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Am offenen Herzen

Ich sollte sie nicht so intensiv betrachten. Wie gut, dass ich dazu keine Gelegenheit mehr haben werde.
Hab ich euch jemals von den aufmerksamen Gedanken und scharfen Beobachtungen erzählt, die sie in unregelmäßigen Abständen preisgibt?
Eine zufällige Begegnung zeigte mir letzten Mittwoch, was passieren wird, jetzt, da ich wieder Posten zu vergeben habe. Sie konnte ihre Füße nicht stillhalten, schaute ständig auf ihr Handy und lächelte und freute sich ansteckend. Diese Oase des Glücks. Jakobs Leiter.
1.2.09 21:58


Merke: Wenn du Vista hast, ist Google dein unverzichtbarer Freund. Warum genau ich alles "Als Administrator ausführen" muss, bleibt zwar weiter ein Rätsel, aber es hilft in allen Fällen. Langzeichen zu tippen ist auch nicht so einfach, aber wie gesagt: Google. So habe ich den Kampf am Ende gewonnen.
Klausur #6 am Sonntag sollte auch machbar gewesen sein, und morgen ist das letzte Gefecht, Klausur #7, die Anspruchsvolle (da Nebenfach, was ja auch einleuchtend ist). Aber auch das sollte irgendwie zu schaffen sein. Wahrscheinlich fahre ich dann auch morgen Abend noch nach Hause. Und in einer Woche bin ich hoffentlich schon längst angekommen und döse im Wohnheim vor mich hin, während um mich herum in fremden Zungen gesprochen wird. Es ist in Taibei gerade übrigens 2 Uhr nachts und 15°Celsius. Das sollte mir Sorgen machen ^^
3.2.09 19:54


Insiderberichte

Kaum ist man zu Hause... Beim geringsten Verdacht auf Salmonellen werden derzeit halbe Hühnerbetriebe leergeräumt. Ein Beispiel, von welchem der Mann berichtete, der deshalb vorbei kam, handelt von einem Betrieb, wo wegen 5 Eiern, bei denen auf der Schale Erreger gefunden wurden, 10'000 Hühner getötet wurden. In solchen Größenordnungen denken wir hier nicht, aber: 1/5 des Bestandes ist auch genug. Ostern wird sicher spaßig... (aber da bin ich ja nicht da)
Wenn das Angebot bei konstanter Nachfrage fällt, steigt normalerweise der Gleichgewichtspreis. Richtig, gestern war die VWL - Klausur. Zum Bestehen sollte es gereicht haben, glaube ich. Nein, lief wirklich nicht so schlecht wie an manchen Tagen befürchtet.
Auch richtig, Unternehmen auf einem perfekt kompetitiven Markt sind Preisnehmer, d.h. wenn wir die Preise erhöhen, laufen uns die Kunden weg.
5.2.09 20:15


Zug

Ich hab heute noch mal bei der Telekom angerufen. Das ist vielleicht ein Haufen... Mitarbeiterin 1 sagte, dass die Abmeldebestätigung nicht reicht, sondern auch die Meldebestätigung aus dem Ausland da sein müsste, um vorzeitig aus dem Vertrag zu kommen. Natürlich liess ich mich so abwimmeln (ich bin immer schon froh, wenn ich überhaupt anrufe). Aber dann kam ich mir langsam verarscht vor, denn zuerst sollte eine Bestätigung der Universität reichen, dann die Abmeldebestätigung (und ich hab mich extra deshalb überhaupt abgemeldet) und jetzt das. Zumal man so eine Bestätigung nur bekommt, wenn man nicht mehr im Inland ist, was auch draufsteht. Also Wiederwahl. Die nächste Mitarbeiterin schaute sich erst mal den Fall an, bevor ich irgendwas erklärte, und prustete direkt laut los, offensichtlich sieht man bei denen "Bestätigung nicht lesbar da auf Chinesisch" nicht jeden Tag. Ich erwähnte beiläufig, dass der Text auch auf Englisch auf dem Zettel steht und wunderte mich etwas. Mit hochgezogener Augenbraue. Leicht willkürlich? Oder doof. Der Fall soll jetzt neu bearbeitet werden, und angeblich soll das auch kein Problem sein. Naaaja. Die haben schon viel behauptet.
Egal. Denn die Vorfreude wächst! Trotz dem "Mienstag", wie ich ihn liebevoll nenne, den Tag zwischen Montagmorgen deutscher Zeit und Dienstagabend chinesischer Zeit. Ich bekomme übrigens keine Matratze und Bettzeug gestellt, muss mir also direkt eine kaufen. Oder, was wahrscheinlicher ist, auf dem Boden schlafen ^^ Und genießbares Essen finden. Und vom Flughafen zur Uni. Es fängt sicher abenteuerlich an!
Aber für die Zeit danach hab ich schon große Pläne von Tandempartnern, absurden Sprachkursen (ich habe immerhin schon seit 2 Jahren keine neue Sprache mehr gelernt), Vorlesungen am germanistischen Institut, die ich nur verstehen werde, weil ich vorher weiß, von was die reden und Sportkursen.
Außerdem... Ich erinnere mich an ihre Worte im Juli des letzten Jahres: "Bis dann in Taiwan! Ich freu mich drauf." Ich auch. Ich auch...
6.2.09 21:32


