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Zwei

Jetzt bin ich zum zweiten Mal hier, in dieser Stadt in diesem Land, an einer anderen Universität. Seit Samstagmorgen Ortszeit.
Wider vorherigen Bekundungen bin ich in einem Zweibettzimmer mit eigenem Bad. Dabei wollte ich die Version ohne Bad, weil das jetzige das Zweifache kostet. Mein Mitbewohner ist Amerikaner mit ausgeprägtem Hang zur Selbstdarstellung, aber nett.
Wir telefonieren jeden Tag zwei Mal. Allerdings werden wir das kaum lange durchhalten können. Am Flughafen haben wir zwei beide geweint, beim zweiten Telefonat nur ich. Das ständige Hin- und Herschicken von Fotos simuliert zumindest teilweise das Gefühl, der Andere sei dabeigewesen.
Bisher habe ich fast jeden Tag zwei Mal geduscht. Es ist furchtbar heiß, wird nachts nicht kühler und so kann ich nicht schlafen. Allerdings scheine ich auch gar keine Schlaf zu brauchen.
Morgen gehen die Kurse los. Man darf gespannt sein.
9.9.13 14:57


100 metas

Was macht ein Blog, der in einer Sinnkrise steckt? Einen Blog darüber aufmachen? Aber das ist mir zu meta.
Das einzige derzeit wirklich relevante Problem ist ihr ständiges Fehlen. Estou com saudade de você. Letztes Wochenende war sie da, da war es besser. Als ein Rohr am Gebläse abfiel und mehrere Schubkarrenladungen Erbsen über den Boden verteilte, versprach ich ihr, nie wieder zu sagen, dass sie jetzt alles gesehen habe. Übermorgen fahre ich wieder zu ihr, dann wird es wieder besser. Aber das ist auch schon mein letztes Wochenende im Land.
Langsam macht sich der Herbst bemerkbar.

Vielleicht ist das die Unsicherheit: Weil ich keinen Vergleich habe, besteht in meinem Kopf weiterhin die Möglichkeit, dass ich nur deshalb diese Gefühle für sie habe, weil sie nett zu mir ist. Was sonst kaum jemand ist. Dass es also in Wirklichkeit eine relative Sache ist, während ich es als absolut betrachte. Ich suche also Sicherheit, wo keine sein kann. Es könnte immer sein, dass auch andere Mädchen mich so glücklich machen würden.
Das sind allerdings nur die seltsamen Gedanken, auf die ich komme, wenn ich zu lange von ihr getrennt bin. Das ändert absolut nichts an meinen Gefühlen für sie.
27.8.13 21:11


Seit ich nicht mehr in einer Sinnkrise stecke, steckt dieser Blog in einer.

Selbst wenn ich nicht tatsächlich bei ihr bin, ersetzt das Reden mit ihr das, wofür ich früher den Blog hatte. Irgendwie fällt uns immer etwas ein, auch wenn keiner von uns tagsüber irgendetwas außer Arbeiten erlebt hat.
Am Wochenende war ich bei ihr, ihre Schwester auch. Es war ganz nett, aber doch schöner, als wir am Ende dann alleine waren. Am kommenden Wochenende will ich wieder hinfahren.
Nurmehr gute zwei Wochen, bis ich sie für länger verlassen muss. Es rückt unaufhaltsam näher.
21.8.13 12:07


Der Ausdruck "nagende Unsicherheit", den ich neulich verwendete, trifft den Sachverhalt nicht ganz. Ich weiß nicht, wann ich mir zum letzten Mal einer Sache so sicher war. Was hingegen nagt, scheint vielmehr ein Hadern mit meinem Schicksal zu sein: Ich sehe, wie einfach es mit ihr ist, und wie einfach die Sache zustande gekommen ist, und frage mich, weshalb ich dann so lange ausharren musste. Vor allem beim Gedanken an die noch relativ frischen Wunden, deren Namen HKP und Mädchen, das inzwischen vollständig abgetaucht ist, lauten, frage ich mich, warum es nicht schon früher geklappt hat. Rational sehe ich ein, dass es letztlich wohl an mangelnder Kompatibilität lag, auch wenn es sich anders angefühlt hat. Aber emotional habe ich das alles noch nicht ganz verdaut und dass ich jetzt plastisch vor Augen geführt bekomme, wie es hätte sein können, gibt dem schmerzlichen Bedauern neuen Auftrieb.
Wobei das Bedauern auch alles andere als vollständig ist. Wäre ich tatsächlich mit HKP zusammengekommen, wäre die jetzige Beziehung wohl kaum entstanden. Gleichzeitig weigere ich mich aber, den extrem langen und oft steinigen Weg der letzten Jahre teleologisch zu betrachten und mich damit zufriedenzugeben, dass der Weg gut und richtig war, weil er hierhin geführt hat. Wäre das nicht auch auf einem Weg gegangen, auf dem meine Schultern nicht so oft über den Boden hätten schleifen müssen? Wäre es nicht auch mit ein klein wenig mehr Linderung unterwegs möglich gewesen?

