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Es gibt oft so viel mehr, was man hätte tun können. Dabei kommt man sich schon unerträglich dumm vor, wenn man nur den Mund aufmacht und 2 Silben herauskommen. Weil jeder doch genau merken musste, weil es aus jedem Laut förmlich herrausschrie, wie weit ich damit meine Grenzen überschreite. Welche Grenzen? Die unfreiwillig selbstgesteckten.
Manchmal bleibt nur zu hoffen, dass den Worten der anderen Taten folgen.
In den nächsten Tagen soll ein Taifun kommen, weswegen alle hamstern. Da hab ich mal aus Solidarität mitgemacht. Es wird sicher cool, endlich einen Grund zu haben, den ganzen Tag nicht vor die Tür zu gehen.
2.10.09 19:27


Worship / Play

Armselig wird es erst, wenn ich die Frage stelle, wie der heutige Tag ohne Tafeldienst ausgesehen hätte. Ich hätte zuallererst nie daran gedacht, einen Tag vorher noch mal zu fragen, ob ich auf dem Ausflug in der Stadt mitfahren kann, obwohl die Liste längst voll war. Und hätte auch keinen Grund dazu gesehen. Dann hätte sich niemand neben mich gesetzt, in Bus und Restaurant, der sich so um mich kümmert. D.h. mich behandelt, als wäre ich da. (Obwohl das in Wirklichkeit ziemlich oft gar nicht stimmt.) Was ja nun auch schon ziemlich viel verlangt ist. Zumal ich, ohne viel zu übertreiben, alleine unter Koreanern war. Dass es sich dann noch um sie handelt, die es dabei noch schafft, mir nicht das Gefühl zu geben, eine Last zu sein, macht den allergrößten Teil aus.
Wenn dann noch ständig alle Fotos schießen und man ja zu zweit auf diese paar Komma fünf Pixel kommen muss, dann hilft das auch.
Zukunftsvariante Nummer drei, die optimischste, besteht also darin, mich mit vielen verschiedenen Mädchen zu umgeben, die ich alle jeweils ein Mal die Woche sehe und die mir dann kurz die Hand auf den Arm legen, während wir über das Wetter reden.
Wobei wir ja nicht ausschließlich über das Wetter geredet haben. Und ihre bloße Nähe schon so viel ausmacht.
Taschentuch war auch da, und auch wenn wir so gut wie gar nichts miteinander geredet haben, war das gut. Obwohl mit diesem "gut" immer eine gehörige Portion Verwirrung reinkommt, weil ich das Gefühl nicht los werde, als sollte mir ihr Verhalten irgendetwas sagen. Ach... meistens weiß ich auch nicht... was los ist. Aber heute ist das nicht so immanent. Wichtig ist es trotzdem...

Immer noch kein Taifun.
3.10.09 20:37


Etappen

Das Buch über Nietzsche ("Die Zerstörung der Humanität durch 'Mutterliebe'") entwickelte sich immer mehr von einer aufschlussreichen Lektüre zu einem Parforceritt durch die Hölle, die ich mir selbst gebaut habe. Wäre das ein Kriterium, müssten große Teil darin schon allein deshalb auf mich zutreffen, weil ich einerseits ständig das Buch kurz weglegen musste, um das gelesene herunterzuschlucken, und andererseits nicht aufhören konnte.
Der Grundgedanke ist, dass sich Kinder in einer Situation wiederfinden, in der die Eltern sie nur für die Befriedigung der eigenen Liebesbedürfnisse benutzen, die Kinder (gerade intelligentere und emapthisch begabtere) dann die Bedürfnisse der Eltern übernehmen, sich anpassen, bis zur perfekten Artigkeit, um die Eltern nicht zu verletzen, weil das wieder auf sie zurückfallen würde. So kommt es nicht zur Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit, und die einzige Daseinsberechtigung ist die Leistung, sich selbst zurückzustellen. Daraus erwächst (irgendwie, genauer Zusammenhang ist mir noch nicht klar) ein übergroßes narzisstisches Selbstbild, das zu jeder wirklichen Kommunikation mit der Außenwelt unfähig ist. Für sowas müsste ja ein "Ich" vorhanden sein. So aber besteht der einzige Sinn von Kommunikation darin, sich im Anderen zu spiegeln. Dafür muss man sich weiter selbst verleugnen, aus Angst, den Anderen zu vertreiben, man braucht ihn ja.
Im Grunde kann ich meinen Blog jetzt einmotten, weil damit alles gesagt ist. Oder zumindest neige ich seit Tagen schwer dazu, das zu glauben.
Der Autor verweist regelmäßig auf ein anderes Buch, aus dem diese Theorie stammt: "Das Drama des begabten Kindes" von Alice Miller. Das nur mal am Rande.