Fahrt ins Blaue

Eben noch löste ich letzte Probleme mit meinem Übergepäck, da stellte ich fest, dass ich weder Maus noch Headset eingepackt hatte, da noch in Benutzung. Ja, hier geht es um Grammfeilscherei, weil ich einer Firma, die 40€ für jedes Kilo zu viel verlangt, wenig Toleranz zutraue. So mussten schon meine beiden Bücher dranglauben, und viel Krimskrams, wie Hosen.
Dafür, dass ich ab morgen fast 5 Monate weg bin und keine Ahnung hab, was mich erwartet, bin ich erstaunlich wenig aufgeregt, nervös oder sonst irgendwas. Ich weiß nur, was "Matratze" auf Chinesisch heißt (und kann somit den Begriff der "Dorfmatratze" einführen), welchen Bus ich nehmen muss und dass mir meine Gitarre und Counter Strike fehlen werden.
Ich habe auch keine Ahnung, wie es mit Internet sein wird. Dementsprechend: Bis zum nächsten Mal!
8.2.09 21:44


Fast da

Hallo alte Welt. Wie das immer so ist, passiert ziemlich viel, wenn man mal aus dem Haus geht, und das meiste ist auch ziemlich abenteuerlich, aber doch nicht abenteuerlich genug, um 5 Seiten Text zu rechtfertigen. Fast 12 Stunden Flug können sehr lange sein, und Lichtermeere auf indischem Boden ziemlich schön aus 8 km Entfernung. Von oben aus dem Flugzeug. Dort traf ich 2 Studenten aus höheren Semestern, die ich immerhin ein wenig kannte, was den ersten Teil des Weges sehr erleichterte. Und auch sonst wurde ich ständig an der Hand genommen. Hier sagte einem auch niemand, wo etwas ist, nein, hier wird man hingeführt. Das Wetter war bisher jeden Tag viel zu warm (trotz Februar), bis auf gestern heute, wo es orkanartige Böen gab, die einen durch die Gegend schubsten, und so viel Wasser in der Luft war, dass man beinahe nass wurde, ohne dass es einen Tropfen regnete. Dafür ist die Vegetation tropisch und die Uni auf dem Berg, so dass man nachts die ganze Stadt sieht. Tagsüber nur, wenn es nicht so neblig ist. Zwischen Uni und Hauptstraße ist ein Block, und in diesem Block gibt es vor allem 4 Dinge: Supermärkte, Restaurants, Internet – Cafés (oder eher: WoW – Cafés) und streunende Hunde.
Dienstag kam ich an, morgens gegen 10 oder 11 war mein Zimmer so weit, und bis auf die 1, 2 Stunden, die ich nachts mal aufgestanden bin, war ich von da an fast eine Runde um die Uhr im Bett. Seitdem bin ich vor allem durch die Gegend gelaufen, habe viel zu viel Zeit an meinem Internet – losen Laptop verbracht und habe mich bei den Sachen bedient, die der vorherige Bewohner mir vererbt hat. In der Hauptsache Chinesisch - Lehrbücher und schlechte chinesische Soaps auf DVD. Anscheinend auch Filme, aber die Geschichte von Axing und Tianqi, dem hoffnungsvollen jungen Pärchen, dessen Liebe an seinem anscheinend bösen (zumindest meistens) Vater und verschiedenen Handlungssträngen, die wohl in den 30 Episoden vorher, die mir nicht zur Verfügung stehen, aufgebaut werden, scheitert (aktueller Stand, wer weiß was noch geschieht!), ist einfach zu fesselnd und eindrucksvoll gespielt. Aber wie gesagt, die meiste Zeit bin ich rumgelaufen.
Donnerstag hat die Schwere mich eingeholt.
Schon Sonntag traf ich mich mit ihr in der Innenstadt. Es war nicht seltsam. Äußerlich. Innerlich war es sehr seltsam. Ich weiß nicht, was es war, das ich gefühlt habe, ich weiß nur, dass es irgendwann einem seltsamen Gefühl der Normalität wich, nachdem sie zum wiederholten Male Sätze nach dem Muster „Da wollen wir auch noch hin. Kannst gerne mitkommen.“ von sich gegeben hatte. Als wäre das je einer normaler Zustand gewesen. Und sie… Ich schien sie an zu Hause zu erinnern. Der Blick in ihren Augen, manche allzu treffend gewählte Wörter und einzelne Sätze erweckten einen unbestimmten Eindruck.
Gestern war erster Unterrichtstag. Noch ohne Unterricht. Hier sind lauter Koreaner und Japaner, aber kaum Langnasen. 2 Franzosen und ein Deutscher. Das seltsame Band der gemeinsamen Muttersprache. Ich kann mich also darauf einstellen, regelmäßig aus Menschenmassen heraus gegrüßt zu werden von Leuten, die ich nicht sehe. Das weiß ich, weil mir das gestern schon passiert ist. Nach einer Stunde mit Vorbesprechung und Selbstvorstellung in 2 Sätzen winkte auf dem Gang jemand in meine Richtung und sagte „baibai!“. Ich glaube, ich falle auf.
Oh, das Wohnheim. Ich hause in einem nicht unbedingt blitzsauberen 2 - Bett – Zimmer mit einem Chinesen, der letzte Woche eines Abends reinschneite, duschte, und wieder ging. Machte aber einer ganz netten Eindruck. Ende dieser Woche kommt er wohl wirklich zurück aus den Ferien. Sofern ich ihn richtig verstanden habe, was ich hier aber nie so ganz genau weiß. Naja, bisher hab ich noch immer bekommen, was ich brauchte. So irgendwie.
17.2.09 05:07


