fleurchen

thatgirlthere

dig.out.yr.soul

Play all day


(Tellerrand)




  Startseite
  Über...
  Archiv
  Groschenroman
  Retrospektive
  Disclaimer
  Packungsbeilage
  Gästebuch
  Kontakt
 




http://myblog.de/kaputo

Gratis bloggen bei
myblog.de





Wie ich mein Auslandssemester verbracht habe

Die Leute fragen mich oft, k., fragen sie, sag mal, reist du nicht gerne? Nein, sage ich dann. Und am liebsten würde ich zu Boden blicken und ihnen wortlos meine Kamera reichen. Warum auch?, würde ich fragen. Ich mache die Zimmertür zu, gehe 15 Meter und bin längst woanders. Vielleicht sollte ich sagen: Ja, aber nicht wie ihr.
Eigentlich hätte ich zu dieser Zeit längst mit jemandem telefonieren sollen, ob wir uns nicht am Wochenende treffen wollen. Aber ich habe mich gesträubt. Nicht wegen der Person oder dem Treffen. Nur weil es ein Telefonat beinhaltet. Und bin verreist.
Im Endeffekt ging es dann dieses Wochenende sowieso nicht.

Zu meiner Erheiterung lasse ich mir "Hallo, ich heiße..." in Hiragana aufschreiben, und meinen Namen in Katakana. Offensichtlich ist Japanisch nicht nur die Sprache Hentai schauender Europäer mit pinken Haaren. Dann kann man sich ja auch mal damit beschäftigen.
2.5.09 16:09


Zuerst dachte ich "30. Na super. Da haben Mono vor 3 Tagen in Taibei gespielt und ich krieg mal wieder nichts mit." Bis mir auffiel: Der 30. Mai ist erst in 4 Wochen.
Ich sollte einfach anfangen, an irgendeine höhere Macht zu glauben.
3.5.09 12:43


Ohne

Wenn ich nur wüsste, wie ich mich fühle.
Es ist weder Verzweiflung noch Hoffnungslosigkeit. Es ist auch nicht die Schwere. Es ist mehr, als würde ich daneben stehen und alles, was um mich passiert, geht mich einen feuchten Kehricht an. Ich bekomme nichts mit. Bin in Gedanken versunken. Ertrinke ständig irgendwo in der Fremde. Gestern. Lächeln.
Dabei... Erste Stunde. Ich war ziemlich früh, die Koreaner auch, und die Japaner ziemlich spät. Also hab ich jetzt eine ungefähre Ahnung von Auslandssemestern in Korea. In dem Film heute war mehr so grundlos eine komplette Szene auf Deutsch. Obwohl die Hauptdarstellerin als Übersetzerin arbeitete, konnte das nun wirklich niemand ahnen, vom Verstehen mal ganz zu schweigen, weswegen es gleich noch lustiger war. Wegen dem Referat und auch sonst ein bisschen Kontakt mit Tafeldienst gehabt. Für einen Moment aus der Lethargie gerissen und in wärmere Gefilde geworfen.
In der nächsten wirklichen Stunde setzte ich mich auf einen angenehmen Platz, auch wenn sich das erst ganz zum Schluss bemerkbar machte. Es freute mich, dass es sich bemerkbar machte.
Abends mit 3 anderen viel zu schnell laufen, dann duschen, auf Leute warten, die mit Essen gehen wollen. Auf dem Hinweg zum Warten seh ich Tafeldienst weggehen, sie sieht mich auch. Als sie zurückkkommt, lungern wir immer noch in einer recht großen Gruppe rum. Wenn ich nicht so abwesend gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch selbst auf ihre Fragen antworten können, bevor mir ein anderer zuvorkommt. Und auf die Fragen an mich antwortet.
4.5.09 18:48


