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Vielleicht hätte ich vorgestern nicht alle Bedenken über Bord werfen sollen. Vielleicht würde ich dann nicht die ganze Zeit nur auf Montag warten und bei jeder Gefühlsregung leicht feuchte Augen bekommen, einfach, weil es schon wieder so ungewohnt ist, in der Tiefe etwas anderes als Schwere zu empfinden.
Denn vielleicht sind die lustigen kleinen Szenen, mit denen man sich den Wegesrand ausmalt, diese Gedanken- und Gefühlsspiele, die schon wieder genügen, dass ich beim Warten auf mein Essen an Kanal Telemedial denke und lächele, nicht die Enttäuschung wert, die immer, und am Anfang schlecht sichtbar als letzter Waggon, an den Zug der Hoffnung angehängt ist.
Was ich damit sagen will ist: Es macht mir Angst, dass ich mich so freue.

Das Wetter ist in letzter Zeit sehr stürmisch, weswegen man sich nicht totschwitzt.
Gut.
1.3.09 08:25


Ultramagnetisch

Ich weiß wieder nicht, wie es dazu kam, aber es fühlte sich einfach so natürlich und richtig an, das in dem Augenblick zu fragen.
Und jetzt? Wie soll ich jetzt bitte bis Mittwoch durchhalten? Noch dazu abends, das ist noch viel zu lange hin.
Aber es gibt einen ziemlich hellen Hoffnungsschimmer in der sowieso schon blendenden Helligkeit: Morgen Abend ist das erste Treffen des Gitarrenclubs, und wenn ich das richtig verstanden habe, kann ich mir zum dem Zweck eine Gitarre ausleihen. Gut, ich kann mir vorstellen, was das für ein Ding sein wird, aber es juckt mir so in den Finger, das kann man sich gar nicht vorstellen. Und wenn ich dieses Ding dann noch nicht nur für die 2 Abende in der Woche ausleihen kann, sondern mitnehmen dürfte, das wäre eindeutig zu viel des Guten in 2 Tagen.
Wobei es noch ein instabiles Gleichgewicht zwischen Bangen, Hoffen, Warten und Platzen ist.
2.3.09 13:41


Der vermutlich absurdeste Tag meines Lebens

Er fing schon seltsam an. Oder besser, der vorhergehende Tag hörte erst um halb 6 Uhr morgens auf, nachdem ich schon darüber nachdachte, aufzustehen und das mit dem Schlafen ganz bleiben zu lassen. 3 Stunden später: Auftritt Wecker.
Irgendwas stimmte mit der Warmwasserleitung nicht, also war ich sehr schnell sehr wach. Ich ging dann zu einer Stunde, die gar nicht stattfand, um zu sagen, dass ich nicht mehr kommen werde, denn dort ist das Niveau einfach noch zu hoch. Danach ging ich ins Internet (ziemlich wörtlich mit dem Gehen, wenn man keinen Zugang auf dem Zimmer hat), dann war Mittag, und dann war das Ende.
Der Tag hatte von Anfang an das Potential, besonders zu werden. Was als simpler Annäherungsversuch anfing, endete als Date. Mein allererstes Date. Als ich fragte, ob wir den Text für Freitag nicht gemeinsam vorbereiten wollen, was nach dem dritten Versuch auch korrekt ankam (lingua franca ist immerhin Chinesisch, was die ganze Sache aber im Endeffekt mehr erleichtert als erschwert, weil man seinem Bewusstsein so besser einreden kann, eigentlich nur übers Wetter zu reden), meinte sie, wir könnten vorher ja noch Essen gehen.