Ich glaube, ich weiß was los ist. Es war mehr eine Zeitreise als alles andere. Willkommen im Februar 2008. Und wenn wir schon mal da sind, können wir auch gleich dort weitermachen, wo wir damals waren: auf dem Zenit. Schon Montag dachte ich, es gäbe nichts wichtigeres, als sie direkt wieder anzurufen oder ihr eine E-Mail zu schreiben. Das denke ich seitdem jeden Tag. Wieder jeden Tag den halben Tag in ihrer Nähe sein, das war Normalzustand. Nur leider bin ich dafür an der falschen Universität. Ich merke wohl gerade, wie sehr sie mir wirklich gefehlt hat. Und jetzt? Jedes Wochenende als Anhängsel ihrer neuen Freunde verbringen? Schwer vorstellbar, dass es das ist, was sie will. Wenn ich ab und zu mal die Initiative ergreife und was dabei herumkommt, ist das schon viel. Für mehr will ich mich nicht zuständig fühlen.


Ganz abgesehen davon, wie sehr mir zur Zeit wieder jeder Anblick, jeder Blick, jedes drei Mal umdrehen und beim 3. Mal immer noch in die Augen schauen das Herz bricht.
Leuchtend...
19.2.09 14:17


You can tell by the way my eyes fade into the distance

Wo man wohnt, isst und hinguckt. Das letzte mehr als alles andere.
Eins
Zwei
Drei


Tafeldienst...
23.2.09 11:38


Sog

Es ist ja eigentlich überall das gleiche.
Ich merke fast nur dann, dass ich nicht zu Hause bin, wenn ich doppelt so lang wie sonst brauche, um in ein Büro zu gehen um was zu fragen. Und das Doppelte von relativ ist ziemlich lang.
Und dann gibt es dieses Semester nicht mal einen Koreanisch - Kurs für Anfänger, und die 4 Mädchen, die im Raum standen, schauten mich ziemlich neugierig an. Dieses ungemütliche neugierig, so wie man hier nur halb versteckt mit dem Finger auf mich zeigt, während ich rumsitze.
Und genau darum finde ich es so sonderbar und irritierend, dass die Verwandtschaft plötzlich so viele E-Mails schickt und wissen will, wie es mir geht und überhaupt. Ich mache hier keinen Abenteuerurlaub, sondern studiere.
Und öffne wie immer mein Herz bei der erstbesten sich auch nur zögerlich bietenden Gelegenheit. Selbst wenn ich nicht wollte, und der Teil von mir, der darauf pocht, dass ich das nicht will, ist groß, wie sollte ich es verhindern? Ein Pflaster draufkleben, damit die Wunde wenigstens nach außen hin geschlossen ist?
Depression mit Hoffnung bekämpfen. Weiterlaufen, immer weiter, bloss nicht stehenbleiben!
26.2.09 12:07


Strudel

Meine Hoffnung war, dass das Ziel, einen Platz ziemlich weit vorne zu bekommen, Motivation genug sein könnte, um mal pünktlich aufzustehen. Manche Leute sind so berechenbar. Ich dachte noch bei mir, das ist das dümmste, was du jetzt tun kannst, legte mich wieder hin und träumte von Spanisch-Klausuren. Dann war 3 Minuten nach Unterrichtsanfang. Zum Glück ist es hier so, dass man, wenn man aus dem Wohnheim stolpert, in die Klasse fällt. Mitten in den Gegensatzpaar - Wettbewerb, wo es 2 Gruppen gab, was ich aber bis zum Ende eigentlich nicht gerafft habe und deshalb immer zurückgepfiffen werden musste. Auf einen Platz ganz vorne.
Nächste Stunde. Ich weiß gar nicht mehr so ganz genau, was dann passiert ist, aber plötzlich sagte ich "Hallo, ich bin Amerikaner." auf Koreanisch und sie lachte. Dann setzte ich mich neben sie.
Sie sitzt immer ganz vorne, hat am Montag ungefragt die Tafel gewischt und hört sehr konzentriert zu. Ist meist eher ruhig und entweder sehr nett, oder sehr nett zu mir.
Und selbst der erste Fall wäre schon viel wert.

Vollkommnes lehrt hoffen. Also sprach Zarathustra.
Dann ist sie sicher eine gute Lehrerin. Also denke ich.
27.2.09 09:55





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