Und sonst?
Seit Sonntag war es schwer windig. Heute, urplötzlich, war es dann fast windstill. Jetzt regnet es wieder. Taifune sind komisch. Der hier war aber relativ schwach.
In direkter Folge davon fiel gestern Nachmittag mein Unterricht aus, weswegen mir tatsächlich langweilig war. Irgendwie war die Langeweile dann ein sehr guter Grund, mit gewissen Leuten zu chatten. Sonst sitze ich ewig vor dem Bildschirm, fange aus Nervosität dies und das an, bringt nichts fertig, und kein Wort raus. Mit der Langeweile an sich hatte das dann also wenig zu tun scheint mir. Eher damit, einen guten Grund zu haben, über das Wetter zu reden. Oder der Gedanke, dass ihr auch langweilig sein könnte und sie deshalb nicht direkt wieder Schimpfwörter denkt. Ich hatte dann auch tatsächlich nicht das Gefühl, gegen die Wand zu reden. Und jetzt ratet mal, wer morgen laut Liste in den Nachhilfekurs kommt. Mir sind schon lange die Codenamen ausgegangen.
MSN hat sich auch sonst wieder bezahlt gemacht. Endlich. "Niedrigschwellige Kommunikationsangebote" wird das Wort des Jahres 2009.
Gestern war auch Austauschstudentenbesäufnis. Deutschland stellte die Mehrheit. Und dann heute um 7 raus. Es gab nicht mal Taifunfrei. Ich stand schon mit der Hoffnung auf, wieder ins Bett zu können. Aber Fehlanzeige.
Ich hadere mit meinen Haaren.

Viel zu viele Leute, die ich eigentlich mag, machen viel zu viele Fotos von und mit mir. Die Asiatinnen - Krankheit.
6.10.09 14:33


Ich könnte einfach von den Fakten berichten. Aber das wird für mich selbst schwierig, wenn ich keine Ahnung habe, in welche Richtung diese Fakten deuten.
Ich weiß zur Zeit, von dem heutigen Tag sowieso mal ganz abgesehen, sowieso nicht, wo mir der Kopf steht. Halbmast, Hals über -, in den Wolken, irgendwo dazwischen.
Vieles sehr seltsam.
Ich kann es zum Beispiel genießen, erst um 9 Uhr aufzustehen, weil ich schon vor 2 Uhr einschlafe. Davon habe ich schon ziemlich lange geträumt.
8.10.09 17:57


Mit spitzen Fingern

Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Rundmail vom Chef. Betrifft: Alles. "Ich bin mir da nicht mehr so sicher."
Wenn die anderen glauben, ich würde nichts machen, mache ich eigentlich ziemlich große Schritte. Wenn ich so große Schritte machen würde, dass andere es merken, dann müsste mir jemand meine Hemmschuhe ausgezogen haben.
Dann sitze ich rum, freue mich über die Einladung und scheitere mit meinen (halbherzigen?) Versuchen.
Sowieso und überhaupt. Die Tafeldienstsche Notlösung? Die hehren Ziele und Hoffnungen aufzugeben zu Gunsten von dem, was dann kommen mag. Es könnte objektiv betrachtet genug sein.
Gegenfrage: Welche Alternative habe ich?

