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Zu Hause heute Abend. Der erste Mittwochabend seit langem, an dem das so ist. Die wohlgenährte Hoffnung darf also noch etwas siechen. Oder in sich zusammenfallen. Je nachdem wie man es sieht. Dann fällt sie eben erst nächste Woche in sich zusammen.
Freitag kein Unterricht, was bedeutet, das eine weitere Chance auf kurzzeitige Erleichterung verloren geht. Und eine weitere Chance auf das Gegenteil gleich mit dazu.
Also, im Grunde wurde ich nur vor Enttäuschungen bewahrt, wahrscheinlich.
1.4.09 13:56


Man kann sich nie genug darüber wundern, wie sehr einem die Zeit zwischen den Fingern davonfließt. Weniger wegen all dem, was ich jetzt tun könnte, eher wegen all dem, was ich bisher hätte tun sollen.
Heute sitze ich rum und halte meine eigenen Gefühle nicht aus, morgen sind die Abschlussklausuren, übermorgen werde ich 30 und am Tag danach schreibe ich meine 8 Seiten umfassenden Memoiren.
Auf Seite 6, die sich mit dem heutigen Tag befasst, wird folgender Satz zitiert sein: "Mein Bahnhof hat Verspätung." Gefolgt von dem Hinweis, dass nicht mal jemand lachte.
1.4.09 20:25


Kurz vor knapp

Aus irgendeinem Grund habe ich gerade so ein "Ich hab's doch immer gesagt!" - Gefühl. Wenn ich nur wüsste, was genau ich immer gesagt habe.
Ich hätte es fast, aber auch nur fast, geschafft, zu verschlafen. Um 15:10 Uhr fängt der Unterricht an. Vielleicht rede ich mir das auch nur ein, aber es war wieder dieses Donnerstagsunwohlsein. Den ganzen Tag über. Donnerstags ist es oftmals schwerer. Ohne Grund.
Abends, im Gitarrenclub, habe ich beschlossen, mir zumindest mal ein bisschen Musiktheorie anzueignen. Ein hübsches Mädchen und der Typ, der den Unterricht leitet, versuchten derweil, meine Augenfarbe zu bestimmen.
Kurz vor Mitternacht ging ich noch mal kurz in den Supermarkt. Es war natürlich, nein besser, es hätte mir schon gestern klar sein müssen, wen ich dort treffen würde. Die Absurditäten nehmen kein Ende. Sie stieß zum Abschied kurz mit ihrer Schulter gegen mich.
2.4.09 20:53


Dass plötzlich 2 Autauschstudenten in der Tür stehen und mich zum Fußball einladen, konnte keiner ahnen. Wann kommt schon mal jemand vorbei und lädt mich ein? Natürlich war aber abzusehen, wer unten in der Lobby sitzt (weil das Männerwohnheim für Nicht-Männer tabu ist). Verwunderlich war dann schon eher, dass sie und ihre Freundin Gitarren in den Händen hielten. Ich ging zwar mit zum Bolzplatz, setzte mich unter bittenden Blicken aber an den Rand und hielt mein erstes Hippie - Happening ab, indem ich einen oder zwei zum Besten gab. Wie bei allen mäßig begabten Gitarristen, die einen guten Eindruck hinterlassen wollen, musste "Stairway to Heaven" in die Bresche springen. Das arme Lied. An irgendeiner Stelle schaute ich unbewusst bedeutungsschwanger in die Ferne. An der, die hält was der Titel verspricht, in ihr Gesicht. Dann wollten sie, dass ich ihnen etwas beibringe. Das war dann der Moment, an dem ich vollends verunsichert wurde. Denn es war offensichtlich das erste Mal, dass sie eine Gitarre in der Hand hielten. Nach nicht allzu langer Zeit, das Flutlicht war schon ausgegangen, wechselte ich zum Fußball und wir vereinbarten einen Treffpunkt für heute. Nachdem ich später von totgeschwitzt zu frisch geduscht übergegangen war, fragte ich mich, ob ich noch halbwegs fröhliche Musik irgendwo auf dem PC herumfliegen haben könnte. Nach langer Suche wurde ich fündig und malte mir einen netten Nachmittag aus. So einer, der ein bisschen Spaß macht, oder zumindest mal diesen und vielleicht noch den nächsten Tag erträglich erscheinen lässt. Ich dachte, das sollte doch drin sein, wenn ich schon mal in ihrer Nähe bin.
Wenn ich jetzt noch wüsste, woran genau es lag, dass der Drang, ohne jeden für mich, geschweige denn andere, erkennbaren Grund panisch schreiend rauszulaufen, sehr schnell sehr stark wurde, wäre ich um einiges klüger. Es war wie eine körperliche Abwehrreaktion. Nausée. Unendliche Müdigkeit. Terror.
Irgendetwas stimmt mit mir nicht.
Hoffentlich treffen wir uns nächste Woche wieder. Hoffentlich stellt es sich dann als eine einmalige Fehlfunktion heraus.
4.4.09 21:03


