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Zugewuchert

Was früher lebensnotwendig war, weil ich mich daran festklammern musste, tritt dieser Tage irgendwie über die Ufer. Der Freitag war nur das Vorgeplänkel. Vielleicht hasse ich auch nur meine Bedürftigkeit, die mich dazu zwingt, so viele Götzen aufzustellen. Denn mit dem konkreten Fall am Samstagabend hat das nichts zu tun. Eher damit, dass ich mich zwischen so vielen Begehrlichkeiten gestellt habe, dass es mich manchmal zu zerreissen droht. Ich fühle mich durchgeschüttelt bis zur Instabilität.
Durch den seltenen Zufall, dass Xuxici und ich zur selben Zeit online waren, entstand ein Gespräch, in dessen Verlauf wir eine Brieffreundschaft eingingen. So richtig mit Papier. 10 Monate, nachdem wir uns das letzte Mal gesehen haben und nicht darüber hinauskamen, im Unterricht nebeneinander zu sitzen, jetzt so ein Schritt. Das sollte man jetzt aber nicht missverstehen, denn wenn ich an dem Abend feuchte Augen hatte, dann wegen der Rührung. Womit auch deutlich wird, dass es hier eine Rangfolge gibt, wer was ungestraft mit mir machen darf.
Symptomatisch dafür, was aus meinem einst so beschaulich-isolierten Leben geworden ist, war dann auch, dass direkt am Sonntagabend, also gestern, der Typ vorbeikam und wir eine LAN machten. Dadurch, dass wir es schafften Alarmstufe Rot 2 zum Laufen zu bringen, wurde es gleich nochmal so lustig.
1.11.10 21:26


Die Zeit zwischen gestern Abend und heute Nachmittag war ein einziger Reinfall. Ich habe den ganzen Abend Counter Strike gespielt, also, wirklich den ganzen Abend. Aber nicht, weil es so sonderlich viel Spaß gemacht hätte (zwischenzeitlich 3-15 oder sowas), sondern weil es einfach nicht anders ging. Es ging einfach nicht. Zwischendrin bin ich mal kurz gegangen, aber nur, weil die Map mich angekotzt hat (den Rest habe ich so auf mich genommen), und als ich zurückkam, hab ich die nächste halbe Stunde erst mal alle umgeboxt. Immerhin. Für 15-3 als Ausgleich hat es dann aber auch nicht gereicht. Dann wurde es spät, ich konnte mich loseisen, habe dann aber erst mal noch 2 Folgen South Park geschaut. Zum Glück hatte ich mir für den Abend keine Arbeit liegenlassen. Irgendwann bin ich ins Bett, konnte aber nicht so recht einschlafen.
Heute Morgen, zu unchristlichen Zeiten, um 7 Uhr, klingelt der Wecker. Als ich vor dem Kleiderschrank stehe, fällt mir auf, dass die Wand rechts davon so dreckig aussieht. Und nass ist. Schimmel. Ich taumele zum Unterricht. Mittwochs-Miniklausur steht an. Selbst mit all meinen Notizen hätte ich das nicht befriedigend lösen können. Aber, natürlich, sobald es erklärt wird, erscheint alles logisch. So logisch, dass man es sich nicht mal aufschreiben muss. Ich hasse dieses hinterlistige Fach. 10 Uhr, ich trotte gesenkten Hauptes nach Hause.
Für einige Zeit sieht es gut aus. Ich habe zeitig gegessen und dann direkt mit dem Referat angefangen. Mit dem Referat, dass mir meine freien Tage versaut, weil ich ständig denke, ich müsste was machen, denn der Dozent hat immer noch nicht die Termine bekanntgegeben und eigentlich kann ich nur den nächsten Freitag ausschliessen, danach könnte ich jederzeit dran sein. Problematischerweise merke ich bald, dass die Bücher, die ich mir schon ausgeliehen habe, vollkommen nutzlos sind und kann somit aufhören. Dann spiele ich Gitarre, aber das Ding verstimmt sich ständig. Mit dem letzten Schwung fange ich dann mit dem Spülen und Putzen an. Wenn ich putze, ist es hinterher so dreckig wie vorher. Aber das ist schon lange keine Enttäuschung mehr. Dann setze ich mich an den PC und spiele Solitär. Zum Glück habe ich letzte Woche den Soundtrack schlechthin gefunden: "The White Birch" von Codeine. Plötzlich taucht Xuxici online auf. Erster Lichtblick. Die nächste halbe Stunde stürzt das Internet in einer Tour ab. Zwischendrin ist der Vermieter erreichbar und meint, dass es hier noch nie ein Schimmelproblem gegeben hat, meine lange Abwesenheit im Sommer der wahrscheinlichste Grund und der Befall vermutlich auch nicht hartnäckig ist. Bewahrheitet sich später fürs erste. Es kann auch glimpflich ausgehen. Irgendwann stabilisiert sich die Verbindung und ich stelle fest, dass ich einen großen Teil das Nachmittags gewinnbringend vertrödelt habe. Sie löst so eine schwebende Reaktion bei mir aus.
3.11.10 20:27


