Wochen oder so. Hoffentlich benehmen wir uns dieses Mal wie zivilisierte Menschen. Auf jeden Fall werde ich dann wohl heute den Schlaf von letzter Woche nachholen und den für die nächste vorziehen müssen.
10.12.10 22:02


Immerhin blieben die Konsequenzen am Folgetag aus. Irgendwie sind wir aber auch mehr durch die Gegend gelaufen auf der Suche nach einem Platz als sonstwas. Ich weiss nicht.
Nachdem ich die ganze Woche eher nach 1 als früher ins Bett ging, hab ich es am Freitag irgendwie geschafft, um halb 12 zu gehen. Und am Samstag um halb 2 aufzustehen. Nachdem ich am Freitag schon mal etwas ausgiebiger Gitarre gespielt hatte, da aber noch wenig erfolgreich, war ich am Samstag dann warm und hatte Zeit. Zum ersten Mal für meine neue Gitarre. Ein Traum. Heute habe ich das dann weitergeführt, und wenn ich mal drin bin, läuft es direkt viel besser.
Dafür habe ich dann aber auch so gut wie keine Hausaufgaben gemacht, was sich im Laufe der Woche noch rächen wird.
Ich habe "Nach dem Bankett" von Yukio Mishima fertig gelesen, und irgendwie hatte ich von einem Schriftsteller, der Bodybuilding betreibt, einen miserablen Putschversuch durchführt und danach rituellen Selbstmord begeht, etwas anderes erwartet. Nicht, dass es grundsätzlich schlecht war, aber nächstes Mal lese ich einfach irgendwas von Kawabata zum fünften Mal, wenn mir der Sinn nach Japan steht.
Nachher werde ich noch eine Email in die weite Ferne schreiben. Manchmal würde ich ihr gerne sagen, was sie mir bedeutet.
12.12.10 21:40


Sun-Chess / Immersion

Als ich mich in die Straßenbahn setzte, um mich die letzten Meter fahren zu lassen, kam das Mikromädchen schon auf dem Fahrrad vorbeigeradelt. Ich war schneller unterwegs, aber auch nicht viel, denn auf der Treppe auf dem Weg zum Unterrichtsraum drehte ich mich kurz um und sah sie hinter mir. An der Tür über der Treppe angekommen machte ich sie auf, dachte kurz nach, drehte mich versichernd um und hielt sie nicht auf. Der Abstand war groß genug, um das aus Höflichkeitssicht zu rechtfertigen.
Im Raum saß der füllige junge Mann so, dass ich nicht an ihm vorbei zu meinem Platz kam und ging außenrum, an ihr vorbei, während ich auf dem Boden nach Cent - Stücken suchte. Mein Hauptfachkommilitone, und damit die einzige Person, die ich kenne, kam nicht zum Unterricht, also hatte ich viel Muse. Die ich größtenteils darauf verwendete, sie zu beobachten, wenn sie gerade den Blick gesenkt hatte. Einmal, als sie gerade aufschaute, war ich zu langsam und sie lächelte Löcher in die Luft. Vielleicht gefiel ihr das Gefühl, begehrt zu werden, aber ich hätte ihr versichern können, dass das nichts mit ihr zu tun hat.
Als sie mal drankam und was gefragt wurde, wusste sie erst die Antwort nicht und schwieg lange. Als sie sich mit einem halb spöttischen, halb wissenden Ton selbst um einige Ecken und Halbsätze auf die Antwort brachte, gefiel mir das. Sie ist nicht dumm.
Nachmittags war wieder Hörverständnis. Irgendwie ergab es sich, dass die 4 anwesenden Studenten in Zweier-Teams eingeteilt wurden, um Übungen zu machen, wodurch ich plötzlich neben der Ablenkung von der Ablenkung saß. Vorher hatte ich es irgendwie geschafft, ein wenig mit ihr zu reden. Als ich sie letzte Woche mit dem Koffer sah, fuhr sie zu ihrem Freund. Ich glaube, das ändert nichts. Als sie einmal eine Zeile nicht fand, streckte ich meinen Finger aus, sie tat das gleiche und stupste mich ungewollt an.