Betrachtet man es musikalisch, baut ein Monat mit ihr allerdings ungefähr eine Jahresladung Traurigkeit ab. Ich bin schon wieder weit vor i hate myself und Codeine angelangt. Vielleicht macht mehr Zeit auch mehr vergessen und es wächst Gras darüber. Denn das ist bisher das einzige, was sie nicht kann: die letzten Jahre ungeschehen machen.
14.8.13 12:08


Recheio de chocolate

Als ich sie am Sonntagnachmittag zum Bus fuhr und von einer Polizeistreife einfach so kontrolliert wurde (mal wieder), weil ich lange Haare und einen Bart habe, sagte ich zum dritten Mal zu ihr, dass sie jetzt alles gesehen habe.
Sie kam am Mittwoch. Wir liefen durch den Ort, lagen vor dem Fernseher wenn Star Trek lief, arbeiteten an ihrer Übersetzung oder ich an meinem Koreanisch-Text, fuhren für wenige Stunden mit Eier verkaufen und sie saß bei mir auf dem Traktor. Außerdem schlief sie viel, weil sie am Donnerstag krank wurde. Meine Familie verhielt sich innerhalb ihrer Möglichkeiten vernünftig und anständig.
Es war gut, dass sie da war. Sieben Tage ohne sie waren schon wieder nichts. Wenn ich nicht irgendetwas vergesse, haben wir an jedem Tag, an dem wir uns nicht gesehen haben, telefoniert. Mindestens 45 Minuten, meistens eher mit der Tendenz zum Doppelten davon. Selbst an den Tagen, an denen ich ernstebedingt erst nach 11 Uhr verfügbar war.
Unsere größte Meinungsverschiedenheit in den zweieinhalb Monaten war wahrscheinlich, welche Szene bei der Spongebob-Folge mit dem Mundgeruch lustiger war. Ich plädierte mit einem lauten Lacher für die Stelle, an der Patrick im leeren Kino auf die Klingel der Snacktheke haut und "Hallo" ruft. Sie war eher für das Autounfallgeräusch, das eigentlich von einer Marching Band kommt.
Am Wochenende werde ich zu ihr fahren, weil sie Geburtstag hat. Und weil ich bei ihr sein will. Ihre Schwester wird auch da sein und ich frage mich, wie das wohl sein wird.
Ich darf gar nicht daran denken, wie es erst sein wird, wenn ich dann bald fünf Monate von ihr getrennt bin.
Bei ihr und mit ihr bin ich glücklich.
13.8.13 23:38


Eu gosto de

In den letzten Tagen habe ich mir Öl, Butter und Schokoeis auf diverse T-Shirts gespritzt. Nur die ersten beiden Substanzen kamen aus einer Pfanne gehüpft.
Sie sagt, sie mag meine Pfannkuchen, weil sie von mir sind. So schlecht waren sie bis auf den einen und kleinere Schwierigkeiten auch gar nicht.
Gestern hat sie mir geholfen, meine Wohnung fertig auszuräumen und noch mal sauber zu machen. An der unmöglichsten Stelle hat sie zu weinen angefangen. Seit gestern Abend kurz vor Mitternacht bin ich wieder zu Hause und fahre Traktor. In etwa 36 Tagen bin ich für mehr als fünf Monate am anderen Ende Eurasiens. Dazwischen will sie zu mir kommen und ich werde zu ihr fahren. Wenn sie zu mir kommt, wird unweigerlich meine Familie da sein. Ich befürchte das schlimmste. Wenn ich zu ihr fahre, wird ihre Schwester da sein. Ich frage mich, wie das wohl wird.
Wir waren letzten Samstag im Schwimmbad. Sie schwimmt mindestens anderthalb mal so schnell wie ich. Um wie viel ihre Bilder besser aussehen als meine kann man nicht mal mehr in einen Faktor quetschen. Deswegen gibt sie Malkurse, nicht ich. Sie hat viel mehr Instrumente gelernt und wieder vergessen als ich. Sie versteht meine Gedankengänge und mich im allgemeinen viel besser als irgendjemand sonst, den ich bisher getroffen habe. Sie hat eine geistige Reife, die sonst immer nur mit einem Knacks und dem Erlebnis von Dunkelheit einhergeht. Nur finde ich den nirgends, und in jedem Fall äußert er sich nicht als Schwere oder Bitterkeit. Wenn sie von früher erzählt, scheint es, als wäre das über andere, langfristig gesündere Kanäle ausgeflossen.
Ich habe darüber nachgedacht, wo sich das Konfliktpotential verstecken könnte. Ich finde es nicht. Das mag nach zwei Monaten noch nichts Ungewöhnliches sein. Aber auch, wenn man die zu 90% in einer Wohnung verbracht hat? Sollte sie das einzige Mädchen sein, das ich je küssen werde, bliebe zwar die manchmal aufkommende nagende Unsicherheit, aber ich würde es nicht bereuen. Große Worte, ich weiß.
Ich war die letzten Wochen einfach nur glücklich. Hoffentlich übersteht dieses Glück die anstehende Bewährungsprobe. Hoffentlich.
2.8.13 00:08