Ich wusste gar nicht, dass so kleine Gesten von Betrunkenen, die ich höchstens flüchtig kenne, so große Löcher bei mir reissen können. Während ich noch durch überfüllte Clubs stolpere, oder gerade reingehe. "Hier, so könnte sich das beispielsweise anfühlen, ich muss dann mal weiter." Wortwörtlich im Vorbeigehen.
Das einzige, was ich Dienstag überhaupt gemacht bekommen habe war, auf den Balkon zu gehen. Aber ich war zu früh für den Sonnenuntergang, und dann kommen auch noch Leute, die ich kannte.
Mittwoch sah es nicht viel besser aus, obwohl ich dank Unterricht immerhin zu minimaler Produktivität gezwungen war. Das ist ganz üble Prokrastination.
Dann besagter Mittwochabend.
Nach 4 Stunden Schlaf raus aus den Federn. Zum Glück wurde in der 12 - Uhr - Deutschnachhilfegruppe die Uhrzeit behandelt, da konnte ich öfters mal fragen, wie spät es ist und wann Feierabend ist. Aber eigentlich bin ich aufgestanden, um eine weitere Frage mit meinem Visum zu klären. Das muss man erst mal hinbekommen: Das Visum endet einen Tag nach dem Datum, hinter dem auf dem Infozettel "Classes close" steht. Somit kann ich nicht mal mehr als Student verlängern. -> Mehr Arbeit. Oder müsste wirklich Hals über Kopf raus. Nur muss ich halt bald den Flug buchen.
Während ich mich also mit solchen Gedanken (neben der Verlängerungsfrage, wo nur noch irgendeine Rückmeldung wegen Stipendium fehlt) herumplage, schiebe ich 2 größere Hausaufgaben vor mir her und übe nie Gitarre, wenn ich muss. Und ich muss, wenn ich mich nicht vor einer unbekannt großen Menge von Leuten blamieren will. Ich würde ja sagen "Worauf hab ich mich da wieder eingelassen?", wenn ich mich bewusst darauf eingelassen hätte. Aber es rollte einfach über mich, als ich gerade frisch in den Gitarrenclub gegangen bin.
Ich muss irgendwann auch mal zum Friseur, und Tickets kaufen. Oder besser: Ticket. Singular. Man kennt das ja. Samstagnachmittag bin ich unterwegs, abends womöglich auch, Sonntag Treffen mit Gitarren, dann schon wieder eine neue Woche. Hat die hier nicht erst eben angefangen?
7.5.09 18:17


Auswirkungen

Ich hätte gestern einen Eintrag schreiben sollen. So circa vor 6 Uhr, bevor mir auffiel, dass ich den Nachmittag vertrödelt hatte. Bevor ich mich in die Stadt aufmachte, mir in keinem Reisebüro geholfen werden konnte und ich folglich fröhlich weiter rumtelefonieren darf, und ich zum Friseur ging und darum jetzt denke, eine Mädchenfrisur zu haben. Es ist Zeit für Pferdeschwanz?
Bevor es Samstag wurde und komplett alles in die Hose ging. Weil ich mich mit jemanden treffen wollte, aber diese Person schon 3 Tage vorher absolut nicht mehr zu erreichen war. Jetzt habe ich wieder dieses schöne "Mit mir kann man's ja machen" - Gefühl, das ich in der letzten Zeit so sehr vermissen musste.
Hätte ich den Eintrag gestern vor 6 Uhr geschrieben, hätte er davon gehandelt, wie ich fast den ganzen Morgen neben Tafeldienst verbracht habe, und wie sehr mich das gefreut hat. Wie unglaublich mich das gefreut hat. Wie ich nachmittags, als dem schüchternen Japaner zum wiederholten Male alles vom Tisch fiel, konstatierte, dass Schultische in Taiwan eben nicht zum arbeiten, sondern zum schlafen ausgelegt sind. Auch wenn ich immer befürchten muss, dass er kein Wort von dem, was ich gesagt habe, verstanden hat. Macht nichts, ich kann mich auch an meinen eigenen dummen Witzen erfreuen, ohne dass jemand wirklich zuhört.
9.5.09 21:02


Ich weiß heute leider nicht, was ich schreiben soll.
Oh, ich hab meinen Rückflug. Ging problemloser als erwartet. In nicht ganz 7 Wochen.
Ich war den ganzen Tag über auf Achse. Einen nicht zu unterschätzenden Teil davon nahe genug bei Tafeldienst, um diesen Tag schön werden zu lassen.
Aber eigentlich wäre es so oder so ein schöner Tag geworden, ich fand direkt in der ersten Stunde einen Kuai (kleinste Münze, 2,5 Cent) auf dem Boden.
Da mir mitgeteilt wurde, dass ich hier im Austauschbüro nachfragen kann / muss, wie es um meine Anfrage steht, könnte ich morgen schon Bescheid wissen.
Und so wie es jetzt aussieht, wüsste ich, wie ich mich entscheiden würde.
Ich wollte vor 20 Minuten anfangen, Vokabeln zu lernen. Eigentlich wollte ich das auch schon gestern Abend machen.
Die Absätze symbolisieren übrigens die riesigen zeitlichen Abstände zwischen den Sätzen.
11.5.09 16:23


Verinnerlichung

Es ist immer noch komisch. Wenn ich versuchen müsste, es zu beschreiben, würde ich das Bild einer Tablette nehmen, die man in Wasser auflöst. Es ist diffundiert, überall und fast nirgendwo. Lässt sich kurzzeitig leichter übertünchen, aber wohl schwerer endgültig entfernen. Vermutlich geht das einfach schon zu lange so.
Plötzlich sind alle Fronten geklärt. Bis auf eine: Ich müsste mich noch entscheiden, ob ich ein weiteres Semester hier verbringe. Ich seh's schon vor mir. Wie ich im Sommer in Hoffnungen schwelge. Wie ich dann im Herbst denke: Das hast du dir selbst eingebrockt. Nein, ich bin hier nicht glücklich. Aber leichter weniger unglücklich zu machen als sonstwo, glaube ich. Und das ist die Krux. Es liegt nicht auf der Hand, also muss ich mich entscheiden und mit den Konsequenzen leben.
Aber ich glaube, innerlich hab ich mich längst entschieden.
13.5.09 10:45