Samstagnacht. Ohne RTL. Ich bin gerade im Bad, da rumpelt es fürchterlich im Gebälk. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ziemlich laut, wie wenn eine Tür knallt, und mit Katzengeschrei, ich denke noch "Wenn das mal nicht direkt über mir ist...". Dann ist da dieses nutzlose Loch in der Badezimmerdecke, wo man Rohre sieht, und Dunkelheit, da schaue ich vorsichtshalber mal öfters rein während der nächsten Minute. Und plötzlich schauen zwei gelbe Augen zurück. Es war höchstwahrscheinlich wirklich nur die Katze, aber das änderte nichts daran, dass ich erst mal total geschockt und in Panik aus dem Bad geflohen bin. Am nächsten Morgen, trotz Schließung des Loches immer noch etwas verunsichert, gehe ich aus der Tür, bin mit meinen Gedanken schon wieder ganz woanders, da rumpelt es plötzlich im Mülleimer direkt neben mir und die Katze springt raus. Argh. Dieses Biest. Überhaupt war ich am Sonntag total im Eimer. Kurz nachdem ich aufgestanden war (um 10 Uhr!) fühlte ich mich schon wieder so fertig, dass ich am liebsten ins Bett gefallen wäre. Und mir war übel. Und die Nase lief und überhaupt. Vielleicht habe ich doch noch ein paar Jährchen von meinem Verstand und der Samstag war nur ein seltsamer Vorbote davon.
Nachdem ich an diesem Abend zum ersten Mal seit Ewigkeiten vor 12 ins Bett ging, den "Simplicissimus" fertig las und zum ersten Mal seit langem vor 2 Uhr einschlief, war ich heute Morgen fast schon fit. 10 Meter vor dem Unterrichtsgebäude lief mir Tafeldienst über den Weg, die wie ich viel zu früh kam. Wir führten eines dieser kleinen Gespräche und ich machte mich über ihre Hausaufgaben lustig, die sich statt um den Film, den wir schauen, immer um ihr Leben drehen und eher Autobiografie genannt werden sollten.
Nachmittags, als jeder in einer Minute oder zwei seine Hausaufgabe vorstellen sollte, lachten viel zu viele Leute. An den richtigen Stellen, vermute ich. Es war eigentlich gar nicht so lustig geplant. Nun ja. Narrenpossen stehen mir wohl irgendwie gut zu Gesicht. Taschentuch war zwar nicht da, aber ihre Freundin antwortete, man könne sich Sonntag wieder treffen.
Abends, während ich gerade mit dem Bus zu einem Treffen mit der Deutschstudentin fuhr, die ich vor 3 Wochen kennengelernt und mit der ich mich auch letzte Woche schon getroffen habe, kam der Schnupfen zurück. Irgendwann im Laufe des Abends konnte ich sie dazu bewegen, die Konversation auf Deutsch weiterzuführen. Manchmal kann man sich auch selbst eine Daseinsberechtigung geben. Schade, dass wir uns nicht schon gestern Abend treffen konnten, ich hätte ihr zu gerne meine Hausaufgabe, die ich heute abgegeben habe, zur Kontrolle vorgelegt.
Nur mal so zum Spaß.
6.4.09 20:04


Es ist erträglich heute. Daran ändert sich auch wohl weiter nichts, weil wieder niemand ausgeht. Vor 2 Wochen waren wir mindestens 15 Leute auf einem Haufen. Und plötzlich will keiner mehr?
Aber, und das sollte ich vielleicht bedenken, es steht ja auch die Zwischensemester - Klausurenwoche vor der Tür. Unter Umständen wäre lernen angebracht. Ein bisschen.
8.4.09 14:28


Ich gehe an den Strand und setze mich in den Sand

Es ist schwierig, die Reste dieser beiden Tage aus dem Dreck zu ziehen und daraus einen Eintrag zu formen. Ich spiele lieber Solitär und hoffe, dass der übermäßige Zufluss unnützer Ablenkung irgendetwas unter sich begräbt. Manchmal wünschte ich mir, ich würde nichts mehr fühlen müssen, aber das hat in etwa die gleiche Relevanz wie mein Wunsch, glücklich zu sein.
Dabei bleibt exakt eine Person übrig, der ich etwas vorwerfen kann. Und die bin ich.
Gestern schenkte man mir im Restaurant ganz freundlich eine Suppe zum Essen dazu, und ich wäre wirklich gerne nicht so undankbar gewesen, aber zuerst habe ich mir den Mund verbrannt, wie bei jeder Suppe hier, und dann war nach der Hälfte endgültig genug. Ich überlegte, sitzenzubleiben bis die Schüssel leer war. Irgendwann, das moralische Dilemma muss in meinem Blick gestanden haben, bezahlte ich dann. Schweigend. Unfähig, irgendetwas zu sagen oder gar zu antworten. Immerhin hatte ich mich bedankt, als man sie mir hingestellt hatte.
Was genau hat daraus so ein Drama gemacht?
Gestern war auch eine Nachhilfestunde für die Deutschstudenten dieser Uni im 1. Jahr, wo ich dann sozuagen den Lehrer spielen durfte. Keine Ahnung, schien nicht katastrophal gelaufen zu sein. Ich habe nur Angst, dass das Mädchen, dass mich auf den 3 Metern aus dem Klassenraum heraus noch ausgefragt hat, das getan hat, weil sie mich zu sehr mag.
Irgendwann dazwischen entdeckte ich, wie riesig das Wohnheim nach hinten raus ist und habe mich verlaufen in dem Sinne, dass ich plötzlich fast vor meiner Tür stand, ohne zu wissen, wie ich da hin kam. Wären hier keine Kameras, gäbe das sicher interessante Nachtspaziergänge ab. Verwunschenes Internats - Feeling.
Heute setzte sich Tafeldienst neben mich und lotste mich in der darauffolgenden Stunde auf den freien Platz neben ihr. Ich glaube sie wüsste, wie man mit mir umgehen muss. Ich erfuhr zufällig (von ihr... noch absurder, als es klingt), dass mein Referat schon in 2 Wochen ist. Ihres war heute. Sie hatte viele Bilder von sich in der Präsentation, die sie mit Sprechblasen versah. Das war jetzt etwas weniger absurd, als es klingt. Ich weiß trotzdem nicht, ob das gerade noch so unter "gesundes Selbstbewusstsein" fällt. Meine Präsentation ist bisher noch vollkommen anonym.
Manchmal, besonders in den Pausen, würde ich es gerne darauf schieben, dass ich quasi nur von Koreanern umgeben bin, die dann bei der kleinsten sich bietenden Gelegenheit zu ihrer Muttersprache wechseln. Aber im Grunde ist es egal, an den Gesprächen könnte ich auch anders nicht mehr teilnehmen. Ich könnte in der gleichen Schiene weiterfahren und sagen, es liegt am Heimweh, aber eigentlich vermisse ich nur meine Gitarre und ein paar kleine Annehmlichkeiten. Vor allem meine Gitarre.
Die Abenteuer nehmen kein Ende. Nächste Woche sind Klausuren und irgendjemand hat meiner Motivation die Beine weggetreten, man hielt mich heute für 25 oder 26 (dabei fühle ich mich in etwa doppelt so alt) und die Lehrerin fragte, ob sie meine Haare anfassen dürfe. Virulent.
Ich sollte Geld verlangen und die Gerüchte verbreiten.
10.4.09 12:34