Dieser Tage ging ich durch die Straßen und sah die Blätter fallen. Viele Blätter, ohne Unterbrechung, und alle waren sie golden. Es sah aus wie ein Goldregen.
5.11.10 00:24


Zukunftsmusik

Ich mache mir ja öfters mal Sorgen wegen eher nichts. Aber dass ich mir jedes Mal, wenn ich mal etwas Zeit habe, denke "Oh mein Gott, oh mein Gott, das Referat!!" und dann, wenn die Liste kommt, Ende Januar halten muss, ist doch etwas lächerlich. Manchmal hasse ich meine Unsicherheit.
Ähnlich beim Praktikum. Da ich schon lange nichts mehr von der Firma, bei der ich dank irendwelchen Um-4-Ecken-Beziehungen mal nachgefragt hatte, gehört habe, müsste ich mich um was Neues kümmern. Sollte ich mich dazu aufraffen können, und das ist schon äußerst selten, viel seltener als meine Quasi-Panik-Anfälle, weil man ja irgendwas im Laufe seines Studiums in der Richtung machen muss, sehe ich immer nur Angebote, die für ein halbes Jahr und ganz offensichtlich hochspezialisierte und -ausgebildete Leute ausgeschrieben sind. Die quasi auch genauso gut schon ihre eigene Firma leiten könnten. Und das ist ja nicht die Art von Praktikum, die ich suche, aber die einzige, die ich finde.

Meine Oma hat meiner Schwester und mir jeweils einen größeren Betrag Bares in die Hand gedrückt. Und das ganz ohne eine Szene zu machen. Hinter meinem Rücken verbündet sich das schon mit diesem Traum von einer neuen Gitarre.
Ich weiss nicht, wie lange meine Stimmung noch hält. Erste Verschleisspuren werden unaufhaltsam sichtbar.
5.11.10 21:58


Frustpotential

Wenn man sich mal so richtig demotivieren will, sollte man sich ausgewählte Texte in klassischen Chinesisch anschauen. Da kann man dann schön denken: "Hurra, jetzt lerne ich diese Sprache schon seit 3 Jahren und verstehe plötzlich wieder kein Wort." Man muss dann aber immer dran denken, dass man da nichts für kann. Das ist die Schuld des Textes.
Der letzte und der aktuelle Text für den einen Kurs sind so, und ein weiterer in einem anderen Kurs für diese Woche auch. Ich schaue mir die Dinger an und weiss, dass ich noch so viele Vokabeln nachschlagen kann, ich werde es immer noch nicht verstehen. Klasse. Hoffentlich kommen irgendwann mal wieder schöne Texte, denn das hier benötigt jede Woche die meiste Vorbereitung.
Immerhin kann ich mich ein bisschen auf morgen vorfreuen, weil ich da die Ablenkung von der Ablenkung nach drei Wochen wiedersehe.
7.11.10 23:16


Blinde Passagiere

Der Kurs, den ich zusammen mit der Ablenkung von der Ablenkung habe, dreht sich primär um Hörverständnis. Eine liebgewonnene Pose ist das konzentrierte Augenschliessen. Eigentlich mache ich das auch öfters mal, aber als ich gestern zufällig gesehen habe, dass sie das auch gerade macht, habe ich mich statt auf die Aufnahme doch lieber auf ihr Gesicht konzentriert. Nach der Stunde hat sich mich noch etwas wegen den Hausaufgaben gefragt. Es waren noch mehr als eine, wenn nicht sogar zwei andere Personen im Raum, die sie hätte fragen können, deren Namen sie vermutlich nicht kennt und mit denen sie auch nie im gleichen Jahrgang war, aber sie hat mich gefragt.
Ich erinnere mich noch... Sie erinnert mich an eine Zeit, als das Wort "Enttäuschung" noch eine wirkliche Bedeutung hatte.