Morgen zum Friseur gehen. Was heisst "Millimeter" auf Chinesisch?


Slipping back into the gap again. & You minimize my movement anyway & There's no love in fear
Tool - Pushit
9.10.09 19:08


Granitbeißerweltmeisterschaften

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich mit jedem Schritt, den jemand auf mich zu macht, tiefer in mich selbst züruckziehe.
Oft habe ich das Gefühl, dass die häufigste Antwort, die ich von gewissen Leuten bei MSN bekomme, das chinesische Äquivalent zu "Aha." ist.
Und wenn ich sage, was mir auffällt, ist der sichere Rückschluss, dass das das einzige ist, was ich wahrnehme und der Rest mir egal ist.
Oder wenn ich jemanden bitte, zu schauen, ob meine Erklärung für die Deutschnachhilfe verständlich ist, dann ist das, weil es jeder versteht, wenn sie es versteht. Dann druckse ich rum und bin zu verwirrt und überfordert, um die richtige Antwort zu geben und dann muss sie duschen gehen.
Man kann Taktloss wunderbar zweckentfremden, um mit einer Metapher zu beschreiben, wie sich Kontaktaufnahme für mich darstellt: "Ich gebe dir eine Waffe auf mich gerichtet in die Hand und sage 'Schieß!' "

Zur Begründung ein imaginäres Quiz. Ich zeige meine Bürste und frage, wann ich sie zum letzten Mal gereinigt habe. Ihr werdet überrascht sein.
Jetzt ist es noch ungewohnt. Immerhin habe ich seit 4 Jahren nicht mehr so ausgesehen.
11.10.09 17:05


Fotogen

Ich weiß nicht, wie viele Fotos von mir es aus dem Jahr 2007 gibt. Bin mir aber ziemlich sicher, dass es sehr wenige sind. Wenn nicht gar keins, das ich nicht selbst geschossen habe.
Die letzten beiden Tage waren da bedeutend ergiebiger.

Heute kamen 2 Dinge über mich. Einmal, als alle Deutschen zusammensaßen und beschlossen, den Wochenendtrip abzublasen, wegen Wetter und Zugproblemen und so. Als dann einer mit einer Theorie aus VWL ankam, um das zu rechtfertigen, nämlich der Sunk Cost in Bezug auf die Reservierung, da musste ich mich erst Mal kräftig schütteln. Ich hatte ein extrem starkes dèja-vu und fühlte mich an eine Szene aus einem Traum erinnert, den ich auf jeden Fall schon hatte, bevor ich all diese Leute kennenlernte. Ich weiß sonst nichts mehr, aber plötzlich schoss mir diese Szene in den Kopf. Sehr seltsames Gefühl...
Zum andern tauchte plötzlich die Frage in meinem Kopf auf. Die eine Frage. Was, wenn sich die letzten Monate (und ganz besonders der letzte Monat) direkt aus der Juni - Sache herleiten lassen? Wenn sie (ich hätte einen lustigen chinesischen Codenamen für sie, der einen Teil ihres Namens durch ein gleichklingendes Zeichen ersetzt, das laut Wörterbuch "leise" und "traurig" bedeutet) schwerer an mir nagt, als ich gedacht habe.
Oder wenn sie zumindest in der langen Reihe der Ablenkungen ein paar Stufen näher am Problem ist als die meisten anderen.
13.10.09 17:53


Ich war heute im Supermarkt, und vor dem Bezahlen darf man seit neuestem eine Marke ziehen, auf der der Rabatt steht, den man bekommt. Bisher hatte ich immer die 88, was 12% bedeutet. Heute zog ich den Jackpot! Ich sah die 10, checkte aber mal wieder das chinesische System nicht und dachte mir: "Na gut." Bis die Angestellten zu kichern anfingen. Super Sache
Mein Mitbewohner (der immer den ganzen Tag Lieder auf Taiwan - Dialekt hört) und ich ernähren uns diese Woche von Pringles. So ein bisschen. Auf Dauer nicht zu empfehlen.
Ich frage mich am besten zur Zeit gar nicht, wie ich mich fühle. Ich stehe morgens auf, und gehe abends ins Bett. Dazwischen gibt es ein paar Einbrüche und ein paar kurze Hochgefühle.
Alles wäre einfacher, wenn ich unbedingt an Zufälle glauben würde. Dann wäre ihr Fehlen nicht ganz so tragisch.
15.10.09 18:05