Ich kann es nur gutheissen, dass ich dafür entschädigt werde, dass Montag ist.
13.12.10 23:57


Ich habe das Gefühl, den ganzen Tag durch die Gegend zu laufen, und wenn mich mal hinsetze, dann höchstwahrscheinlich zum lernen. Oder um mich davor zu drücken, was auch nur eine halbe Aktivität ist. Eigentlich ist es mehr erzwungen Inaktivität. In jedem Fall nichts Halbes und nicht Ganzes.
Manchmal würde ich gerne wissen, wie ich mich fühlen würde, wenn ich mal dazu kommen würde. Aber genau genommen will ich das gar nicht wissen. Es ist, als hätte jemand einen Keil zwischen mich und meine Gefühle getrieben, der aber hochgradig durchlässig ist. Und das, was durchsickert, lässt nichts Gutes erahnen.
Heute Abend kamen offensichtlich 3 Busse in Folge nicht, so dass manche Leute in die andere Richtung fuhren und andere Busse nahmen, manche losliefen, andere trampten und wieder andere ein Taxi nahmen. Davon bekam ich nur 2 ausbleibende Busse mit, stand also beinahe eine Stunde im Schnee, während die Maus schon meinen Schnürsenkel anknabberte. Das war allerdings weniger eine Aussage über meinen Zustand als über ihren. Mit dem Mut der Verzweiflungs lief sie unaufhörlich zwischen den herumstehenden Leuten umher. Vielleicht ist sie inzwischen erfroren.
15.12.10 23:00


In den letzten Tagen komme ich immer schwerer aus dem Bett, was vor allem gestern und heute dazu führte, dass ich zu spät zum Unterricht kam, mal nur ganz knapp, mal fast eine halbe Stunde. Ich deute das mal so, dass ich langsam ferienreif bin.
Gestern war außerdem noch die Weihnachtsfeier des Instituts. Als der Typ und ich eintrudelten, war gerade am Tisch mit den wenigen Leuten aus unserem Jahrgang ein Platz neben der Ablenkung von der Ablenkung frei. Noch dazu gab es leckeres Essen. Der Typ und der Kommilitone haben sich derweil dem Glühwein zugewandt. Da ich beide ständig sehe, aber nie zur gleichen Zeit, sie sich also selten treffen, haben sie dann das Gespräch quasi alleine geführt. Ich habe mich in der Zwischenzeit mehr damit beschäftigt, mich über die Ablenkung von der Ablenkung zu freuen, die erst neben mir und mir später gegenüber saß. Ab und zu hat sie auch mal ins Gespräch gefunden, was bei den Themen zwischen Crack verkaufenden Elefanten und Freecell gar nicht so einfach war. In diesem Fahrwasser hat sich dann auch das bisschen Dialog entwickelt, das wir geführt haben. Irgendwann war der vorbereitete Glühwein aufgebraucht, die 2 Schnapsnasen gingen auf den nahen Weihnachtsmarkt neuen holen und plötzlich wurde es ziemlich still am Tisch. Mitgehen wäre eine Option gewesen. Naja. Irgendwann stand sie dann schweigend auf und gesellte sich zu anderen Leuten, während ich wartete. Sie ist hübsch. Manchmal habe ich bemerkt, dass sie mich angeschaut hat. Einen Groschen für deine Gedanken.
Nach dem von weit hergeholten Glühwein gingen wir 3 noch in eine Bar, dann nach Hause, heute hatten 2 von uns ja noch Unterricht. Ich ging sogar hin.
Am Wochenende steht noch einiges an. Morgen z.B. muss ein Film gedreht werden, der Mikroökonomik erklärt. Morgen Abend soll möglicherweise eine LAN beim Typ sein, mit dem ich am Sonntag vorhabe, in eine Ausstellung von Anstaltskunst zu gehen.
17.12.10 22:43


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