σύνβίος

Sechs Wochen. Das Schlafproblem hat sich so ziemlich gelöst, ein bisschen Gewöhnung und erzwungener Sicherheitsabstand sei Dank. Dafür hat sich der Konflikt Realität vs. Beziehung auf ein anderes Schlachtfeld verlegt: In den letzten beiden Wochen war es für mich an der Zeit, die nächste Stufe der Auslandsvorbereitungen anzugehen. Da war zum einen die Suche nach einem Zwischenmieter für meine (aktuell die meiste Zeit sowieso leerstehende...) Wohnung. Und das war Nervenkitzel. Letzten Samstag kamen drei interessierte Parteien, abends hatte ich mich für eine entschieden. Die sagte direkt ab. Dann der Nächsten geschrieben und der dritten Wahl abgesagt, weil die es eilig hatte. Nummer Zwei hatte allerdings einige Fragen, die ich mit dem Vermieter klären musste, was zeitaufwändig war. Als endlich alles klar war, sagte Nummer Zwei ab. Toll, dachte ich mir, Nummer Drei erwähnte die Eiligkeit, die wird schon was haben. Aber nein, zum Glück noch nichts Festes. Also ist seit gestern der befristete Mietvertrag unterschrieben. Außerdem musste ich den von der Uni verlangten Gesundheitscheck machen, was gestern anfing, heute Morgen weiterging und am Ende beendet sein wird. Zu allem Überfluss sind nächste Woche noch zwei Klausuren, nicht so komplizierte, für die ich mich trotzdem noch irgendwann vorbereiten muss. Dieses Semester ist am Ende fast noch schlimmer als das letzte, das schon hart war.
In jedem Fall war die ganze Zeit ständig irgendwas, und die nervliche Belastung dabei ist auch nicht zu unterschätzen. Man sollte ebenfalls nicht vergessen, dass all das fünf Monate Trennung vorbereitet.
Gestern Abend, nachdem endlich der Mietvertrag unterschrieben und damit ein Problem endgültig gelöst war, fiel der Druck etwas von der Situation ab und wir konnten einfach mal wieder zusammensein. Keiner musste noch irgendetwas für den nächsten Tag lesen oder Leuten hinterhertelefonieren. Also lagen wir mehr als anderthalb Stunden einfach ineinander verschlungen auf dem Sofa und redeten. Kein Film, keine Musik, nichts. Nur das träge verblassende Sonnenlicht. Um uns die Sorgen über die bald bevorstehende Trennung zu nehmen, sprachen wir darüber, wie es danach sein wird. Wenn Semesterferien sind, in denen ich nicht arbeiten muss. Das fand ich schon eine schöne Vorstellung. Ihr fiel ein gemeinsamer Urlaub ein, eine noch viel schönere Vorstellung. Eine, an die ich mich sehr gut festklammern könnte, wenn es darauf ankommt.
Ich weiß nicht, ob es an den vielen äußeren Widrigkeiten liegt. Dass zumindest ich so viel um die Ohren habe, dass ich mich, wenn wir uns dann abends endlich sehen, nicht in dem Maße auf sie einlassen kann, wie ich das gerne tun würde. Und dass wir uns über längere Zeit nicht sehen können, wo schon der Gedanke daran ein Gefühl auslöst, das einen Gesichtsausdruck nach sich zieht, den sie als die Erwartung zukünftiger Sehnsucht bezeichnet hat. Aber wenn ich davon absehe, bleibt als Problem eigentlich nur übrig, dass ich nicht genug von ihr bekommen kann. Und das ist ja nun kein echtes Problem.
12.7.13 23:07