Manchmal frage ich mich, ob ich nur eine ziemlich lebhafte Phantasie habe oder ob ich wirklich Dinge in den Emails von Leuten lese, die sie nicht bewusst und explizit da reingeschrieben haben. Es kam wieder eine Nachricht von ganz weit weg, nur wirkt sie dieses Mal interessiert und aufmerksam, generell locker und in guter Stimmung geschrieben.

Ich glaube, ich habe in Codeine gefunden, was ich ehemals in Tocotronic gesucht habe.
9.11.10 21:53


Immer noch hasse ich Mittwoch. Heute Morgen dachte ich noch, dass ich gar nicht mal so müde bin. Aber da habe ich mich getäuscht. Außerdem schlägt meine Stimmung irrsinnige Kapriolen in alle Richtungen.
10.11.10 21:24


Wach sein ist so furchtbar anstrengend. Jetzt will auch noch der Typ heute LAN machen und morgen Abend weggehen. Je nachdem bis zu welchem Grad wir das durchziehen wird das ein anstrengendes Wochenende. Nach und vor einer ermüdenden Woche. Weil dieses Semester irgendwie jede Woche so ist.
Ich schwanke unaufhörlich zwischen Eiswüste und Ölberg hin und her.
12.11.10 18:39


Ich mag Alkohol ja nicht mal so gerne. Aber da bin ich gestern echt mit den zwei falschen Leuten weggegangen. Es war schon ein lustiger Abend, und mein Erinnerungsvermögen hat auch bis zum Ende tapfer mitgemacht, nur hätte er mir noch besser gefallen, wenn wir es etwas ruhiger angegangen wären. Weil heute Nachmittag die Spätfolgen nicht sonderlich angenehm waren.
Deshalb hat mir die LAN am Freitag auch besser gefallen.
14.11.10 21:36


Kopfstand als Dauerzustand

Oberflächlich betrachtet denke ich: "Warum tut sie das und was will sie erreichen?" Irgendwo darunter denke ich: "Wie kann ich verhindern, dass sie das erreicht, und sie vor den Kopf stoßen?"
Ich habe Angst. Und ich weiß auch nicht vor was. Sie soll mir ja nicht zu nahe kommen.
Nachdem sie letztes Mal nicht zum Tischtennis kam, und es in der Woche davor ausfiel, tauchte sie heute wieder auf. Irgendwie haben wir wieder die ganze Zeit gegeneinander gespielt. Nicht, dass es bei denen je zu großen Fluktuationen gekommen wäre. Am Ende will ich das Netz zum Hausmeister zurückbringen, aber der ist verschollen. Ich gehe ihn suchen, und während ich am anderen Ende des Ganges bin, sehe ich sie dann zur Tür hinausgehen und denke mir nur "Moment noch!". Ich finde den Hausmeister und gehe raus. Ich sehe den Bus wegfahren, in dem sie sitzt, und trete in eine Pfütze.
Eben, vorhin, im Laufe des Abends trudelt eine Nachricht ein, die erste, die ich von ihr erhalte, in der sie bedauert, nicht Tschüß gesagt zu haben. Und mich fragt, ob ich nicht ihr Tandempartner sein will. Dann könnte sie auch mit mir Chinesisch üben und überhaupt. Sie kann sich viel dabei gedacht haben. Ich denke mir zu viel dabei.
Zum Beispiel denke ich mir: "Siddharta kann denken. Siddharta kann warten. Siddharta kann fasten. Also kommen die Dinge zu Siddharta, und nicht umgekehrt." Oder wie auch immer das Originalzitat lauten mag.

Manchmal hätte ich gerne meine Probleme.
16.11.10 00:20


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