Dieses ewige Rumgeshoegaze

Am Freitag hatte ich ein Referat, und einen Test in Koreanisch. Das allein erklärt schon die Freude, die sich nach dem Unterricht einstellte. Zumal ich in dem Test sogar möglicherweise alles gewusst habe. Und außerdem macht es mir nichts aus, wenn man mir den Rücken zuwendet und statt mit mir über mich redet.
Abends waren wir Deutschen dann kollektiv essen. Auf dem Heimweg davon kam noch jemand auf die Schnapsidee, Eis essen zu gehen. Schnaps deshalb, weil erstens Eis in Taiwan generell misstraut werden muss, und zweitens weil wir dafür auf einen Nachtmarkt mussten. Alle sagen immer, uh, Nachtmarkt, ah, oh. Wenn es um irgendeine Stadt geht, ist die erste Frage immer, ob es da gute Nachtmärkte gibt. Ich fand gestern Abend einen treffenden Vergleich für diese Art des Einkaufens: Es ist wie im Holidaypark anstehen, nur dass man die Achterbahn nie erreicht. Und das durchgehend. So viele Menschen auf so engem Raum...
Ich bestellte mir dann ein Eis, dessen Name mit den Zeichen für Milch und Eis endete. Davor was mit Erdnuss. Es hiess, es würde dort schmecken. Fein. Ich machte meine Pappschale auf und staunte nicht schlecht: Eis. Dieses durchsichtige gefrorene Wasser. Und es hatte auch keinen Geschmack. Es war tatsächlich pures Eis. Ich schabte mit dem Löffel, und nach einem Zentimeter fand ich auch wirklich Erdnüsse. Das merkte ich zumindest am Nachgeschmack. Später kippte ich alles in die Büsche und teilte mit, dass dieser Ort meiner Vorstellung einer Hölle ziemlich nahe kommt. Selbst wenn sie nur die eine Hälfte dieser Aussage verstanden haben.
Heute dackelten weite Teile von uns zu einem Umzug. Da war es vor allem laut und voller Menschen. Mit jeder Minute stieg die Gewissheit, dass ich mich am besten das ganze Wochenende in mein Zimmer eingesperrt hätte. Dann gingen wir essen, und das muss von außen interessant ausgesehen haben: Ein Gruppe Menschen, alle schwer mit reden beschäftigt, und mittendrin trottet einer mit und starrt durchgehend auf den Boden.
Auf dem Heimweg, den wir zu dritt antraten, schlussendlich noch etwas unterhaltsames. Einer meinte, dass die Gruppe von Jugendlichen neben uns die ganze Zeit über uns redet (allein der Wahrscheinlichkeit nach hatte er auch Recht) und sagte dann hörbar laut auf Chinesisch zu mir: "Hier sind ja viel zu viele Ausländer, und es werden immer mehr." Ich bestätigte, wartete ihre Reaktion ab (der irritierte Blick) und musste lachen.
17.10.09 15:28


Ich war heute in der Bibliothek. Draußen auf dem Platz davor übte das Lichtwesen mit ihrer Volleyballmannschaft. Ich sah sie. Sie mich nicht.
Irgendwie scheint mir da klar geworden zu sein, dass das immer so sein wird.
Und irgendwie glaube ich, dass es an der Zeit war, dass mir das klar wird.


Solche Fotos mache ich, wenn ich mit anderen Leuten in die Stadt fahre, um eine Parade zu sehen. Es sieht aus wie das Cover vom zweiten Red Sparowes - Album, nur mit weniger Spatzen.

Solche Bücher leihe ich mir aus. Man achte bitte auf jedes Detail.
19.10.09 16:44


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