Jetzt bin ich erstmal vollkommen erleichtert, weil ich die erste "Klausur" hinter mir habe. Auch wenn ich so nervös war, heute Morgen war das mit dem aufstehen und aus der Tür rausgehen wieder ganz schlimm, dass ich den Text in 3/5 der geplanten Zeit runtergerasselt habe, wurde ich für den Inhalt gelobt, am Ende, als je 4, 5 Leute für spezielle Teilbereiche gelobt wurden. Bei Aussprache und Bühnenpräsenz war da natürlich nichts zu holen.
Aber das Wochenende war wieder... Man kann mir Rettungsringe oder ganze Planken zuwerfen, das alles fällt ins schwarze Loch und ward nicht mehr gesehen. Irgendwie scheint gar nichts mehr hängen zu bleiben. Ich war an zwei Abenden Fußball spielen mit 2 bzw. 3 anderen Austauschstudenten, dementsprechend dann für die Stunde oder zwei abgelenkt, aber hinterher nicht mal müde genug, zu christlichen Zeiten schlafen zu gehen. Von irgendeinem guten Gefühl mal ganz zu schweigen.
Der ziemlich schüchterne Japaner klopfte Samstagabend einige Zeit nach dem Fußball spielen plötzlich an meiner Tür, so ganz genau warum weiß ich nicht, schaute sich meine Vorbereitung für heute an, plauderte ein bisschen und ging wieder. Wobei das mit dem Plaudern immer schwierig ist, weil ich kein Japanisch kann. Und sein Chinesisch nicht so besonders zu sein scheint. Und dann kommt noch dazu, dass er ein bisschen wie ich ist. Was sich andererseits auch als hilfreich herausstellen könnte. Mal schauen.
Erinnert sich noch jemand, dass ich letzten Montag einen Termin mit meinen Gitarrenschülerinnen verabredet hatte? Eher nicht, und damit bleibt's an mir hängen, der einzige zu sein, der davon noch etwas weiß. Ziemlich zufällig streunerte Taschentuch (das kann doch alles kein Zufall mehr sein?) aber in der Gegend herum, die mir mitteilte, dass ihre Freundin ihr gar nichts gesagt hätte und mir zum Trost die Hand auf die Schulter legte. Seltsam.
13.4.09 12:06


"I facepalmed so hard."

Ach.
Stellen wir uns nur einmal gemeinsam vor, wie die Dinge genau jetzt stehen würde, wenn ich nicht so blöd wäre. Ich hätte ein Visum, das die Zeit bis zu meiner Abreise umfasst, in der Hand und müsste mich nur noch um den Rückflug kümmern, das wären dann alle organisatorischen Dinge. Das Wohnheim und die Visumsverlängerung wären bezahlt, womit alle größeren planmäßigen Ausgaben getätigt wären.
Aber es hat nicht sollen sein. Weil ich doof bin.
Vor fast schon einem Monat muss es gewesen sein, da war ich schon mal im Einwanderungsbüro wegen dieser Sache, damals wartete ich lange und mir wurde gesagt, ich wäre zu früh und solle später wieder kommen. Um dieses "später" zu illustrieren, drehte der Mann seinen Bildschirm um und deutete auf den 11. April. Er sagte nicht viel, und was er sagte, habe ich wohl schrecklich falsch verstanden. Er meinte wohl "ab 2 Wochen vor diesem Tag", ich dachte aber "2 Wochen ab dem Tag".
Das ganze war schon von Anfang an verschissen. Warum ich nicht die Möglichkeit hatte, ein Halbjahresvisum zu beantragen, wird wohl bis auf weiteres ein Rätsel bleiben. Ich dachte damals, gut, kann man ja auch da erledigen. Würde ich Telefone mögen, hätte ich mir vielleicht denken sollen: "Da rufste jetzt aber mal an!" Hmpf.
Heute ging es schnell. Weil ich also 2 Tage überfällig bin und die Gesetze da streng sind, muss ich jetzt nach Hongkong fliegen und mir da ein neues Visum besorgen. -.- Ich war schon mal im Reisebüro. Der Preis für meine Dummheit ist tragbar, aber hoch. Gut: Die Strafe für das Überziehen meines Visums ist weniger als die für Essen oder Rauchen in der U-Bahn. Aber trotzdem. Was für ein Aufwand das wird. Und so teuer. Und ich wüsste nicht mal, was ich in Hongkong sollte, außer das so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Sonst könnte man, wenn man reiselustig wäre, noch was draus machen. Aber so wie die Flüge gehen, werde ich wohl so oder so über Nacht bleiben müssen.
Ach...
14.4.09 12:24


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Ich übe mich im Optimismus.
Vielleicht wird die Erleichterung nächste Woche Freitag nur umso größer, wenn ich alle Klausuren, Referate und abenteuerlichen Kurztrips hinter mir habe.
Vielleicht schleiche ich dann nicht mehr durch die Straßen mit einem einzigen Traum im Kopf. Das Bild hat sich schon sehr lange festgesaugt und geht nicht weg: Mich tief in ihren samtenen Armen vergraben. Oder begraben. Trost. Den muss es doch irgendwo geben...
Manchmal frage ich mich, wie lange ich noch funktionieren kann. Wann der Tag kommt, an dem sich alles seine Bahn nach außen bricht.
15.4.09 19:34


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