Division ohne Rest

Inzwischen ist aus dem Auslandssemester etwas sehr Konkretes (und damit Bedrohliches) geworden. Ich habe die Flugtickets gekauft und angefangen, einen Zwischenmieter für meine Wohnung zu suchen. Beides in ihrer Wohnung sitzend, um die Ironie auszukosten. Mit ihr die fünf Monate Trennung zu planen.
Inzwischen wissen meine Eltern, der Typ und der Kumpelcousin von ihr. Eine Anzahl von Leuten hat uns um das Institut herum gesehen. Da ich ansonsten fast nur Leute aus dem Institut kenne, weiss also jetzt so ziemlich jeder, der meinen Namen kennt, Bescheid.
Gestern waren es vier Wochen, dass sie meine Hand genommen hat. Für mich verging die Zeit wie im Flug, für sie offenbar auch. Das einzige, was bisher an Lack ab ist, ist, dass ich langsam anfange, sie mit Schlafentzug gleichzusetzen. Es klappt einfach nicht. Gestern bin ich mitten in der Nacht einfach aufgewacht und konnte ziemlich lange nicht einschlafen. Dabei haben wir es schon gut gemeint und sind früh ins Bett... Ohne das Schlafdefizit würde es, da bin ich mir ziemlich sicher, ohne Rest aufgehen.
Das würde sich dann in jedem Fall übermorgen zeigen, weil ich zu Hause bin und am Sonntag ausschlafen kann. Morgen nicht, da muss ich um 7 aufstehen und bei einem Umzug helfen.
28.6.13 22:36


Nichts fühlte sich je natürlicher an, als nach zwei Wochen zu ihr zu ziehen. Ich habe einen Schlüssel. Ich habe auch noch meine Wohnung, aber da bin ich heute und morgen und dann erst mal wieder nicht mehr.
Dass ich überhaupt hier bin liegt vor allem daran, dass ich nach dem vorletzten Wochenende auch nicht bedeutend mehr Schlaf bekommen habe. Dass wir auch nicht bedeutend mehr Schlaf bekommen haben. Realität versus Beziehung. Das Leben drumherum geht derweil munter weiter, meistens derart, dass wir vor 9 zusammen zur Uni gehen und ich abends gegen 7 zurückkomme. Fauler ist sie auch nicht. Das schlaucht etwas.
Ich bin aber, abgesehen davon, so glücklich wie noch nie. Leute, die anderen Leuten erzählen, dass man alleine glücklich werden müsse und sich dabei nicht auf andere Leute stützen solle, haben wohl nur miserable Suchkriterien. Gestern Abend sind wir mehrere hundert Meter wortwörtlich durch die Gegend gehüpft und wurden schräg angeschaut (und angehupt). Ich habe mich noch nie so wenig meiner selbst geschämt. Es ist nicht nur eine oberflächliche Veränderung, die hier stattfindet. Sie geht tiefer. Alleine das Wissen, jemandem wichtig zu sein, macht so viel aus. Ich laufe zwar nicht rund um die Uhr strahlend durch die Gegend, aber es sind so harmlose Tiefs (im Vergleich zu früher), dass es fast kaum die Erwähnung wert ist.
Wirklich negativ ist derzeit nur, dass die Ferien näher rücken, in denen ich zu Hause arbeiten muss, und dass nach den Ferien mein halbes Jahr Auslandsaufenthalt kommt. Sie sagt immer, sie sei danach doch noch da, um mich zu beruhigen, aber dann frage ich mich, was nach dem Abschluss passiert, bis zu dem es auch nicht mehr so lange hin ist.
Ich will sie sehr sehr lange an meiner Seite haben, und nicht nur für eine begrenzte Zeit...
24.6.13 23:35


Früher dachte ich immer, es könne doch gar nicht so schlimm sein, jemanden zu vermissen, wenn man weiss, dass man ihn bald wiedersehen wird. (Weil ich Leute vermisst habe, die bestenfalls an mir vorbeigeschwebt sind.) Wie man sich täuschen kann.
Weil meine Mutter sich freigenommen hat, bin ich seit Donnerstagabend zu Hause und seitdem jeden Tag um 6 aufgestanden. Seitdem fehlt sie mir, obwohl wir uns am Donnerstag natürlich noch gesehen haben. Dieses "natürlich" gehört eigentlich doppelt und dreifach unterstrichen. Offenbar liegt ihr das auch am Herzen. Bei mir weiss ich sicher, dass ich die Trennungsphasen möglichst kurz halten muss, weil es sonst schnell unangenehm wird. Sie fehlt mir so. Dass wir gestern Abend noch etwas gechattet haben, war Balsam, aber jetzt sind es immer noch mindestens vier Stunden, bis ich sie sehe.
Aber dafür bleibe ich nächste Woche länger bei ihr.
16.6.13 15:38


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