Die Welt lächelte mich quasi an. Die streunenden Hunde, die sich am Straßenrand sonnen, der Polizist, der falschgeparkte Roller abschleppen lässt und die lärmenden Menschenmassen, das alles hatte einen Sinn, das alles diente nur zu meiner Unterhaltung und erfreute mein Herz. Aber dann...
Ich stand gerade im Supermarkt, an sich und in Deutschland schon verwirrend für zwei, und dachte darüber nach, ob eine dieser Produktbeschriftungen Duschgel heißen könnte, oder ob die hier wirklich nur Shampoo verkaufen, als plötzlich mein Name gerufen wurde. Da stand sie plötzlich vor mir. Nicht, dass sie mir jemals außerhalb des Unterrichts begegnet wäre, das hätte sich erst um 6 Uhr ändern sollen. Dann ging alles sehr schnell. Heute Abend ist irgendwas, geht leider nicht, ich frage noch, mit nur einer leichten Vorahnung des Gefühls, was mich ergreifen wird, und leicht verdattert, "Und morgen?", ist auch irgendwas, gut, Entschuldigung, tschüß. Erste Feststellung: Ich brauche kein Duschgel mehr. Ich muss nur das bezahlen, was ich in der Hand habe, und weg. Zweite Feststellung: Es gibt erstaunlich viele Dinge, die ihr wichtiger sind als ich. Dritte Feststellung, nach einer Stunde Kopf im Kissen vergraben und hoffen, dass ich einfach mal in Tränen ausbreche, weil es der Situation gerecht wird und sicher befreit, während ich fühle, wie mein Leben mit jeder vergehenden Sekunde mehr an Sinn verliert, Sinn, den es erst vor nicht mal einer Woche wieder erhalten hat: Das kann weder sein noch so stehenbleiben. Hallo, sinnlose Affekthandlung. Ich stehe auf, sorge mich noch einen kurzen Moment um etwas, schaue in den Spiegel, ja, dieser Blick ist die beste Übersetzung von "bleak", und stürme los. Natürlich nützt es nichts, eine halbe Stunde über den gesamten Campus zu laufen und sie zu suchen.
Es nützt nichts, und ich gehe in den Unterricht, in der Hoffnung, dass niemand einen Blick auf mich wirft, weil viel zu viel in meinem Gesicht geschrieben steht. Zumindest sagt niemand was.
Ich lerne vor allem eines: Ablenkung ist jetzt wichtig. Da war noch diese Einladung, alle möglichen anderen Leute in eine Bar zu begleiten. Ich habe ja plötzlich Zeit... Erst ist es langweilig. Und Bier macht die Situation insgesamt auch nicht besser. Dann denke ich bei mir: "Das ist aber ein hübsches Mädchen, das sich da irgendwo in den weiten Ausläufern der Gruppe rumtreibt." Zu Guterletzt winkt sie mir plötzlich, und nicht viel später sitzt sie neben mir, lehnt sich ganz nah rüber und brüllt mir etwas ins Ohr, das ich dann aber immer noch nicht verstehe. Es geschehen viele seltsame Dinge, seit ich hier bin. Der für die Nacht weiterhin bestimmende Gedanke bleibt "Sobald du weggehst, bin ich tot.". So kommt es, dass ich noch, schon längst todmüde, in einen Club falle und so tue, als würde ich vorgeben zu tanzen.
Mit der Zeit verdrängt diese Strategie sogar ziemlich viel.
Und trotzdem bleiben so viele Fragen. Zuallererst, was zwischen Montag und Mittwoch passiert ist. Dann: War das wirklich die Abfuhr, als die ich es empfunden habe?
Und wenn ja: Was bleibt? Außer Trümmern? Und was bitte soll ich jetzt am Freitag machen? Ich kann doch nicht schweigen und alles auf sich beruhen lassen, dafür schwirrt zu viel in meinem Kopf herum, ich kann auch nicht so tun als wäre nichts passiert und...

[Entstand im Anschluss, gegen halb 6 Uhr morgens.]
Ich versuche mir einzureden, dass es für alles eine rationale Erklärung gibt. Und ich versuche, morgen nicht vor Angst zu sterben. Ein Gefühl, das bisher nie mit ihr in Verbindung stand. Aber jetzt gibt es so viel Gegenwind, ich frage mich oft, ob es nicht eigentlich nichts mehr zu sagen gibt. Und was zur Hölle ich für eine Frage stellen soll.
"Warum?"
5.3.09 16:14


Rundumversorgung

Herbstmelancholie, Winterdepression, Frühjahrsmüdigkeit. Was machen wir im Sommer?
Wenn ich in Spanisch eines gelernt habe, dann das: Todo el año es un asco.
6.3.09 09:20


Kampfgeist

Nachdem ich am Freitag den ganzen Tag teilnahmslos dasaß, meine Platzwahl nicht von ihr abhängig machte und trotzdem viel zu oft zu ihr rüberlinste, besann ich mich irgendwann. Verdammt noch mal, immerhin hatte sie mich zum Essen eingeladen. Was sie sonst gezeigt hatte, könnte auch höfliche Neugierde sein oder so was, aber so ganz grundlos lädt man doch niemanden ein. Und ich wurde besonnen. Sie suchte zwar nicht unbedingt meine Nähe, aber das könnte man auch auf die Tatsache im ersten Satz zurückführen. Aber sie grüßte und verabschiedete mich freundlich, was ich jetzt einfach mal als Bestätigung des vorherigen Status Quo sehe.
Das lässt nur einen (ganz neuen) Schluss zu: Es lohnt sich, zu kämpfen. Es lohnt sich, dranzubleiben und das Beste rauszuholen. Was immer das sein wird.
8.3.09 09:32