Auf dem Fuß

Man geht aus, der Mitbewohner des französischen Austauschstudenten bringt seine Freunde mit, nach kurzer Zeit lehnt er sich rüber und sagt: "Ey, die kann gut Deutsch und will mit dir reden!" Ai dann. Dann redet man ein bisschen, sitzt mal wieder viel zu nah beieinander, brüllt sich ins Ohr und versteht trotzdem nichts. Alles wie gehabt. Irgendwann ebbt es dann wieder ab, und was übrig bleibt, ist nie viel. Was von mir übrig bleibt, ist nie viel.
Ich mag diesen kurzen Moment zwischen erstem Kennenlernen und dem Zeitpunkt, an dem klar wird, dass

Zum Einstimmen vor einer sozialen Veranstaltung und hinterher The Cure.
13.5.09 19:42


Einhundertneunundsiebzig(kleiner hochgestellter Kreis)

Es könnte an leicht selektiver Erinnerung liegen. Oder daran, dass ich getan habe, was sie gesagt hat, und über den Mitbewohner an eine Kontaktmöglichkeit kam. Da der und der Franzose eh die ganze Zeit über Mädchen reden, fällt das vermutlich nicht mal weiter auf. Es war dann doch eher gut, MSN zu entstauben. Bzw. zum ersten Mal wirklich zu benutzen. Sowieso, Tafeldienst hat mich angeschrieben (!) und musste erst 20 Minuten später (!) weg. Sie will mir ein Buch mitbringen. Weil sie mich heute nachmittag traf, als ich auf dem Weg zur Bibliothek war. Nur der Campus hier ist noch kleiner als Taibei. Und wie ich immer sage, Taibei ist schon klein. Oder daran, dass es einen ziemlich guten Grund gibt, warum ich mir letzte Woche so sitzengelassen vorkommen musste.
Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage. Nach meinem Datum ist es heute, nach meiner Rechnung und nach deutschem Datum morgen. Auf jeden Fall steht die "Bandprobe" vor der Tür. Ich erwähnt heute schon mal beiläufig, dass das sicher ein großer Spaß wird. Es wird hoffentlich zumindest etwas erleichternd sein, grob zu wissen, wie schlecht ich genau bin. Damit wird diese quälende Unsicherheit obsolet.
Vermutlich liegt es aber daran, dass am Samstag Internationaler Lagwagon - Tag ist.
14.5.09 18:34


I need Friday

Hier reiht sich Seltsamkeit an Absurdität an neue Erfahrung.
Ob ich Freitagmorgen nur deshalb so total deprimiert aufgewacht bin, ins falsche Stockwerk ging, mich fragte, warum keiner da ist, und es trotz viel gutem Zuspruch erst sehr langsam wieder erträglich wurde, weil ich mal wieder rekordverdächtig wenig geschlafen habe, weiß ich nicht. Im weiteren Verlauf wurde mir der Platz neben Tafeldienst freigehalten und ich habe meine MSN - Adresse an 3 Leute verteilt. Dann war kurz nach 3 schon wieder fast 4, und ich musste los zur Bandprobe. Schon da war ich total verschwitzt, und gleich noch mal so froh, im Sommer nicht hier zu sein. Nach einer ziemlich langen Wanderung kamen wir in dem kleinen, viel zu warmen Proberaum an. Ich hatte nach viel zu langer Zeit wieder eine E-Gitarre mit angeschlossenem Verstärker in der Hand. Als wäre das nicht schon genug, haben wir zuerst das von mir vorgeschlagene Lied gespielt: Ash - Goldfinger. Vielleicht lag es daran, dass ich auf Grund der Lautstärke keine Details hören konnte, aber es klang erstaunlich gut. Überhaupt, mit kompletter Band dieses Lied zu spielen war wahrscheinlich das bedeutendste, was ich bisher gemacht habe. Nach meinem CS - Video. Und mit alleine Gitarre spielen kann man das ja sowieso nicht vergleichen. Das ganze umgibt so eine schwer zu beschreibende Aura, wenn man wirklich zusammen spielt. Und wenn am Anfang jeder versucht, die richtigen Töne aus seinem Instrument zu quetschen, klingt das wie Free Jazz. Und Free Jazz ist wie Grindcore, nur nicht ganz so lustig. Gut, das 2. Lied, "She moves in her own way", war dann der Problembär unter den Stücken. Da muss ich noch etwas Zeit investieren. Aber das dritte war ein einfaches, chinesisches. Dann war Schluss.
Ich bin auf dem Rückweg schon im Bus eingeschlafen, und wollte eigentlich etwas früher ins Bett. Aber dann gab ich mir einen Ruck, liess meiner selektiven Erinnerung auf die Sprünge helfen und es wurde ziemlich spät. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist.
Ich wünsche allen Lesern einen schönen Lagwagon - Tag! (It's just another Saturday :D)
16.5.09 11:12


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung