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So fängt es an.
Sie ist jetzt weg und hat einer Liste von Leuten eine E-Mail geschrieben. Ich bin auf dieser Liste. Bald werde ich ihr antworten, und dann wird sie antworten, und dann wird das Semester anfangen und dann werde ich sie schrecklich vermissen. Noch mehr als jetzt. Ich bin fast so weit, dass ich die zwei Leute frage, ob sie mir nicht jeweils dieses eine Foto von uns beiden schicken wollen.
1.9.10 21:44


Heute war ich mit meinem Vater Silo machen, und eine unserer Wiesen dient als Parkplatz für das Feuerwehrfest, darum haben wir die auch noch gemäht. Als ich dann da ankam, um Ballen zu wickeln, standen schon einige zu früh gekommenen da rum. Vier schon mehr oder weniger ergraute Männer stellten sich dann mit Kennerblick und verschränkten Armen in meiner Nähe auf, als wollten sie sagen: "So, jetzt mach mal, Jungchen."
Und das war Spannendste, was heute und gestern passiert ist.
Außerdem habe ich ihr schon geantwortet, am Tag, nachdem die Mail ankam. Ich konnte irgendwie nicht mehr warten.
3.9.10 20:01


Dieses Wochenende war Feuerwehrfest im Dorf. Freitagabend war ich hin, habe am Anfang ein bisschen mit Leuten geredet, mittendrin weniger und am Ende wieder etwas mehr, dann bin ich gegangen. Gestern bin ich hin, habe ganz am Anfang ganz kurz mit ein paar Leuten geredet und dann war Ende. Ich hatte vorher schon überhaupt keine Lust und bin nach ungefähr anderthalb Stunden wieder heim. Wenn ich bei meinem schwarzen Hoody die Kapuze überziehe, dann spiegelt das auch immer gut meine Stimmung bei diesem Gang wider. Heute Mittag hatte ich Thekendienst, und das war stressig. Ich habe auch meine gute Tat für dieses Jahr vollbracht und einem kleinen Jungen, dem 10 Cent fehlten, so etwas zu trinken gegeben. Zum Glück hat der dicke Mann, der danach kam, genau diesen Betrag zu viel bezahlt, also ist das Universum im Gleichgewicht.
Aber jetzt ist das vorbei, abgesehen vom Abbauen, und ich kann mich wieder darauf freuen, zu Hause bleiben zu können.

Ich hätte das vielleicht mit einbeziehen sollen, als ich ihr so früh geantwortet habe: Ich kann jetzt ihre Antwort nicht erwarten.
5.9.10 23:45


Ich bin in dieser seltsam entrückten Ferien-Nichtstimmung, in der mich so ziemlich nichts etwas angeht. Ständig fallen mir Berührungen ein, kurze, etwas längere, vertraute, solche in U-Bahnen. Wenn ich in der Position dazu wäre, würde ich irgendetwas Hongkong widmen, ein schwarzes Lied oder ein enttäuschtes Gemälde. Manche fallen mir sehr plastisch ein und dann muss ich mich zusammenreissen, um nicht in eine Art Wachtraum zu verfallen.

Heute, in einem Haus beim Eier verkaufen, packte mich wie aus dem Nichts etwas an der Wade. Es war ein kleiner Junge, noch sehr wackelig auf den Beinen, der sich an mir hochzog. In der Art, wie er so unbefangen auf mich zukam und mich groß ansah, lag etwas Tröstendes.
Neulich habe ich eine Star Trek - Folge gesehen, in der es unter anderem um Liebe und Musik ging. Abgesehen von der Intensität, mit der mich diese Vorstellung berührt hat, führte es auch dazu, dass mir der Gedanke durch den Kopf schoss, wie sie auf meinem Bett sitzt und neugierig und angestrengt mit meiner Gitarre hantiert. Nicht das Bild, dafür ist mein Kopf zu ungrafisch, nur der Gedanke. Aber das müsste das schönste Bild der Welt sein.
7.9.10 20:50


Gestern war ich mal wieder bei meinem Cousin und wir haben LAN zu zweit gemacht. Das Problem ist, dass wir das schon so oft und lange machen, ohne dass wir je neue Spiele haben, dass es so langsam kritisch wird und nur noch im unteren Bereich von unterhaltsam stattfindet. Mittendrin (wir haben am späten Nachmittag angefangen) haben wir bei seinen Eltern mitgegessen, und uns wegen einer vollkommen hirnrissigen Sache, nämlich der Rechnung für die Brötchen vom Feuerwehrfest, so weggeschmissen, dass man glatt denken könnte, wir wären wieder 10 oder so.
Morgen kommt der Typ zu mir und wir machen genau das gleiche. Nur, dass wir das zum ersten Mal überhaupt machen. Wie vorhergesagt sind wir jetzt also schon bei LANs angekommen, nach 4 Treffen außerhalb der Uni.
10.9.10 00:15


Die LAN war lustig, weil neu und unverbraucht. Viel dazu zu sagen gibt es natürlich nicht, vielleicht, dass er dachte, dass sein Dasein als Nerd vor Jahren aufgehört hat (aber da hat er sich getäuscht), und dass ich beim aim_map-1on1 gewonnen habe. Wenn auch nicht mit so großem Vorsprung.
Wenn ich über die Veränderungen in den letzten beiden Jahren nachdenke, ist das erste, was mir einfällt, dass die Situation nicht mehr ausweglos erscheint. Niemand weiß zwar, ob dieser Ausweg sich nicht am Ende als Sackgasse entpuppt (ich denke da jedes Mal an Black Sabbath: "Finished with my woman 'cause she couldn't help me with my mind"), aber das ändert nichts daran, dass es vorerst ein Ausweg ist.
Exakt heute vor einem Jahr bin ich den Flieger zurück nach Taiwan gestiegen. Es ist unvorstellbar, dass das schon so lange her sein soll. Es ist manchmal schwer hinzunehmen, dass ich Xuxici wohl so schnell nicht wieder sehen werde. Auf gewissen Kommunikationsplattformen schreiben wir uns ständig wie aus dem Nichts gegenseitig ein Hallo und danach noch 2 Sätze. In der Internetkommunikation waren wir noch nie gut. Interessant finde ich auch das Mädchen auf den Bildern. Dafür, dass wir uns exakt 2 Mal gesehen haben, hält sich ein in etwa genauso sporadischer Kontakt ziemlich lange. Dass ich sie nicht vergessen kann oder will, ist nichts Neues. Aber sie?
Manchmal kommt mir in dem Zusammenhang ein Gedanke: Wenn man mich an den entscheidenden Stellen gegen einen Casanova ausgetauscht hätte (bzw. wenn ich ein Casanova wäre und mein jetziges Selbst als Fassade aufrechterhalten könnte), hätte dieser Blog ein Passwort gebraucht.
11.9.10 23:44


Eigentlich hatte ich vor, diese Woche keine Lust auf Menschen zu haben (und das ist die Art von Vorsatz, die ich gut einhalten kann), aber dann kommt der Typ und will am Mittwoch schon wieder LAN machen. Wer weiss, vielleicht denkt er, dass er mir damit eine Freude machen kann. Oder ihm ist langweilig.
Immerhin, es handelt sich um eine LAN, und die haben die wertvolle Eigenschaft, auch unter den widrigsten Umständen noch gut ausgehen zu können.
In Taiwan fängt das Semester an und ich, ich sitze hier. Letztes Jahr hab ich mich noch über Leute lustig gemacht, die Auslandsaufenthalte als den Höhepunkt ihres Lebens darstellen. So schnell kann's gehn.
13.9.10 22:43


Instabil

Dieses Haus, vollgestopft mit wahnsinnigen Menschen, die sich gegenseitig auf den Sack gehen, geht mir auf den Sack. Eigentlich wollte der Typ ja heute kommen, aber weil ich morgen unerwartet mit Eier verkaufen muss, geht das nicht. Meine Mutter sagt ja immer, ich solle mal was machen.
Wenn die Umstände es erzwingen, tut es ihr immer fast leid, an anderen Tagen scheint sie Gefallen daran zu finden, mir den Tag möglichst voll zu stopfen. Gestern sagte sie einfach so, ohne Zusammenhang: "Du könntest ja mal pflügen lernen." Vielleicht denkt sie, dass mein Vater dann mehr Zeit hat, aber der findet eher (und wahrscheinlich lieber) eine andere Arbeit.
Es besteht die Möglichkeit, dass ich in den nächsten Semesterferien ein Praktikum in China mache. Sicher ist noch nichts, aber die Chancen scheinen nicht schlecht zu stehen.
Schon letzte Woche kam ihre Antwort. Ich habe das hier so geflissentlich ignoriert, weil ich erst mal die Enttäuschung runterschlucken musste. Sie hat innerhalb weniger Tage geantwortet und mit dem Satz "Ich freue mich auf deine Antwort!" geendet. Vermutlich hatte ich erwartet, dass mich das fröhlich stimmt, aber da hätte es in den letzten Tagen deutlich mehr gebraucht. Deutlich mehr.
Immer, wenn ich auf der Straße, in Geschäften oder vorbeifahrenden Autos hübsche Mädchen sehe, droht meine Blase zu zerplatzen und irgendwelche Gefühle drohen aufzukommen. Wenn man aber keine hat, ist es viel leichter hinzunehmen.
15.9.10 21:31


Es ist ziemlich schönes Wetter, um "Faith" von The Cure zu hören.
Ich weiss nicht, ob ich mich eher auf den Semesteranfang in 3 Wochen freuen soll, oder mir davor grauen sollte. Das kann doch nicht gut ausgehen, jetzt, da sie nicht mehr da ist. Ich kann mir die Leere schon bildlich vorstellen.
17.9.10 23:16


Scheitern

Schon wieder LAN mit dem Typ. Ich weiss nicht, was ich will. Wenn keiner da ist, denke ich in schwachen Momenten, dass es schön wäre, nicht alleine zu sein. Wenn ich nicht alleine bin, wäre ich es meistens gerne. Wenn man sich dann hinter seinem Bildschirm versteckt, kann man sich noch vorstellen, dass niemand da ist.
Wir haben uns in 2 gemeinsamen Jahren Uni nicht ein einziges Mal alleine irgendwo getroffen, wir haben uns anderthalb Jahre wegen Auslandsaufenthalten gar nicht gesehen, und jetzt fangen wir plötzlich damit an und es wird immer schwerer zu ertragen. Und ich weiss auch nicht, warum.
Irgendwie habe ich es immer geahnt, dass es richtig oder zumindest angemessen ist, dass ich alle Leute nur in der Schule bzw. der Uni oder auf LANs treffe.
20.9.10 20:49


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