I watched the sun set behind distant mountain ranges

Es ist ein bisschen wie Solitär. Man kann machen, was man will, die Karten sind nun mal gegeben.
Könnte irgendjemand irgendwie verhindern, dass ich jetzt mit meinen Gedanken alleine bin?
9.3.09 11:26


Female Buddybuilding

Mit etwas Glück habe ich nur die Hoffnung verloren, und eine Studienfreundin gewonnen. Sie besteht weiterhin fest auf kleinen Gesprächen. Ich bestand halt noch mal auf einem Treffen. Ich werde nachgeben. Sie wird hoffentlich nicht aufhören. Vielleicht, einfach dadurch, dass ich in ihrer Nähe bin, wenn das auch viel zu selten ist, schaffe ich es, der Schwere für eine weitere Zeit zu entkommen. Es macht auch keinen Spaß, wenn ich niemanden habe, den ich über Wochen und Monate aus der Distanz anhimmeln kann. -.-
Bleibt noch eine Frage. Und darauf gibt es wohl eine ziemlich einfache Antwort, nehme ich an: Ich habe sie überrumpelt. Als sie realisierte, was vor sich ging, hat sie zurückgerudert. Von dieser Beschaffenheit war dann wohl meine erste Einladung zu einem Date. Ein ziemlicher Fortschritt gegenüber all den Jahren vorher, nicht wahr?

Es wäre weiterhin ziemlich cool, in den Nächten, bevor ich Unterricht habe vor 5 Uhr schlafen zu können. Ich sollte mich auch nicht immer an den schlimmsten Tagen auf den Balkon stellen, in die ferne Gegend (Fernweh in der Ferne?) starren und das dann auf Englisch übersetzt als Titel verwenden. Ich sollte außerdem aufhören, Leute auf Albencovern zu entdecken. Hier, weil es sicher leicht irritierend ist, eine Koreanerin mit dem rothaarigen, sommersprossigen, debil grinsenden Mädchen auf dem Cover von "Let's talk about feelings" zu vergleichen, nur weil sie in meinen verwirrten Augen gewisse Grundzüge gemeinsam haben.
10.3.09 15:51


δαιμον

Ausgelöst durch meine mit der Realität inkompatiblen Wünsche riss heute der Graben zwischen der Wirklichkeit und einem erträglichen Zustand ein gutes Stück weiter auf.
Ich sollte mich von affektierten Menschen fernhalten. Sie wissen nicht, was sie mir antun, wenn sie gemäß ihrem normalen Verhalten beim Reden ihre Hand kurz auf meinen Arm legen.
Sie weiß es einfach nicht.
Und daran werde ich die nächsten Monate Stück für Stück zu Grunde gehen.
13.3.09 11:09


Go figure

Es gibt so viele Dinge, die hier in letzter Zeit aus guten Gründen keinen Platz gefunden haben.
Ich war im Gitarrenclub, und kaum dass die wussten, dass ich gitarrenlos dastehe, flitzte einer von denen durch den Regen nach Hause und brachte mir eine von seinen alten Planken.
Der Club an sich besteht aus 2 Teilen: dem offiziellen, der im Grunde musiktheoretischer Unterricht ist, und dem inoffiziellen danach, wo alle rumsitzen und (auch mal zusammen) spielen. Bei meinem musikalischen Genie bin ich da leicht fehl am Platz.
In den letzten 3 Wochen war ich jeden Mittwoch mit in diese Bar. Und dann am Donnerstagabend Gitarrenclub. Das ist dann immer der Punkt, an dem meine Soziophobie mir sagt, dass ich aufstehen und in Panik rauslaufen muss. Und morgen Abend gehe ich vermutlich schon wieder weg. In der Bar traf ich schon 2 Mal zufällig das Mädchen aus Heidelberg, aber irgendwie fühlte ich mich auch in ihrer Nähe zu unwohl, um länger zu bleiben. Beim ersten Mal ging es noch, aber beim zweiten Mal... gut, wir hatten uns beim ersten Mal wohl alles gesagt.
Weitere Ausläufer: Mittwoch: extrem spät ins Bett. Donnerstag: extrem spät aufstehen. Freitagmorgen: extrem spät (eher früh) einschlafen.
Die Leute vom Freitagskurs halten mich glaube ich alle für doof. Die Lehrerin fragt auch immer mich persönlich, ob ich es verstanden habe.
Sieht jemand den Zusammenhang? Und außerdem reden die alle so viel...
13.3.09 12:07


Wenn ihre Haare über ihre Augen fielen und man nur noch den Mund sah, sah sie so traurig aus. Wenn nach einer kurzen Handbewegung dann wieder dieses unbestimmte, aus der Tiefe kommende Leuchten sichtbar wurde...
Ich weiß nicht, was es ist, aber ich will darin ertrinken.
16.3.09 17:33


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